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Darum hat der FC Rüti sehr schlechte Karten

Fünf Spiele bleiben dem FC Rüti noch, um sich über den Strich zu hieven. Dass das klappt, ist unwahrscheinlich.

Es ist zum Wegschauen: Der FC Rüti (im Bild Daniel Di Bella) hat eine verheerende Bilanz – und schlechte Aussichten. (Archiv)

Foto: Robert Pfiffner

Darum hat der FC Rüti sehr schlechte Karten

Abstiegskampf in der 2. Liga

Kann sich der FC Rüti in den verbleibenden fünf Spielen noch retten? Ziemlich sicher nicht – das müssen selbst die grössten Optimisten anerkennen.

Fünf Spiele bleiben dem FC Rüti, um den Abstieg aus der 2. Liga doch noch abzuwenden. Und es sieht düster aus für die Rütner. 15 Punkte haben sie auf dem Konto, neun fehlen ihnen auf den rettenden 11. Rang direkt über dem Strich, auf dem sich nun der FC Greifensee befindet.

Optimisten werden nun sagen: 15 Punkte gibt es noch zu holen, jedes Spiel muss erst gespielt werden, es ist noch gar nichts verloren. Falsch ist das nicht. Doch das Schlussprogramm gibt nicht zu viel Hoffnung Anlass: Schaffhausen 2, Herrliberg, Töss, Wiesendangen und Seuzach heissen die Gegner der Rütner der Reihe nach, bis am 22. Juni die Saison zu Ende ist. Das sind allesamt Teams aus der oberen Tabellenhälfte.

Die Rütner Bilanz gegen diese Gegner in der Vorrunde: bescheiden. Zwei Remis (gegen Töss und Wiesendangen) und drei Kanterniederlagen. 2 Punkte, 2:19 Tore.

Noch schlechter als im Herbst

Optimisten dürfen nun ins Feld führen: Das war im Herbst, nun ist aber Frühling, das kann man doch nicht vergleichen. Auch das ist nicht falsch. Aber es gibt einen Saisonverlauf. Und da sehen die Rütner in der Rückrunde bisher noch schlechter aus als in der Hinrunde zum selben Zeitpunkt.

Damals resultierten aus den ersten acht Spielen 7 Punkte mit einem Torverhältnis von 18:23. Nun waren es seit Rückrundenbeginn sechs Zähler – und 8:22 Tore. Sechs Spiele in Serie haben die Rütner nun verloren. Auch das erste unter dem neuen Trainer Mike Koller in der letzten Runde. Wie soll man sich da noch von den letzten drei Plätzen verabschieden?

Optimisten können nun sagen: Vielleicht braucht es den Sprung auf den viertletzten Platz gar nicht. Vielleicht darf ja der Drittletzte in der Liga bleiben? Tatsächlich könnte dieses Szenario eintreten. Schliesslich steigt aus der Interregio nach aktuellem Stand nur ein Zürcher Klub in die regionale 2. Liga ab. Und in der Gruppe 2 hat der Drittletzte (Veltheim) derzeit tatsächlich mehr Punkte als in der Gruppe 1. Doch für die Rütner würde das Unterfangen dadurch nicht entscheidend leichter – denn sie liegen acht Punkte hinter Rang 12.

Greifensees Doppeljubel

Realistischerweise gibt es also kein Happy End. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Abstieg des FCR bereits nach der übernächsten Runde am ersten Juniwochenende Tatsache wird, ist relativ gross. Und sollten die Rütner den Klassenerhalt trotz allen schlechten Vorzeichen doch noch irgendwie schaffen, wäre das eines der sensationelleren Happy Ends im Oberländer Fussball.

Doch sie wären dann auch nicht der erste Oberländer Zweitligist, der sich mit viel Dusel in der Liga halten kann. Letzte Saison dachte der FC Greifensee eigentlich, er sei abgestiegen, als er in der letzten Runde noch unter den Strich rutschte. Doch die Rettung kam in Form von fremder Hilfe: Mit Dübendorf und Bülach setzten sich in den Aufstiegsplayoffs die beiden Zürcher Zweitligisten durch, wodurch der FCG als besserer Drittletzter der beiden Gruppen gerettet war. Vom für sie positiven Resultat erfuhren die Greifenseer just, als sie mit dem Car vom gewonnenen FVRZ-Cup-Final aufs heimische Grossriet zurückkehrten – sie hatten nun gleich doppelt Grund zum Feiern.

Effretiker Duseljahre

Auch der FC Gossau (2016/2017), der FC Russikon (2007/2008) und gleich zweimal der FC Effretikon (2010/2011 und 2011/2012) schafften den Klassenerhalt in der 2. Liga, obschon sie eigentlich auf dem ersten Abstiegsplatz gelandet waren.

Die spektakulärste Rettung erlebten die Effretiker aber am Ende der Saison 2009/2010. Vor der letzten Runde lag der FCE auf einem Abstiegsplatz. Er musste zwingend sein Spiel gegen Unterstrass gewinnen, musste dazu hoffen, dass Oberwinterthur gegen Niederweningen nicht gewinnt und Stäfa in Dübendorf verliert. Dazu mussten die Effretiker die Stäfner in der Fair-Play-Wertung überholen, in der der FCE um einen Punkt schlechter dastand.

Klingt nach einem Ding der Unmöglichkeit. Doch dann passierte das: Oberwinterthur verlor 1:2, der FCE siegte 5:2, ohne auch nur einen Strafpunkt zu holen. Die Stäfner verloren gegen Dübendorf 1:2, handelten sich drei Strafpunkte ein – und stiegen ab. Weil ihr Captain, der spätere Rüti-Trainer und aktuelle Dübendorf-Coach Shaip Krasniqi, in der 90. Minute den Handspenalty verursachte, der zum Gegentor führte – und zur entscheidenden gelben Karte. Ohne dieses Hands hätten die Stäfner zwar wohl auch verloren – aber den Ligaerhalt geschafft.

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