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1000 Würste, 200 Liter Bier – und 120 Minuten Fussball

Der FCZ gastiert am Samstag für ein Freundschaftsspiel in Bauma. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu.

Die FCZ-Profis aus der Nähe beobachten – das kann man in der Region immer wieder. Hier zum Beispiel im Juni 2018 in Rüti. (Archiv)

Foto: David Kündig

1000 Würste, 200 Liter Bier – und 120 Minuten Fussball

FCZ-Testspiel in Bauma

Der FC Zürich testet am Samstag um 11 Uhr in Bauma gegen den FC Wil. Die Fakten zum Event.

Der FCZ in der Region: Immer wieder – auch in Bauma

Neu ist es nicht, dass der FC Zürich Testspiele im Oberland austrägt. Am Drei-Städte-Turnier in Uster nahm er mehrfach teil. In Rüti, wo FCZ-Präsident Ancillo Canepa aufwuchs, gastierte er beispielsweise seit 2009 gleich dreimal. Auch in Dübendorf, Effretikon, Maur, Pfäffikon oder Volketswil trugen die Zürcher schon Testspiele aus.

Und auch für Bauma ist es keine Premiere, wenn der FCZ am Samstag um 11 Uhr gegen den FC Wil aus der Challenge League testet: Vor 18 Jahren spielten die Zürcher auf der Schwendi gegen Schaffhausen – es war damals das Duell des Meisters mit dem Aufsteiger (und endete 1:1). 2018 duellierten sich die U21-Teams des FCZ und von Winterthur in Bauma, 2019 trugen die FCZ-Frauen ein Freundschaftsspiel gegen den SC Freiburg aus.

Der FCZ und Bauma: Die Verbindung gibts schon lange

Dass der FCZ auf der Schwendi auftritt, hat durchaus eine historische Komponente: Vor 71 Jahren trug er hier ein Freundschaftsspiel gegen Winterthur aus. 1000 Zuschauer sahen damals eine Partie, die 3:3 endete und laut der Datenbank dbFCZ das nachträgliche Einweihungsspiel für den 1952 eröffneten Sportplatz war.

Doch das ist sehr lange her. Wie kommt ein Klub heute zum Handkuss, wenn es um die Austragung eines Testspiels geht? Die Antwort ist oft naheliegend: Es menschelt. Das ist auch beim FC Bauma nicht anders. «Der Kontakt zum FCZ besteht seit rund 20 Jahren», sagt FC-Bauma-Präsident Werner Berger. «Damals wie heute sind es persönliche Beziehungen zu Heinz Russheim.» Der Dürntner ist seit über zehn Jahren FCZ-Nachwuchschef, verlässt den Klub aber per Ende Juni. Und der FC Bauma ist sogenannter Administrativverein für das U15-Team Oberland des FCZ – die FCZ-Nachwuchsspieler sind für den FC Bauma lizenziert, solange sie in dieser Equipe spielen.

Der Aufwand: Wenig Vorlaufzeit, viel Erfahrung

Viel Vorlaufzeit hatte der FC Bauma nicht – lediglich seit rund vier Wochen ist klar, dass die Partie stattfinden wird. Präsident Berger ist froh, dass er auf die Erfahrung von 2006 und der Frauenpartie von 2019 zurückgreifen kann und auf ein «erprobtes OK-Team mit super Helferinnen und Helfern. Sonst hätten wir diesen Event mit diesem Vorlauf nicht gewagt.»

Rund 40 Helferinnen und Helfer werden im Einsatz stehen, dazu 25 Einlaufkinder und 8 Balljungen. Zudem engagierte der Klub sieben Verkehrskadetten. Apropos Zahlen: 1000 Würste und 200 Liter Bier stehen bereit. Was übrig bleibt, dürfte eine Woche später am Grümpi gegessen und getrunken werden.

Kleiner geworden ist der Aufwand punkto Sicherheit im Vergleich mit dem 2006 ausgetragenen Spiel. Beispielsweise musste der FC Bauma damals eine Sicherheitsfirma beauftragen für die Sicherheitskontrolle, nun steht der Klub mit eigenen Leuten am Eingang. «2006 war das Dispositiv sehr umfangreich», sagt Berger. «Nun befolgen wir den Rat von Luca Maggi, dem Sicherheitsbeauftragten des FCZ. Die Devise lautet: deeskalierend wirken.» Eskalationspotenzial bietet ein solches Freundschaftsspiel ohnehin kaum. Berger sagt: «Das Publikum wird ganz allgemein sehr durchmischt sein. Ich erwarte viele Familien mit Kindern, und fast alle unsere Junioren werden vor Ort sein.»

Die Zuschauer: Ein Rekord wirds diesmal nicht

Es gibt sicher attraktivere Zeitpunkte für einen solchen Event als diesen Samstag um 11 Uhr. Schliesslich läuft die EM, die neue Super-League-Saison ist gefühlt weit weg – und in Bauma geht es noch nicht um den Feinschliff, sondern darum, dem ganzen Personal Auslauf zu gewähren. Deshalb dauert die Partie des FCZ gegen Wil auch zweimal 60 Minuten – doch eigentlich ist das ja auch ein Verkaufsargument. Und für Präsident Berger ist ohnehin klar: «Die Profis einmal hautnah zu erleben, ist ganz anders als im Stadion oder im TV. Und zeitlich kommen wir problemlos an der EM vorbei.»

Dennoch: So viel Publikum wie 2006 wird diesmal nicht erwartet. 2020 Menschen wollten den FCZ sehen, nachdem er den ersten Meistertitel seit 25 Jahren geholt hatte – mehr Zuschauer gab es auf der Schwendi noch nie. «Damals musste eine Stehrampe gebaut werden, wir hatten aber auch zwei Monate Vorlaufzeit», sagt Berger. Ohne bauliche Massnahmen gibt es Platz für rund 1400 Zuschauer – das dürfte genügen.

Stand Mittwoch sind im Vorverkauf 400 Tickets weg; Berger rechnet mit «nochmals so vielen Kurzentschlossenen». Finanziell lohnt sich der Anlass ab rund 400 Zuschauern laut Berger. Die Kosten seien «überschaubar und kalkulierbar». Konkreter wird er nicht. «Natürlich hofft die Vereinskasse auf einen kleinen Zustupf», sagt der Präsident. Wichtiger findet er aber andere Faktoren: «Es ist etwas Einmaliges für das Dorf und die Region. Und die involvierten Juniorinnen und Junioren freuen sich riesig. Die strahlenden Kinderaugen sind für uns alle Motivation und Lohn zugleich.»

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