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Tesfay muss Olympia-Traum begraben

Kein Wettkampfglück für Simon Tesfay. Für den Ustermer reichte es an den Schweizer Marathon-Meisterschaften nur zu Bronze.

Für Simon Tesfay (Nummer 5) endeten die Schweizer Meisterschaften erneut mit einer Enttäuschung.

Foto: Robert Pfiffner

Tesfay muss Olympia-Traum begraben

Enttäuschung bei Ustermer Läufer

Am Zürich Marathon wollte der Ustermer Simon Tesfay den langersehnten Schweizer-Meister-Titel erobern. Er scheiterte. Dafür profilierte sich Klubkollegin Andrea Meier.

Jörg Greb

Letztes Jahr stellte sich der Ustermer Simon Tesfay bei seiner ersten Möglichkeit zum Gewinn einer Medaille bei den Schweizer Meisterschaften Grosses vor. Und die Silbermedaille war eine bittere Enttäuschung.

In diesem Jahr schaute im Rahmen des Zürich Marathons Bronze heraus, und die Betroffenheit beim Routinier war erneut riesig. Den Traum, die (kleine) Möglichkeit für eine Olympia-Qualifikation, muss er definitiv begraben.

Der Hauptgrund ist rasch gefunden: das Wetter mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und Regen, Schneefall und gar Hagel.

Gleiche Bedingungen, gleiches Rennen, aber entgegengesetzte Empfindungen zeigten sich bei Andrea Meier. Die Klubkollegin von Tesfay – auch sie wird von Trainer Urs Zenger im LC Uster betreut – lachte im Ziel: «Nass und kalt, so mag ich es zum Laufen.»

Bei der 31-Jährigen stimmte alles. Sie teilte das Rennen vorzüglich ein, hatte stets erfahrene Marathonläufer um sich. Und mit Juan Gutierrez-Meyer gar einen Klubkollegen, der sie lange unterstützte (2:43:24).

Man sieht eine Frau in Rennkleidung.
Andrea Meier (hier am Greifenseelauf) konnte sich über SM-Silber freuen.

Trotz Meistertitel – eine Premiere für sie – wurden die letzten 10 km auch für Andrea Meier zur Belastungsprobe. Die Muskulatur der Oberschenkel verkrampfte sich. Jetzt aber erkannte sie, dass sich die Zurückhaltung bis zur 30-km-Marke auszuzahlen begann. Auf diesem Schlussabschnitt machte sie weitere Positionen im Overall-Klassement gut.

Bestzeit deutlich unterboten

Andrea Meiers Glück widerspiegelt sich in der Schlusszeit: Mit 2:41:34 Stunden verbesserte sie ihre bisherige Marathon-Bestmarke um fast zwei Minuten. Hinter der russischen Siegerin Dina Alexandrova (2:29:00) und drei Afrikanerinnen belegte sie Platz 5. «Mein bisher grösster Erfolg», ordnete sie ein.

Jetzt wird die 2:40-Stunden-Grenze fällig, und ich kann langsam an internationale Meisterschaften denken.

Andrea Meier

Und das Resultat weckt bei der Sekundarlehrerin Ansprüche: «Jetzt wird die 2:40-Stunden-Grenze fällig, und ich kann langsam an internationale Meisterschaften denken.» Trainer Zenger nickt: «Berücksichtigt man den Regen und die Kälte, entspricht diese Leistung bereits einer Zeit von weniger als 2:40 Stunden.»

Das Tempo gedrosselt

Zurück zu Tesfay. Der 39-Jährige liess sich durch die Bedingungen nicht vom Titelwunsch abbringen. Auf den letzten 10 km aber machten sich einmal mehr seine Empfindlichkeit und seine Anfälligkeit auf Kälte und Nässe bemerkbar. Die Muskulatur kühlte aus. Der Rücken begann zu schmerzen. Er musste sein Tempo drosseln.

Statt mit dem neuen Schweizer Meister Patrik Wägeli um Gold zu kämpfen, verlor er bis ins Ziel rund fünf Minuten. Rang 7 (und Bronze in der Schweizer Meisterschaftswertung) sowie die Zeit von 2:17:44 entsprechen nicht seinem Standard.

Bereits um die zweite Enttäuschung handelt es sich für ihn in diesem Jahr. Beim Sevilla Marathon Mitte Februar hatte sich Tesfay euphorischer an die Startlinie begeben. Die Olympia-Limite (2:08:10) wollte er mit einem forschen Fahrplan attackieren.

Allerdings bremste ihn schon damals der Rücken aus: bei Kilometer 33. Vorzeitig aussteigen kam für ihn wie gestern aber nicht infrage: «Ich wäre mir vorgekommen, als hätte ich die Familie im Stich gelassen.» Nach 2:15:36 erreichte er damals das Ziel.

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