Deshalb ziehts die OL-Spitze nach Uster
Beliebter Leichtathletik-Klub
Der LC Uster hat sich zum Hotspot für zahlreiche der besten Schweizer Orientierungsläuferinnen und -läufer entwickelt. Es ist eine erstaunliche Tatsache.
Sie kommen zum Teil von weit her. Es hat sich herumgesprochen, dass sich das Mittwoch-Bahntraining des LC Uster im Buchholz als effizient und leistungsfördernd erweist. Und auf persönliche Bedürfnisse zugeschnitten ist. Etliche der besten Schweizer OL-Läuferinnen und -Läufer versammeln sich wie auch Top-Langstrecklerinnen und -Langstreckler.
Ein Indiz für die eindrückliche Präsenz der OL-Elite: Aus dem zehnköpfigen Schweizer Team für die Sprint-Weltmeisterschaften von Mitte Juli in Edinburgh (GB) sind es nicht weniger als drei – oder grosszügig gerechnet gar vier.
Riccardo Rancan, Paula Gross und Tino Polsini sind das. Aber auch Florian Attinger lässt sich mit dem LC Uster in Verbindung bringen. Neu nach Chur gezogen, plant der Sihltaler, fürs intensive Intervalltraining regelmässig nach Uster zu reisen.
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Das Attraktive an der Überlegung neben dem rein Sportlichen: Nach der Zugfahrt Chur–Ziegelbrücke könnte er hier in den Kleinbus umsteigen, der den Glarner Spitzenläufer Janis Gächter zusammen mit seiner Partnerin Paula Gross und mit OL-U25-Kaderathlet Florian Freuler nach Uster fährt.
Der Nachwuchs profitiert
Ebenfalls in dieser Gruppe trainieren der letztjährige OL-Junioren-WM-Medaillengewinner Pascal Schärer aus Mönchaltorf sowie diverse Junioren aus dem Zürcher Nachwuchskader. Und ebenso sind die OL-Nationalkader-Juniorinnen Anna Gasser (Esslingen), Seline Sannwald (Bubikon) und Henriette Radzikowski (Herrliberg) sowie der -Junior Leander Wylenmann (Girenbad) oft in diesen Trainings dabei. Derzeit bereiten sie sich fast ausnahmslos auf die OL-Juniorenwelt- oder -Europameisterschaften vor – und holen sich das läuferische Rüstzeug.
Was gibt den Ausschlag für diese erstaunliche Anziehungskraft? Die Antwort von Gächter weist auf ein Hauptargument hin: «Paula und ich suchten auf die letzte Saison nach einer Möglichkeit zum Training in einer Gruppe.» Im Kanton Glarus fehlen die ebenbürtigen Laufpartner sowohl für sie wie auch für ihn. Die Gruppe von Marco Rancan anerbot sich. Und das Arrangement begann sich schnell auszuzahlen: sowohl für ihn als Läufer wie auch für sie als OL-Spezialistin.
Stete Entwicklung
Die Qualitätssteigerung in der Ustermer Trainingsgruppe ist kein Zufallsprodukt. Vielmehr steht eine kontinuierliche Entwicklung dahinter. Bei dieser gilt es, auch die reinen Langstreckenläufer zu erwähnen. Neben Gächter sind dies Ali Abdi-Salem, Seare Weldezghi, Simon Tesfay und neu Robin Mennet. Alle sorgen auf nationaler Ebene immer wieder für Aufsehen und Tagessiege.
Zurück zur Anziehungskraft auf die OL-Spezialisten. Aufzeigen lässt sich die Entwicklung am besten an Riccardo Rancan. Der heute 27-Jährige begann als Jugendlicher mit dem Training im LC Uster. David Wyden war und ist sein persönlicher Trainer. Marco Rancan, früher ein durchschnittlicher Breitensport-Läufer, kümmerte sich um die noch Jüngeren.
Einen Einblick für eine gezielte Vorbereitung auf einen Grossanlass erlebte er bei seinem Sohn hautnah mit bei der Junioren-WM 2016 im Unterengadin. Und als Wyden im LC Uster kürzertrat, übernahm Marco Rancan die Gruppe. «Unter der Regie von Cheftrainer Urs Zenger ist dies nicht allzu schwergefallen», sagt er.
Es war ein ungewohnter Schritt. Rancan spielte einst in Horgen Fussball, wurde früh erfolgreicher Juniorentrainer und hörte nach dem Studienabschluss auf. Anschliessend widmete er sich selber hobbymässig längeren Laufdistanzen, Triathlons oder Gigathlons. Mit gezielter Schulung, Selbststudium und häufigem Austausch mit Wyder und Zenger erlangte er das nötige Wissen und die Praxis.
Den aktuellen Run auf seine Trainingsgruppe umschreibt er ohne grosses Aufsehen: «Eins ergab das andere, und dass es die OL-Spezialisten zu uns zieht, liegt daran, dass sie den Vorteil des Zusammentrainierens schätzen.» Und natürlich hilft dabei auch noch Sohn und A-Nationalkader-Athlet Riccardo als Vorzeigebeispiel.
Aufs jeweilige Level angepasst
Die Qualität der Arbeit zeigt sich. «Wir laufen zum Beispiel die 1000-m-Intervalle zwischen 2:50 und drei Minuten», sagt Marco Rancan, «und weil verschiedene Gruppenmitglieder dieses hohe Tempo anschlagen können, entsteht eine aufbauende Dynamik.»
Weil aber (noch) nicht alle Männer auf diesem Level laufen, finden auch die Frauen adäquate Trainingspartner und -partnerinnen. Die Qualität im Training und das Laufen in Peer Groups sind das grosse Plus des Ustermer Trainings am Mittwoch.

Und Riccardo Rancans Funktion ist auch heute noch vielfach wegweisend: Seine einstigen wie die aktuellen OL-WG-Kollegen ziehts auch nach Uster. Der aktuelle Sprint-Schweizer-Meister Tino Polsini und der für Ungarn startende Schweizer Doppelbürger Csaba Gerber sind dies derzeit.
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