«Da war für mich klar: So kann es nicht weitgehen»
FCR-Sportchef im Interview
Der FC Rüti ist in Not: Sportchef Aykut Ugras glaubt an den Ligaerhalt in der 2. Liga – und er hofft, bis nächste Woche einen neuen Trainer zu präsentieren.
Die 0:4-Pleite im Direktduell gegen den ebenso mitgefährdeten SC Veltheim war die eine Niederlage zu viel. Ursal Yasar muss seinen Trainerposten beim seit Wochen taumelnden Zweitligisten Rüti räumen. Sportchef Aykut Ugras, erst seit Anfang Jahr im Verein und im Amt, nimmt Stellung zum Trainerwechsel.
Aykut Ugras, wann ist für Sie klar geworden: Wir brauchen einen neuen Trainer?
Aykut Ugras: Ich hatte schon Gedanken in diese Richtung nach dem Bassersdorf-Spiel vor zwei Wochen. Da haben wir 30 Minuten super gespielt und sind dann hinterher komplett eingebrochen. Der Entscheid fiel nach der Niederlage gegen Veltheim. Da war für mich klar: So kann es nicht weitergehen.
Wer hat den Beschluss gefällt?
Der wurde gemeinsam im Vorstand beschlossen.
Wurden auch die Spieler im Vorfeld abgeholt?
Ich habe zwei, drei Stimmen miteinbezogen. Sie haben mir ebenso bestätigt: Es ist der Wurm drin.
Wie hat Ursal Yasar die Trennung aufgenommen?
Er kennt das Fussball-Business. Ursal hat es bedauert. Doch wir sind im Guten auseinander.
Es gab schon einige Krisen in dieser Saison. Zuerst im Spätherbst, als es Kanterniederlage um Kanterniederlage absetzte.
Diese Situation kann ich nicht beurteilen. Da war ich noch nicht im Verein.
Es kriselte aber auch in der Wintervorbereitung. Gerade nach der klaren Testspielniederlage gegen den Drittligisten Wetzikon brach einiges wieder auf.
Aber die Mannschaft stand hinter Ursal. Das hat mich positiv gestimmt. Zudem: Die Resultate zu Beginn der Rückrunde waren in Ordnung.
Mittlerweile sieht es anders aus: Seit der Niederlage von Mitte April gegen Gossau gab es keinen Punkt mehr.
Gossau war noch ein Ausrutscher. Doch dann sind wir ins alte Schema gerutscht und haben nicht mehr an uns geglaubt.
Warum soll es mit einem Trainerwechsel besser werden?
Die Qualität im Team stimmt. Und die Mentalität ist vorhanden. Ich kenne mittlerweile das Team und weiss, wie die Spieler ticken.
Doch einige der Leistungsträger sind in die Jahre gekommen.
Der Ehrgeiz ist bei ihnen immer noch vorhanden. Wir haben ein grosses Kader. Zudem sind jetzt alle gefordert – von jung bis alt.
Einen Nachfolger haben Sie noch nicht präsentiert. Wer trainiert und betreut das Team nun?
Vorläufig ich gemeinsam mit dem bisherigen Assistenten Denis Ciardo.
Ist eine neue Lösung in Sicht?
Wir sind mit zwei, drei Kandidaten im Kontakt. Ich hoffe, dass wir spätestens zum Anfang der nächsten Woche den Trainer bis Ende Saison haben.
Ein Strohhalm für Greifensee und Rüti
Die Situation am Ende der Tabelle der Zweitliga-Gruppe 2 ist eindeutig. Neben dem designierten Absteiger Diessenhofen dürften Veltheim, Greifensee und Rüti die weiteren beiden Absteiger in den letzten sieben Runden unter sich ausmachen. Zu gross ist bereits der Abstand zu den nächsten Teams. Und doch – allenfalls reicht sogar der drittletzte Rang zum Klassenerhalt. Der Grund dafür: In der 2. Liga interregional steigt nach aktuellem Stand wohl höchstens ein Klub aus dem Fussballverband der Region Zürich ab. In diesem Fall würde es nur den schlechteren Tabellenzwölften beider Gruppen erwischen. Zieht das einzige gefährdete Interregio-Team Unterstrass ebenso noch den Kopf aus der Schlinge, bleiben sogar beide Tabellenzwölften in der 2. Liga. Es gibt also zusätzliche Hoffnung für Greifensee und Rüti. (zo)
