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So schnell wie sie bechert fast keine

Seraina Toms türmt Becher innert weniger Sekunden zu unterschiedlichen Pyramiden. Die Hinwilerin ist sogar Weltmeisterin im sogenannten Sportstacking.

Die Hinwilerin Seraina Toms möchte inskünftig ihren Sport in der Region bekannter machen.

Foto: Simon Grässle

So schnell wie sie bechert fast keine

Hinwiler Sportstackerin

Koordination, Geschicklichkeit und flinke Finger – Seraina Toms bringt alles mit. Die Hinwilerin ist sogar Weltmeisterin und will nun ihre Sportart in der Region bekannter machen.

Sportstacking. Oder ganz einfach auf Deutsch – Sportstapeln. Unter dem Begriff können sich wohl die wenigsten konkret etwas vorstellen. Und so sagt Seraina Toms, auf eine einfache Erläuterung angesprochen: «Ich staple Plastikbecher, und dies sehr schnell.»

Es ist keine Übertreibung. Das wird spätestens beim Blick auf eines der Trainingsvideos der Hinwilerin klar. Innert weniger Sekunden türmt sie da die zwölf Becher zu unterschiedlichen Pyramiden auf und baut sie im Nu wieder ab.

Wie flink Toms hantiert, zeigte sie eben an den Weltmeisterschaften in Orlando (USA), wo sie mehrere Spitzenklassierungen in ihrer Altersklasse erreichte. Ihr Höhepunkt: Im 3-6-3 – einer von drei Einzeldisziplinen – holt die 23-Jährige den WM-Titel. Es ist Toms’ bis anhin wertvollster Sieg. Selbst wenn es nicht ihr erster WM-Titel ist.

Bereits vor zwei Jahren schaffte sie es im Doppel mit der Bernerin Simea Fehrenbach zuoberst aufs Podest. Pandemiebedingt fand der Anlass damals aber an verschiedenen Standorten statt. Die Resultate wurden gesammelt und dann in einer Rangliste zusammengetragen.

Hinwiler Weltmeisterin in Sportstacking Seraina Toms im Wetziker Pfadihaus.
Seraina Toms erreichte an der WM in Orlando mehrere Spitzenklassierungen.

Das Gefühl beim Triumph im Bundesstaat Florida, wo über 250 Sportlerinnen und Sportler aus 17 Ländern teilnahmen, war da ein ganz anderes.

Ein Becherset löst alles aus

Die Erfolge von Toms kommen nicht von ungefähr. Weit über zehn Jahre ist es schon her, als sie in einem Video Sportstacking für sich entdeckte und dann zu Weihnachten ein erstes Becherset geschenkt bekam. Die polysportive Oberländerin, die in ihrer Jugend auch Karate und Tischtennis betrieb, fand schnell Gefallen. 2016 trat sie erstmals an Schweizer Meisterschaften an – und holte gleich eine erste Medaille.

Toms, die bis anhin zu Hause für sich Becher stapelte, kam mit anderen Leuten in Kontakt – und trat dem TSV Concordia Baar bei, einem von schweizweit zwei Vereinen mit einem eigenen Stacking-Team. Einmal in der Woche reist sie seither zum Training in die Zuger Gemeinde. Ansonsten übt sie regelmässig für sich zu Hause in Hinwil.

Toms will nun einen Schritt weitergehen – und den Sport im Oberland bekannter machen. Ab Anfang Mai kann sie jeden zweiten Montag im Pfadihaus Wetzikon einen Raum für ihren Sport nutzen. Sie hofft, damit Interessierte aus der Region zu begeistern. «Ich kann jeder Person innerhalb einer Stunde die Abläufe beibringen», sagt sie. Alles weitere ist Übungssache. Besondere Fähigkeiten seien nicht nötig. Ausserdem ist es ein Sport für jedes Alter.

In den USA entstanden

Seinen Ursprung hat der Geschicklichkeitssport in den USA, wo er an kalifornischen Schulen in den 1980er Jahren entwickelt wurde. Bis der Trend allerdings in die Schweiz schwappte, dauerte es einen Moment. Erst seit 2008 sind die schnellsten Sportstackerinnen und Sportstacker des Landes international unterwegs.

Auch Seraina Toms kommt durch ihr Hobby für Welt- und Europameisterschaften weit herum – von Spanien bis nach Singapur. Die Gruppenleiterin einer Kindertagesstätte in Wetzikon opfert dafür nicht nur einen Teil ihrer Ferien, sondern finanziert auch die Reisen grösstenteils selbst. «Zu gewinnen gibt es einzig Medaillen und Pokale – und ganz viel Stolz», sagt sie.

Daneben ist es gerade das Miteinander im Training und bei Wettkämpfen, was sie herausstreicht. «Daraus sind Freundschaften entstanden», sagt sie.

Als nächster Saisonhöhepunkt steht für Toms nun Ende Juli die EM in Achim (GER) an. Für sie ist klar: «Da möchte ich wieder auf dem Podest stehen.» Und besonders gross ist die Vorfreude auf eine Premiere. Ziemlich genau in einem Jahr findet nämlich erstmals eine Weltmeisterschaft in der Schweiz – im luzernischen Reiden – statt. «Ich hätte nie gedacht, dass kleine Setbecher etwas so Grosses auslösen können», sagt Toms.

Sportstacking im Oberland: Pfadihaus Wetzikon, Bolstrasse 6, Wetzikon. – Termine: 6. und 27. Mai sowie 10. Juni. Kontakt: E-Mail sportstacking.zuerioberland@gmail.com.

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