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Tickets, Tränen und Topzeiten

Die Schweizer Schwimmelite mass sich in Uster – und schrieb einige schöne Geschichten.

Sie haben ihr Olympia-Ticket bereits auf sicher: Noe Ponti, Roman Mityukov, Thierry Bollin und Antonio Djakovic (von links) posieren im Ustermer Hallenbad.

Foto: Keystone

Tickets, Tränen und Topzeiten

Schwimm-SM in Uster

Der Schwimmclub Uster organisierte die Schweizer Langbahn-Meisterschaften nicht nur, sondern dominierte sie auch. Die grössten Geschichten aber schrieben keine Ustermer.

Dass Noe Ponti eine der grossen Figuren dieser Schweizer Meisterschaften sein würde, war absehbar – schliesslich wurde er erst Ende März als bester europäischer Schwimmer des letzten Jahres ausgezeichnet. Doch was der Tessiner von Donnerstag bis Sonntag im Buchholz-Becken zeigte, hatte wohl nicht mal er selber so erwartet.

Über 50 m Schmetterling und über 100 m Schmetterling brach er nicht nur seinen eigenen Schweizer Rekord, sondern stellte auch gleich Jahresweltbestleistungen auf. Bemerkenswert ist vor allem: Auf beiden Distanzen waren nur fünf Schwimmer jemals schneller als der 22-Jährige.

«Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich wieder richtig schnell schwimmen kann. Ich freue mich auf diesen Sommer», schrieb Ponti auf Instagram.

Damit sind natürlich die Olympischen Spiele in Paris gemeint, die nicht nur für den Tessiner das Saisonziel sind. Die Tickets nach Paris gabs in Uster symbolisch am Samstagabend für jene Schwimmer, die sich bereits qualifiziert hatten. Neben Ponti sind das Antonio Djakovic und Roman Mityukov.

Was da noch niemand wusste: Am Sonntag löste ein weiterer Athlet das Olympia-Ticket – und sorgte für den wohl emotionalsten Moment der SM. Immer wieder war Thierry Bollin zuvor sehr knapp an der Limite über 100 m Rücken gescheitert. Am Sonntagmorgen knackte er sie – um sieben Hundertstel. Danach flossen beim Berner die Freudentränen.

Thierry Bollin
Daumen hoch mit Tränen in den Augen: Thierry Bollin nach seiner Olympia-Qualifikation.

Viel Grund zum Feiern hatte aber auch der veranstaltende Schwimmclub Uster (SCU). Mit total 29 Medaillen (14 Gold, 8 Silber, 7 Bronze) war der SCU an der Heim-SM der erfolgreichste Klub. Bemerkenswert: Mit 53 Athletinnen und Athleten stellten die Ustermer «nur» die zweitgrösste Delegation nach den Limmat Sharks Zürich (58).

Erfolgreichster Schwimmer war ebenfalls ein Ustermer: Antonio Djakovic sicherte sich sechs Meistertitel und eine Bronzemedaille. Seine Schwester Vanna Djakovic überzeugte mit sechs Medaillen (4 Gold, 2 Bronze) ebenfalls. Und mit Lena Kreundl (4 Gold, 2 Silber, 1 Bronze) stammt auch die erfolgreichste Frau aus dem SCU – weil die Österreicherin über eine Schweizer Lizenz verfügt, kann sie SM-Medaillen gewinnen.

Auch die beiden weiteren Schweizer Rekorde neben jenen von Ponti gingen auf das Konto des SCU. Das Quartett Lea Harrison, Angelina Patt, Panna Kliment und Lena Kreundl senkte den Landesrekord über 4x100 m Freistil auf 3:48,04 Minuten. Und über 4x200 m Freistil stellten die Ustermerinnen in der Besetzung Harrison, Djakovic, Patt und Kreundl in 8:17,25 Minuten eine Bestmarke auf.

Die Bilanz der Wettkämpfe fiel nicht nur für den veranstaltenden SCU positiv aus, sondern auch für den nationalen Verband Swiss Swimming, wie Leistungssportchef Markus Buck in einer Medienmitteilung sagt. Erfreulich seien insbesondere die vielen unterbotenen EM-Limiten – an den Europameisterschaften im Juni in Belgrad dürfte die Schweizer Delegation rund 12 bis 15 Athletinnen und Athleten stark sein.

Zudem sei beim Nachwuchs die Leistungsdichte so hoch, dass für die Junioren-EM im Juli in Vilnius das Unterbieten einer Limite noch keine Selektion sichere – die Startplätze pro Nation sind beschränkt.

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