Die beste Skorerin muss Gegentore verhindern
Frauen-Cup-Final in Volketswil
Der FC Effretikon ist erneut im Endspiel des FVRZ-Cups. Die Zweitliga-Frauen kämpfen allerdings derzeit mit einer Goalie-Misere – und auf der Gegenseite steht eine ehemalige Nationalspielerin.
Von einer Cup-Final-Euphorie ist beim Effretiker Trainer Patrik Meier wenige Tage vor dem Spiel gegen den SV Höngg noch wenig zu spüren. «Die war letzte Saison grösser. Mein Assistent und ich hatten sogar je einen Film für unser Team im Vorfeld vorbereitet», sagt er.
Diese verfehlten offenbar nicht seine Wirkung. Die Zweitliga-Frauen holten sich mit einem 4:3-Erfolg über Gruppengegner Phönix Seen erstmals den Titel, nachdem sie zwei Jahre zuvor im Endspiel noch gescheitert waren.
Schlechte Saisonbilanz gegen Höngg
Vom Status eines Cup-Spezialisten will aber Meier (noch) nichts wissen. «Das müssen wir erst beweisen», sagt er. Überhaupt bereiten sich die Effretikerinnen nicht anders wie auf ein Meisterschaftsspiel vor.
Auf der Gegenseite steht mit Höngg ohnehin ein bekannter Kontrahent. Allerdings hatte der FCE in dieser Saison die beiden Direktduelle jeweils 2:4 verloren. Ein schlechtes Omen – oder sogar ein Angstgegner?
Meier verneint. «Beide Vergleiche fanden nach Cup-Partien unter der Woche statt. Da haben wir immer Mühe.» Zudem steht und fällt das Spiel der Stadtzürcherinnen mit dem Einsatz von Barla Deplazes.
Läuft die frühere Nationalspielerin auf – sie spielte nur in 10 von 22 Meisterschaftspartien in dieser Saison –, wird es für den Gegner immer schwierig. Mit der 28-Jährigen auf dem Rasen verlor der Tabellenneunte Höngg nämlich nur eine Partie.
Die Effretiker Frauen wurden zumindest Sechste. Für eine bessere Klassierung fehlte aber die Konstanz. Einfluss darauf hatte sicher in diesem Frühling auch die Situation auf der Goalieposition. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall der Stammkeeperin hüteten gleich vier verschiedene Spielerinnen das Gehäuse. Wobei einzig die vom Nachwuchs des FC Zürich mit einer Doppellizenz ausgestattete Ramona Erismann eine gelernte Torfrau ist. Und diese ebenso öfters fehlte.
Und so stand ausgerechnet Natascha Frieden – die mit 15 Toren beste Effretiker Skorerin – in der Rückrunde oft im Kasten. Im Vorjahr erzielte die Angreiferin zwei der vier Treffer im Final. Diesen Samstag wird sie aller Voraussicht nach aber erneut beim Tore verhindern im Mittelpunkt stehen.
Austragungsortswechsel wegen Käferplage
Gespielt werden sämtliche 14 Cup-Endspiele in den verschiedenen Kategorien vom Mittwoch bis Samstag übrigens für einmal im Volketswiler Gries statt in Kloten. Grund dafür ist eine Japankäfer-Plage, die Schäden an Pflanzen und Grünflächen verursacht, sodass die Rasenplätze gesperrt werden mussten.
Eine positive Nachricht gibt es für den FC Effretikon aber losgelöst vom Ausgang der Partie. Während in den Jahren zuvor nebst dem Cup-Sieger auch stets das fairste Zweit- und Drittliga-Team für die erste Hauptrunde des Schweizer Cups vom Fussballverband der Region Zürich (FVRZ) nominiert wurde, fand auf diese Saison eine Regelanpassung statt. Nicht die fairste Mannschaft, sondern der Finalist bekommt neu das zweite Ticket.
Der FC Effretikon kann somit schon jetzt wieder auf ein attraktives Cup-Fest auf dem Sportplatz Eselriet hoffen.
Im letzten September war der Zweitligist auf den FC St. Gallen aus der Women’s Super League getroffen.
Die Finalspiele in Volketswil
Mittwoch, 26. Juni:
Juniorinnen D: Südost Zürich - Blue Stars 3:0. – Juniorinnen B: Horgen - Südost Zürich 4:6 n.P. – Juniorinnen C: Südost Zürich - Thalwil 5:4 n.P.
Donnerstag, 27. Juni:
Junioren C: Schwamendingen - Freienbach 0:4. – Junioren A: Unterstrass - Red Star 1:0. – Junioren B: Blue Stars - Schwamendingen 2:1.
Freitag, 28. Juni:
Senioren 50+/7er: Freienbach - Wädenswil 3:2. – Senioren 30+: Schlieren - Red Star 1:10. – Senioren 40+: Srbija - Wallisellen 0:2.
Samstag, 29. Juni:
Junioren D: Küsnacht - FR Soccer 0:2. – SFFS Senioren: Sporting VBAU 93 - Zürich-Gruppe 0:4. – Frauen: Effretikon - Höngg 3:4. – SFFS: Julius Bär - Real Union 4:3. – Männer: Zürich City - Regensdorf 3:0.
