Eine Million Löcher für die Promi-Springreiter
Pferdesporttage Uster
Die Pferdesporttage Uster ziehen stets grosse Namen wie Martin Fuchs an – das hat auch mit der Unterlage zu tun.
Rasen oder Sand? Diese Frage stellt sich der Reitverein Uster nicht – respektive die Antwort ist klar: Rasen. Die Unterlage ist eines der grossen Verkaufsargumente der Pferdesporttage Uster. Der Rasen zieht die Spitzenreiter an – das ist 2024 nicht anders als sonst.
Wie etabliert und beliebt das Turnier ist, zeigt sich immer wieder von Neuem – auch 2023 wurden die Pferdesporttage zu einem der besten nationalen Concours gewählt. Auch das hat mit der Unterlage zu tun, die bei den Reitern etwa deshalb geschätzt wird, weil es sie nicht mehr so oft gibt wie früher.
Doch wie geht es dem Rasen nun, nach einigen sehr kalten Tagen, an denen teilweise Schnee fiel und die Temperaturen nachts bis um den Gefrierpunkt sanken? Bei den Organisatoren des RV Uster sorgt das nicht für Nervosität.
Ueli Hänni, Mitglied der Betriebskommission des RVU, sagt: «Der viele Sand, den wir in unserem Boden haben, führt nicht nur das Regenwasser schnell ab, sondern trägt auch dazu bei, dass der Boden bei Frost kaum Schaden nimmt und sehr schnell wieder abtaut.»
65 Tonnen Sand im Boden
Entwarnung also, was den Rasen anbelangt – er wird wie üblich bereit sein für die 25 Prüfungen an sieben Tagen. Bereit sein muss er aber nicht nur einmal pro Jahr für die Pferdesporttage – der Rasen ist ein Ganzjahresprojekt. Denn der Reitverein braucht ihn beispielsweise auch für Trainings.
Rund ein halbes Dutzend Personen sind mit der Pflege betraut. Regelmässig muss der Rasen geschnitten und gedüngt werden – und im Herbst stehen oft Sanierungen an. Letzten September war eine Grosssanierung an der Reihe.
Dabei wurden über eine Million 18 Zentimeter lange Löcher in den rund 9000 Quadratmeter grossen Platz gebohrt – 130 pro Quadratmeter – und mit rund 65 Tonnen Sand befüllt, damit das Wasser auch weiterhin schnell ablaufen kann. Solange es also nicht schüttet wie aus Kübeln, dürfte es keine Probleme geben. Und zumindest für dieses Wochenende ist die Wetterprognose nicht schlecht – derzeit sieht es nicht nach Regen aus, es wird wieder wärmer, und die Sonne dürfte sich zeigen.
Der eigentliche sportliche Turnierhöhepunkt steht am 1. Mai an mit dem Grossen Preis, der auch eine Etappe der Longines Championship Series ist. Dann geben sich die Spitzenreiter des Landes die Ehre. Allen voran der Bietenholzer Martin Fuchs, der im letzten Jahr in Uster den GP gewann und drei weitere Prüfungen für sich entschied.
Für den aktuellen Weltranglistenvierten, der Mitglied im RVU ist, gehören die Pferdesporttage wie eine Selbstverständlichkeit zum Jahresprogramm – er wird wie auch andere Athletinnen und Athleten aus dem nationalen Elitekader schon am Freitag und am Sonntag mit verschiedenen Pferden im Einsatz stehen.
Willkommene Gelegenheit für den Nachwuchs
Der Samstag gehört dieses Jahr dem Nachwuchs, für den das Turnier um einen Tag verlängert wurde. Die fünf Prüfungen, die an diesem Tag angesetzt sind, finden im Rahmen der Swiss Equestrian Talents Serie statt, in der Uster die zweite von vier Stationen ist.
Das hat wiederum mit dem Rasen zu tun. In Uster finden die Nachwuchskräfte eine in der Schweiz selten gewordene und deshalb sehr willkommene Gelegenheit zur Vorbereitung auf spätere Karriereziele: die ebenfalls auf Rasen stattfindenden grossen internationalen Turniere. Gebrauch davon machen beispielsweise der Genfer Edouard Schmitz, die Nummer 8 der U25-Weltrangliste, oder auch Joana Schildknecht, die im weltweiten U25-Ranking den 92. Rang belegt.
Am zweiten Wochenende, das den Amateuren und den regionalen Reitern gehört, setzen die Veranstalter auf Bewährtes: das Derby vom 3. Mai, in dem es nicht nur mehr Hindernisse als üblich gibt, sondern auch natürliche Hindernisse wie etwa Gräben, Treppen oder Baumstämme. Und im OKV Coupe vom Samstag treten Dreierequipen von regionalen Reitvereinen gegeneinander an.
