Fuchs räumt ab – und muss nicht einmal stechen
Bietenholzer Springreiter
Martin Fuchs ist beim Grand Prix des CSIO St. Gallen im Sattel von Commissar Pezi eine Klasse für sich. Der Bietenholzer schafft als Einziger eine Nullfehler-Runde.
Der Bietenholzer Martin Fuchs gewann den Grand Prix des CSIO St. Gallen zum zweiten Mal nach 2022 – damals mit Conner Jei. 2023 war er mit Commissar Pezi bereits Zweiter geworden, nun trug ihn der erst elfjährige Wallach zum Sieg.
Den Anforderungen des Parcours waren die meisten Duos nicht ganz gewachsen. Viele Nationen waren bereits abgereist, nachdem am Freitag die League of Nations dem Dauerregen zum Opfer gefallen war. So gingen in einem ausgedünnten Feld bloss 22 Reiterinnen und Reiter an den Start, davon 13 Paare aus der Schweiz.
Siegprämie von gut 100’000 Euro
Fuchs, der seinen Stall mittlerweile im thurgauischen Wängi führt, hatte als 22. und letzter Reiter eine klare Ausgangslage und eine Aufgabe, die auf ihn als nervenstarken Sportler zugeschnitten war. Ein Blankoritt würde ihm den Prestigesieg am Heim-CSIO eintragen – und eine Siegprämie von gut 100'000 Euro. Der 31-Jährige, der seit einem Jahrzehnt in der Weltspitze präsent ist, gab sich keine Blösse und führte sein Pferd souverän über die 16 Hindernisse.
«Da der Boden nicht nachgelassen hat, war meine Startnummer ein Vorteil», sagte Fuchs. Er habe die Ritte der Konkurrenz beobachtet und genau gewusst, wo er besonders acht geben müsse. Bei der Planke an Sprung 4, die besonders oft in den Rasen fiel, gab er beispielsweise speziell Ruhe in den Ritt, damit Pezi Zeit hatte, um hoch abzuspringen.
Martin ist mental so stark, ich hatte keine Zweifel.»
Peter van der Waaij, Equipenchef
Der Equipenchef Peter van der Waaij war sich vor dem entscheidenden Ritt fast sicher, dass Fuchs gewinnen würde. «Martin ist mental so stark, ich hatte keine Zweifel», sagte der Niederländer.
Und auch der Reiter selbst hatte bereits nach dem ersten Sprung ein gutes Gefühl. «Die Angst, dass der Boden nicht halten würde, war unbegründet.» Pezi liebe etwas tiefere Böden und habe gleich super losgelegt, schilderte der Sieger seine Eindrücke.
Commissar Pezi lässt Olympia aus
Commissar Pezi ist nicht für die Olympischen Spiele vorgesehen, obwohl er das Niveau zweifelsohne aufweist. In Paris will Fuchs Leone Jei reiten. Und mit Conner Jei hätte er sogar eine dritte Option.
Der Rasen im Gründenmoos präsentierte sich in tadellosem Zustand. Das Drainagesystem bewährte sich. Dieses war nach den Wetterkapriolen im Jahr 2013 eingebaut worden und ermöglichte nun trotz der massiven Regenfälle am Freitag und Samstag Pferdesport auf Top-Niveau.