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Er nimmt den nächsten Anlauf in einer Herzenssache

Randy Krummenacher hat in seinem Rennfahrerleben schon fast alles gemacht. Nun betritt der Grütner in der Langstrecken-WM teils Neuland.

Randy Krummenacher in der Box in Le Mans: Die Langstrecken-WM bedeutet teils Neuland für ihn.

Foto: PD

Er nimmt den nächsten Anlauf in einer Herzenssache

Krummenachers Saisonstart

Der Grütner Randy Krummenacher startet heute am 24-Stunden-Rennen von Le Mans in die Langstrecken-WM.

Die Motivation: Ein lang gehegter Traum

Randy Krummenacher ist längst nicht mehr nur Töffrennfahrer, sondern auch Tester und vor allem auch Ausbildner – mit seiner Frau zusammen betreibt er eine Rennsportschule. Im Rennsport hat er schon alles Mögliche erlebt: je fünf Jahre Moto3 und Moto2, vier Saisons in der Supersport-WM, eine in der Superbike-WM – und zuletzt eine in der MotoE, der er trotz einem Sieg und vier Podestplätzen und dem 5. Gesamtrang den Rücken kehrte.

Seit seinem Supersport-Weltmeistertitel 2019 wurde der Grütner mit seinen Engagements wählerischer, stets schwang mit, dass er niemandem mehr etwas zu beweisen hat – und vor allem nicht mehr für Startplätze bezahlen wollte.

Doch einen Traum verfolgte er weiter: endlich in der Langstrecken-WM zu starten. Er bezeichnete das stets als emotionale Sache, weil auch sein Vater in dieser Szene unterwegs war. «Wenn ich dort Erfolge feiern könnte, würde mir das viel bedeuten.»

Der Weg: Beim dritten Anlauf solls klappen

Es ist nicht das erste Mal, dass Krummenacher nun mit der Langstrecken-WM in Berührung kommt. Als Ersatzfahrer durfte er vor einigen Jahren schon einmal schnuppern, ein erster Versuch als Fixstarter schlug 2022 fehl – da hatte er zwar einen Vertrag, kam aber nie zum Einsatz, weil er zuerst mit den Folgen einer Covid-Erkrankung zu kämpfen hatte und sich dann in der italienischen Meisterschaft einen Wadenbeinbruch zuzog.

Im letzten Jahr dann kam er endlich zum Debüt – das französische Privatteam Tati Beringer verpflichtete ihn für das legendäre 24-Stunden-Rennen Bol d’Or in Le Castellet. Das Ziel sah das Team damals wegen eines Motorschadens nicht – nach 18 Stunden an vierter Stelle liegend notabene.

Eine bittere Erfahrung, die bei Krummenacher aber auch die Lust auf mehr weckte. «Vor meinen Augen hat sich eine neue und interessante Welt aufgetan», sagte er danach. Bei seinem dritten Anlauf will er nun für eine komplette Saison in diese Welt eintauchen.

Das Team: Markenwechsel und grosse Ambitionen

Das unter französischer Flagge fahrende Privatteam Tati Beringer Racing gibt es seit 1998. 2018 gewann es den Langstrecken-Weltmeistertitel in der Superstock-Klasse und versucht seither sein Glück in der höchsten Klasse – sie nennt sich Formula EWC. Zu den Top-Favoriten gehört Tati Beringer dort nicht – um die Plätze ganz an der Spitze werden die Werksteams kämpfen.

Teammanager Patrick Enjolras hat als Ziel ausgegeben, das beste Privatteam zu sein – und das, obwohl die Equipe gerade einen Markenwechsel von Kawasaki zu Honda hinter sich hat. Die Trainings in Le Mans verliefen durchaus verheissungsvoll, das Team qualifizierte sich für den 7. Startplatz. Krummenacher fuhr dabei die schnellste Runde des Tati-Trios.

Der 34-jährige Oberländer teilt sich das Motorrad mit den beiden Franzosen Hugo Clere (29) und Corentin Perolari (26) – das Trio bestreitet jeweils einstündige Einsätze, was für Krummenacher ungewohnt ist. Seine Rennen dauerten bisher jeweils gut 30 Minuten – zuletzt in der MotoE waren es gar nur zwischen 10 und 15 Minuten.

Das Rennprogramm: Überschaubar, aber intensiv

Viele Rennen stehen nicht auf dem Kalender der Langstrecken-WM. Lediglich vier sind es: die 24 Stunden von Le Mans am 20. April, die 8 Stunden von Spa am 8. Juni, die 8 Stunden von Suzuka am 21. Juli und das 24-Stunden-Rennen Bol d’Or am 14. September.

Doch die einzelnen Stationen haben es in sich – es sind quasi verlängerte Rennwochenenden. Der Saisonauftakt in Le Mans begann am Mittwoch mit einer Fahrerparade und der Teampräsentation, am Donnerstag und Freitag standen Trainings und zwei Qualifying-Sessions an. Und am Samstag steht ein Warm-up an, ehe um 15 Uhr der Startschuss zum 24-Stunden-Rennen fällt.

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