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Erst Kuhnagel, dann Tränen – und nun «tut alles noch ein wenig weh»

Randy Krummenacher fuhr in Le Mans so viel und so lange wie noch nie. Wie viel Schlaf gabs? Und wie hat er die Strapazen überstanden? Das sagt der Grütner im Interview.

Erstmals beendete Randy Krummenacher ein 24-Stunden-Rennen – und ist mit dem Resultat zufrieden.

Foto: PD

Erst Kuhnagel, dann Tränen – und nun «tut alles noch ein wenig weh»

Grütner Töffpilot nach 24-Stunden-Debüt

So erlebte der Grütner Randy Krummenacher (34) sein erstes 24-Stunden-Rennen von Le Mans.

Randy Krummenacher, Sie haben Ihr erstes 24-Stunden-Rennen in der WM als Fünfter beendet. Was war der emotionalste Moment?

Randy Krummenacher: Ich durfte sowohl den ersten als auch den letzten Stint (Rennabschnitt – die Red.) fahren. Am Start war die Atmosphäre unglaublich. Erst die Hymne, dann geht die Flagge runter, und man rennt los zum Töff und hört die Anfeuerungsrufe des Publikums, das war beeindruckend. Im Ziel war es sehr emotional, nach einem so langen Rennen fühlte es sich wie im Film an – da hatte ich Hühnerhaut und verdrückte die eine oder andere Träne.

Wie haben Sie die Strapazen körperlich überstanden?

Es tut schon noch alles ein wenig weh, und mehr schlafen sollte ich auch. Ich muss mich noch erholen. Le Mans ist eine sehr anspruchsvolle Strecke, und mit unserer Honda hat man auch auf der Geraden bis zum Anbremsen zu tun, damit das Vorderrad auf dem Boden bleibt. Anspruchsvoll waren auch die Bedingungen, in der Nacht hatten wir nur zwei Grad. Ich hatte einmal einen richtig aggressiven Kuhnagel.

Sie fuhren jeweils rund einstündige Stints – das ist deutlich länger als in Ihren bisherigen Rennserien. Wie kamen Sie zurecht?

Es war schon eine Umstellung, aber es liegt mir eigentlich. Ich fuhr jeweils über 35 Runden den Tank leer, dann übernahm einer meiner beiden Teamkollegen. Das ist viel. Aber es gefällt mir sehr gut. Ich hatte schon immer eine gute Ausdauer, das hilft mir natürlich. Und meine Erfahrung auch.

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Fahren bei Dunkelheit – das ist Neuland für Randy Krummenacher.

Was machten Sie zwischen den Stints?

In diesen zwei Stunden gibt man zuerst ein Feedback an das Team, dann zieht man sich um, isst etwas. Und man muss auch rechtzeitig bereit sein, falls der Teamkollege früher als geplant an die Box kommt.

Wie viel Schlaf passte da rein?

Jeweils eine Viertelstunde, dann weckte mich meine Partnerin Serena wieder. Gegen den Morgen habe ich mich entschieden, gar nicht mehr zu schlafen. Ich hatte das Gefühl, es mache mich noch müder, und schaute lieber mit dem Physiotherapeuten, dass ich mich körperlich gut fühlte.

Sie haben Ihre Partnerin Serena angesprochen – Sie haben sich auf Social Media bei Ihr bedankt, man sieht in einem Video, wie sie Helmvisiere poliert. Um was hat sie sich noch gekümmert?

Sie hat sich natürlich nicht nur um den Helm gekümmert, sondern eigentlich alles koordiniert, damit ich einfach Töff fahren kann. Sie hat die Zeiten mit dem Team besprochen, organisiert, dass das Essen parat und auch warm ist – und ganz viele weitere Dinge. Wir arbeiten zusammen, sie ist ein Teil von mir – es ist extrem schön so.

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Ein eingespieltes Duo: Randy Krummenacher und seine Partnerin Serena.

Schön war auch das Resultat – das Tati-Team war das beste Privatteam hinter vier Werksteams, und das im ersten Rennen nach dem Markenwechsel zu Honda.

Es war schon noch nicht alles super, wir sammeln noch Erfahrungen mit dieser Maschine. Aber nun haben wir enorm viel gelernt, was wir bei Tests nie hätten lernen können. Wir hatten zwar einige Probleme, aber trotzdem schaute dieser 5. Rang heraus. Damit können wir absolut zufrieden sein.

Peilen Sie nun Podestplätze an? Oder sind die Werksteams zu weit weg?

Die sind schon sehr stark, sie haben erfahrene und schnelle Fahrer, sie haben Werksreifen, mehr Personal als wir und sind auch punkto Material besser aufgestellt als wir. Aber verstecken müssen wir uns nicht, meine beiden Teamkollegen und ich sind sehr konstant gefahren, haben kaum Fehler gemacht und Stürze vermieden. Wenn wir die Elektronik und das Fahrwerk noch etwas optimieren können, dann liegt durchaus eine Verbesserung drin. Und warum auch nicht ein Podestplatz? Dass wir das Podium nun anpeilen, würde ich aber nicht sagen – wir konzentrieren uns darauf, unseren Job zu machen. Vor dem nächsten Rennen stehen noch Tests an.

Wie lange haben Sie eigentlich nach dem Rennen geschlafen?

Nur zwei Stunden, schliesslich warteten meine Kinder auf mich. Die wollten ihren Papi, nachdem er 24 Stunden weg war (lacht). In der Nacht auf Montag schlief ich dann aber schon noch richtig.

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