Enttäuschung vor Rekordkulisse
Serie ohne Happy End
Saisonende für den EHC Illnau-Effretikon: Der Oberländer Zweitligist verliert im vierten Playoff-Final vorentscheidend gegen Uzwil 2:3.
Und dann keimte 85 Sekunden vor Schluss nochmals Hoffnung auf, als Remo Breu zum 2:3 traf. Der EHC Illnau-Effretikon spielte da längst ohne Torhüter und riskierte in der verbleibenden Zeit alles.
Zu mehr sollte es aber nicht mehr reichen. Der Oberländer Zweitligist musste sich so dem EHC Uzwil in der Best-of-5-Serie 1:3 geschlagen geben.
Die Gastgeber taten sich zunächst lange schwer. Ein 0:2-Rückstand zur Matchmitte war die Folge davon. Zuerst traf Kilian Holenstein (26.), dann Jan Vogel nach einem Solovorstoss bei numerischer Überzahl. Überhaupt leistete sich der EIE zu viele Strafen, wodurch er mehrfach brenzlige Momente zu überstehen hatte.
Herberger bringt die Hoffnung zurück
So richtig Feuer in die Partie kam erst nach dem Anschlusstor von Marius Herberger (37.), dem ein schlechter Wechsel der Uzwiler vorausging. Der EIE hatte nun seine beste Phase – der Ausgleich lag in der Luft. Die lange etwas klarer auftretenden Ostschweizer wackelten nun gehörig.
Doch statt der erhoffte Ausgleich folgte der nächste Nackenschlag. Lukas Klopfer vollendete eine 2:1-Situation mit dem dritten Treffer in der stimmungsvollen Partie (52.).
Aus dem Schatten getreten
Die Finalserie mit Illnau-Effretikon war bis anhin etwas im Schatten des parallel stattfindenden Eishockey-Traumduells Wetzikon gegen Dübendorf. Beim entscheidenden vierten Spiel der Erstliga-Ostgruppe sorgten am Samstag die über 2500 Fans sogar für eine Saisonrekordkulisse.
Dermassen viele Zuschauer finden im Eselriet gar nicht Einlass.
Laut und emotional ging es aber auch im Effretiker Rund vor 627 Besuchern zu und her. Wer sich auf den Rängen nicht rechtzeitig einen guten Platz gesichert hatte, musste sich eine passable Sicht aufs Spielfeld regelrecht erkämpfen. Nicht ohne Stolz verkündete der Speaker deshalb einen Stadion- und Saisonrekord.
Einen grossen Anteil daran hat ebenso der Gegner. Beim mit einem grossen Anhang angereisten EHC Uzwil ist nach schwierigen Jahren, die 2019 sogar mit dem freiwilligen Abstieg in die 3. Liga gipfelte, so etwas wie Euphorie ausgebrochen.
Die St. Galler hatten schon während der Qualifikation mit durchschnittlich 261 Zuschauern den besten Heimschnitt der Gruppe 2. Im Verlauf der Playoffs steigerte sich das Interesse nochmals erheblich – mit zuletzt über 1000 Fans gegen den EIE als vorläufigen Höhepunkt. So viele Fans waren zuletzt Anfang der Nullerjahre beim letzten Meistertitel zu den Spielen von Uzwil in der 1. Liga gekommen.
Im mittleren dreistelligen Bereich
Beim EHC Illnau-Effretikon bewegten sich hingegen die Final-Zuschauerzahlen im Rahmen der letzten Playoff-Jahre – im mittleren dreistelligen Bereich.
Wobei 2023 gegen Wallisellen sogar mehr Leute kamen, als drei Jahre zuvor im Derby gegen die Dürnten Vikings. Die Serie war allerdings coronabedingt beim Stand von 1:2 aus EIE-Sicht abgebrochen worden.
Und wie bei den letzten beiden Finals gab es kein Happy End für Illnau-Effretikon. Mit leeren und hängenden Köpfen mussten sie die Pokalübergabe ans Uzwiler Team auf dem eigenen Eis über sich ergehen lassen.