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Uster zeigt Geduld und dreht die Partie

Eine Winter-Neuverpflichtung ermöglicht dem FC Uster ein Start nach Mass. Dieser gelingt gleich ein Doppelpack beim 2:1 über Weesen.

Jugend gegen Alter: Usters Finn Knecht (rechts) gegen Weesens Ex-Profi Pa Modou.

Foto: Robert Pfiffner

Uster zeigt Geduld und dreht die Partie

Heimsieg für FCU

Daniel Hess

Der FC Uster ist erfolgreich in die Rückrunde gestartet. Der interregionale Zweitligist bekundete gegen Weesen zwar Mühe, gewann nach einem Rückstand aber noch 2:1.

Das hatte sich der FC Uster nach der gelungenen Vorbereitung etwas einfacher vorgestellt. Die Ustermer taten sich zum Auftakt in die Rückrunde gegen den Tabellenvorletzten Weesen lange Zeit schwer und lagen noch nach einer Stunde im Hintertreffen.

«Die Meisterschaft ist halt immer ein völlig anderes Brett als Freundschaftsspiele», sagte Etienne Scholz hernach. Grund zur Freude hatte Usters Trainer aber dennoch. Seine Mannschaft, in deren Startformation grossmehrheitlich Teenager standen, bewies nämlich Geduld und fand einen Weg, die Partie zu kehren, und siegte dank zweier Tore von Neuzugang Ante Batinic noch 2:1.

Faden reisst nach gutem Beginn

Die Anfangsphase war den Ustermern noch wie gewünscht geglückt. Sie zwangen dem erneut von der Relegation bedrohten Absteiger ihr Spiel auf und erzeugten vor allem mit Angriffen über die Seite für Gefahr. Der gegnerische Keeper oder ein Eingreifen eines Verteidigers verhinderten aber jeweils das erste Tor für das Heimteam.

Die Spieler machten plötzlich Dinge, die wir so nicht trainiert hatten.

Etienne Scholz, Trainer FC Uster

Nach einem Wechsel in der Offensive, der nach dem verletzungsbedingten Ausfall Raphael Bachmanns nötig geworden war, verlor der FCU aber den Faden. «Die Spieler machten plötzlich Dinge, die wir so nicht trainiert hatten», wunderte sich Scholz. Währenddessen fanden die St. Galler, die allmählich höher verteidigten, über die Physis ins Spiel und kamen nach Balleroberungen auch zu ihren ersten, allerdings eher harmlosen Abschlüssen.

Widerstand nicht mehr gewohnt

In der Folge liessen sich die Ustermer allzu häufig in Zweikämpfe verwickeln, begingen unnötige Fouls und haderten mit Schiedsrichterentscheidungen. Nach den zuletzt teils mit Leichtigkeit errungenen Siegen gegen unterklassige Gegner schien das Heimteam heftigen Widerstand nicht mehr gewohnt zu sein.

Das Gegentor zum 0:1, das in der 35. Minute nach einem Freistoss fiel, kam zu diesem Zeitpunkt der Partie jedenfalls nicht überraschend.

Uster stellt um und trifft

In der Pause appellierte Scholz an die Geduld seiner Schützlinge und stellte die Positionen im Angriff um. Tatsächlich gelang es dem FCU so den Gegner, der vor allem darauf bedacht war, die Mitte zu schliessen, wieder in den Griff zu kriegen.

Die Ustermer waren nun wieder deutlich mehr im Ballbesitz und erspielten sich weitere Möglichkeiten, die aber zunächst ausgelassen wurden; am knappsten scheiterte Ruben Pinnelli, der nur die Latte traf. Erfolgreich war erst der kurz zuvor eingewechselte Ante Batinic, der das Skore nach einer guten Stunde mit einem satten Flachschuss ausglich.

Batinic doppelt nach

Nachdem der Captain der Gäste nach seinem x-ten Foul mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen worden war, akzentuierte sich die Überlegenheit der favorisierten Ustermer. Zum Matchwinner avancierte schliesslich der in der Winterpause aus Kroatien zum FCU gestossene Batinic. Er schloss wenige Minuten vor dem Ende einen ebenso sehenswerten wie schnellen Angriff zum 2:1 ab und bescherte seinem neuen Team damit bei seinem Meisterschaftsdebüt gleich den Sieg. Dass die Ustermer danach den dritten Treffer gleich zweimal auf fahrlässige Weise vergaben, fiel nicht mehr ins Gewicht.

Ob er sich Unkonzentriertheiten dieser Art auch nächstes Wochenende wird leisten können, ist jedoch fraglich. Dann nämlich reist der FC Uster zum unangefochtenen Leader SV Schaffhausen.

Uster - Weesen 2:1 (0:1). – Tore: 35. 0:1. 65. Batinic 1:1. 83. Batinic 2:1.

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