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Von diesem Wechsel hält Bottas nicht viel

Punkte holte Sauber im GP von Miami wieder nicht. Dafür gibt es Unruhe neben der Strecke. Im Zentrum: Die Crew von Valtteri Bottas.

Meistens locker drauf, in Miami bei einem Thema aber wortkarg: Valtteri Bottas.

Foto: Sauber Motorsport

Von diesem Wechsel hält Bottas nicht viel

Rochade bei Sauber

Im GP von Miami machte Sauber nur neben der Rennstrecke Schlagzeilen. Und der Sieger hiess wieder einmal nicht Verstappen.

Das grosse Thema in der Formel 1 am GP von Miami war neben dem ersten Sieg von McLaren-Pilot Lando Norris der Abgang von Designer-Legende Adrian Newey bei Red Bull. Doch auch ums Hinwiler Sauber-Team gab ein Personalentscheid zu reden: Valtteri Bottas erhielt einen neuen Renningenieur.

Und der Finne machte keinen grossen Hehl daraus, dass er nicht viel von diesem Wechsel hält. In der offiziellen Pressekonferenz am Donnerstag war seine Körpersprache eindeutig – und der sonst betont lockere und gut aufgelegte Finne plötzlich wortkarg.

«Das ist eine Frage für das Team», sagte er, als es um die Gründe für den Wechsel ging. «Es war ein plötzlicher Wechsel.» Einer, den er begrüsst? Bottas wich aus. «Es ist wohl Teil der Transformation des Teams. Einige Leute gehen, andere kommen dazu. Viele dieser Entscheide sind nicht in meiner Hand.»

Der Renningenieur ist mit die wichtigste Bezugsperson für jeden Formel-1-Piloten. Vor zwei Wochen in China war Alex Chan noch der Ansprechpartner für Bottas am Boxenfunk. Seit 2014 arbeitet der Brite bei Sauber, und seit Bottas 2022 zu den Hinwiler stiess, war Chan sein Renningenieur.

Valtteri Bottas
Seit Valtteri Bottas 2022 zu Sauber kam, war Alex Chan (rechts) sein Renningenieur.

Vor wenigen Tagen wurde Chan nun durch Steven Petrik ersetzt, ebenfalls ein Brite. Petrik arbeitete seit achteinhalb Jahren für Ferrari, wechselte nun offenbar während der Saison zu Sauber – und übernahm Chans Posten an der Boxenmauer ausgerechnet an einem Rennwochenende mit einem zusätzlichen Sprintrennen. Zeit, um sich einzugewöhnen, gibt es da noch weniger als sonst. «Mit einem Neuen zu arbeiten, wird gerade an diesem Wochenende nicht einfach sein», sagte Bottas am Donnerstag.

Der Kommunikationsfehler und die Strafe

Er sollte schneller recht erhalten, als ihm lieb sein konnte. Schon in der zweiten Session am Freitag, der Qualifikation zum Sprint, verpasste es Petrik, den sich nicht auf einer schnellen Runde befindenden Bottas vor dem herannahenden Oscar Piastri zu warnen. Prompt behinderte Bottas den McLaren-Piloten auf einer fliegenden Runde – und kassierte als Strafe eine Rückversetzung in der Startaufstellung.

An engineer at work in the Stake F1 Team Kick Sauber garage; 2024 Miami Grand Prix, Formula One World Championship
Der Neue am Kommandostand: Steven Petrik kam von Ferrari zu Sauber.

Solche Fehler können passieren – für die Zusammenarbeit von Bottas und Petrik, der bei Ferrari nie die Rolle eines Renningenieurs bekleidet hatte, war es ein denkbar schlechter Start. Und für Bottas, dessen Vertrag Ende Saison wie jener seines Teamkollegen Zhou Guanyu ausläuft, könnte der plötzliche Wechsel an seiner Seite ein Indiz dafür sein, dass das Team nicht mehr wirklich auf ihn setzt.

Wohl nicht erst, seit vor zehn Tagen Nico Hülkenberg für die Saison 2025 verpflichtet wurde, weiss Bottas, dass er um sein Cockpit kämpfen muss. Immer wieder sagte der Finne in der Vergangenheit, er wolle auch noch in Hinwil sein, wenn Sauber ab 2026 Audi-Werksteam werde. «Der Fahrermarkt beginnt sich zu bewegen», sagt Bottas. «Ich spreche mit mehreren Teams. Manche Gespräche sind weiter fortgeschritten als andere. Wir werden sehen.»

Seidl: «Schauen auch Bottas und Zhou an»

Petriks Wechsel von Ferrari zu Sauber muss offenbar sehr kurzfristig gekommen sein. Sein LinkedIn-Profil hat er noch nicht entsprechend aktualisiert. Auf dem Profilfoto ist er mit Carlos Sainz zu sehen. Und dieser gilt bekanntlich als Topkandidat für das Sauber-Cockpit neben Hülkenberg.

Eine offizielle Bestätigung dazu gibt es natürlich nicht. Sauber-CEO Andreas Seidl sagte vor einigen Tagen in einem Interview lediglich, man führe Gespräche, beobachte den Markt und «natürlich weiter auch die Performance von Bottas und Zhou».

Was er in Miami zu sehen bekam, dürfte nicht eben hilfreich gewesen sein. Sowohl im Sprint (Zhou 11., Bottas 14.) als auch im Rennen vom Sonntag (Zhou 14., Bottas 16.) blieben die beiden Sauber-Piloten im Kampf um WM-Punkte chancenlos. Schlimmer noch: Dank dem 10. Rang von Esteban Ocon holte auch Alpine erstmals in dieser Saison einen Punkt. Nur noch Williams und Sauber sind ohne Zähler.

Erster Sieg für Lando Norris

Erstmals das Punktemaximum gab es in Miami für Lando Norris im McLaren. Der 24-jährige Brite feierte in seinem 110. Grand Prix seine Siegpremiere. Zwar profitierte er von einer Safetycar-Phase, die er für seinen einzigen Boxenstopp nutzte. Doch der McLaren, der in Miami ein umfangreiches Update erhielt, entpuppte sich als das schnellste Auto im Feld.

Der von der Poleposition aus gestartete WM-Leader Max Verstappen fand kein Mittel und musste sich mit Rang 2 begnügen – rund siebeneinhalb Sekunden hinter Norris. Den dritten Podestplatz belegte Ferrari-Pilot Charles Leclerc mit zehn Sekunden Rückstand auf den Sieger.

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