Effretiker will SFV-Präsident werden
Kandidatur für 2025
Sandro Stroppa hat eine lange Funktionärslaufbahn hinter sich. Nun will er ganz an die Spitze des Schweizerischen Fussballverbands.
Sandro Stroppa strebt nach dem höchsten Amt im Schweizer Fussball. Der Effretiker kandidiert für die Nachfolge von Dominique Blanc als Zentralpräsident des Schweizerischen Fussballverbands (SFV). Dies teilt die Amateurliga des SFV mit, die Stroppa präsidiert. Schon in dieser Funktion hatte Stroppa Blanc beerbt. Nun möchte er dies auch im Zentralvorstand tun.
Dass das Amt des Zentralpräsidenten per Sommer 2025 vakant wird, war seit einer Strukturreform im letzten Jahr klar. Damals beschloss die Delegiertenversammlung, dass Mitglieder des Zentralvorstands maximal zwölf Jahre im Amt und zu Beginn einer Amtszeit höchstens 70 Jahre alt sein dürfen. Blanc wird 75 Jahre alt sein zum Zeitpunkt der Delegiertenversammlung 2025.
Der Chef der grössten Kammer
Stroppas Chancen sind auf den ersten Blick gut, schliesslich ist die Amateurliga die grösste der drei SFV-Kammern und verfügt an der Delegiertenversammlung über mehr Stimmen (47) als die Swiss Football League (28) und die 1. Liga (26). Die Amateurliga stellte mit Blanc und dessen Vorgänger Peter Gilliéron bereits die letzten beiden Zentralpräsidenten.
Stroppa ist der erste Kandidat – dass er der einzige bleibt, ist unwahrscheinlich. Zuletzt schickten jeweils sämtliche drei Abteilungen Kandidaten ins Rennen. Und gerade die Swiss Football League (SFL) hat offenbar grosses Interesse daran, das Amt wieder mit einer Person aus ihren eigenen Reihen zu besetzen.
Im Januar machte Bernhard Heusler, der ehemalige Präsident des FC Basel, publik, dass er von SFL-CEO Claudius Schäfer im Auftrag der Profiklubs die Anfrage bezüglich einer Kandidatur als SFV-Präsident erhalten habe, das «sehr interessante Angebot» aber nicht annehme.
20 Jahre als Funktionär
Stroppa hat eine 20-jährige Funktionärskarriere hinter sich. 2004 wurde er Präsident des FC Effretikon, ab 2013 war er im Komitee des Fussballverbands der Region Zürich, 2015 wurde er zum FVRZ-Präsident gewählt. Amateurliga-Präsident wurde er 2019 und sitzt seither auch im Zentralvorstand des SFV.
Der 54-jährige Effretiker, der beruflich als Versicherungsfachmann tätig ist, schreibt auf seiner für die Kandidatur erstellten Website unter anderem, er wolle «mithelfen, den Verband weiter zu modernisieren, neue Entwicklungen proaktiv aufzunehmen und mitzugestalten und den Fussballsport in unserem Land nachhaltig stärken».
Nachdem Stroppa 2019 Amateurliga-Präsident wurde, hatte er zu allfälligen Ambitionen auf das SFV-Präsidium gesagt: «Darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich stelle nicht meine Interessen, sondern die Sache in den Vordergrund.» Fünf Jahre später hat er sich die Gedanken offenbar gemacht.
Das freut insbesondere den FC Effretikon. Der Drittligist verkündet die Ambitionen Stroppas auf seiner Website und schreibt, Stroppa habe den Verein «mit unermüdlichem Einsatz» geprägt. «Seine Vision, Leidenschaft und Führungsqualitäten haben den FC Effretikon zu dem gemacht, was er heute ist.» Man sei überzeugt, dass er den Schweizer Fussball weiter voranbringen könne.
