Der ständige Kandidat bleibt im Rennen
Oberländer Derby
Der FC Pfäffikon kann sich nach dem 1:0 im Drittliga-Duell gegen Wetzikon immer noch Hoffnungen im Aufstiegskampf ausrechnen. Einen grossen Anteil daran hat auch Captain und Dauerbrenner Gino Mächler.
Es deutete schon alles auf ein 0:0 im Oberländer Drittliga-Derby hin. Ein Resultat also, wodurch Pfäffikon genauso wie Wetzikon weiteren Boden zur Spitze der Gruppe 6 verloren hätte.
Doch dann kreierte der eingewechselte Steven Fenner für den FCP in der Nachspielzeit mit einem Dribbling nochmals einen Überraschungsmoment. Er spielte Luca Bürge frei, der von der Strafraumgrenze gekonnt zum entscheidenden 1:0 traf. Wie gross der Stellenwert dieses Erfolgs ist, da muss Pfäffikons Captain Gino Mächler keine Sekunde überlegen.
«Es gibt nichts Schöneres als einen Sieg über Wetzikon», sagt er. Mächler muss es wissen. Der Innenverteidiger hat unzählige Duelle gegen Wetzikon ausgetragen, seit er als 16-Jähriger in der ersten Mannschaft debütierte.
In diesem Oktober wird er 32 – und ist noch immer topmotiviert. Dass Mächler um den Aufstieg mitspielen will, steht für ihn ausser Frage.
Seit der Relegation im Jahr 2015 sind die Pfäffiker ein ständiger Kandidat. Nur einmal klassierten sie sich seither nicht in den Top 3. Doch für ganz an die Spitze reichte es ausser in der Corona-bedingt abgebrochenen Saison 2019/2020 nie. «Manchmal fehlte nur wenig – und manchmal ganz einfach das nötige Glück», findet er.
Hoffen auf «Finalissima»
Zumindest hat der FCP – im Gegensatz zum wiederholt enttäuschenden Lokalrivalen Wetzikon – vor dem Meisterschaftsendspurt noch intakte Chancen. Drei Punkte trennen ihn von Leader Stäfa, der allerdings noch eine Nachholpartie bestreiten kann. Mächler weiss aber auch: Weitere Ausrutscher kann sich sein Team nicht mehr leisten, wenn es die Chance auf eine «Finalissima» in Stäfa wahren will.
Zu viele Patzer hatte sich der FCP in der Vorrunde geleistet, wo er viermal als Verlierer vom Feld musste. Und auch über schwächer eingeschätzte Gegner stolperte. Weitaus konstanter sind nun die bisherigen Resultate im Frühling. Der derzeitige Tabellendritte steigerte sich in der Defensive nochmals. Die 13 Gegentore in 17 Partien sind der beste Wert in der gesamten Gruppe. «Wobei das ganze Team solidarisch verteidigt», wie Mächler anmerkt.
Nur der Skorer fehlt
Offensichtlich ist allerdings auch, dass nach dem Abgang von Timôn Marques ein treffsicherer Angreifer fehlt. Das Eigengewächs erzielte in den beiden letzten Saisons 10 und 19 Tore. Auch am Sonntag stand er auf dem Platz – allerdings im Trikot des FC Wetzikon.
Dafür verteilen sich die Pfäffiker Treffer auf ganz viele verschiedene Schultern. Es ist ebenso ein Qualitätsmerkmal. «Wir haben für Drittliga-Verhältnisse sehr viel Kadertiefe», sagt Mächler. Dem Routinier ist deshalb auch nicht bange, selbst wenn es im Juni wiederholt nicht für den Sprung in die 2. Liga reichen würde. «Der Zusammenhalt ist gross», betont er.
Tatsächlich spielt Mächler mit dem Gros des Teams schon über viele Jahre zusammen. Ohnehin sind Spielerwechsel à gogo – wie sie andernorts zu sehen sind – beim FC Pfäffikon eher die Ausnahme. «Ich habe nur zwei grössere Umbrüche erlebt», sagt er.
Einen wesentlichen Anteil an dieser Kontinuität dürfte Mächler selbst haben. Seit der Kindheit spielt er im Klub, ein Wechsel ist für ihn nie infrage gekommen. Und daran hat sich auch nichts geändert, obwohl er seit geraumer Zeit in der Stadt Zürich lebt und arbeitet. «Hier ist mein Kollegenkreis. Der FC Pfäffikon wird mein einziger Verein bleiben», sagt er.
