Auf den Neustart folgt der Rücktritt
Hinwiler Triathletin
Die Hinwilerin Jasmin Weber beendet ihre Profikarriere – und blickt einem freudigen Ereignis entgegen.
Die Glückwünsche sind nicht nur zahlreich. Sie kommen auch aus ganz vielen Ecken des Sports. «Das hat mich überrascht», sagt Jasmin Weber. Just zum Saisonstart hat die Hinwilerin auf Instagram ihren Rücktritt als Profi-Triathletin bekannt gegeben. «Es ist Zeit, meinen Fokus zu verlagern», schreibt sie in der Mitteilung, ohne auf Details einzugehen.
Und tatsächlich gibt es einen triftigen Beweggrund für den Abschied. Weber wird im Sommer erstmals Mami. «Für mich beginnt ein neuer Lebensabschnitt», sagt sie. Spitzensport und Familie? Dass dies erfolgreich möglich ist, zeigen verschiedene Beispiele. Für die bald 26-Jährige ist es keine Option. Selbst wenn sie zufrieden auf ihre letzte Saison zurückblickt.
Nach schwierigen Jahren mit gesundheitlichen Rückschlägen legte Weber da erstmals ihren Fokus auf die längeren Distanzen. «Ich bin eher ein Diesel als eine Sprinterin», begründete sie im April 2023 die Veränderung.
Ihr neues Ziel? Die Aufnahme ins nationale Langdistanz-Kader. Dieser Schritt bleibt ihr allerdings verwehrt. Daran ändert auch der 16. Platz an der Ironman-EM in Tallinn (EST) oder Rang 9 an der Challenge Peguera-Mallorca nichts.
Mit sich im Reinen
Die fehlende Kaderzugehörigkeit nimmt zwar keinen Einfluss auf ihren Alltag im Training. Sie hat aber finanzielle Konsequenzen, weil dadurch wichtige Beiträge von der Schweizer Sporthilfe wegfallen. Allein deshalb hätte Weber aber nicht aufgehört. «Dafür mache ich viel zu gerne Triathlon», betont sie. Die anstehenden Mutterfreuden helfen ihr aber zumindest beim Entscheid.
Und so ist die Oberländerin mit sich im Reinen. «Ich bin froh um die ganzen Erfahrungen und Erlebnisse», sagt sie. Zu den Höhepunkten der Karriere zählen die Erfolge auf Stufe Nachwuchs oder 2018 das Debüt im Weltcup. Es ist ohnehin ihr stärkstes Jahr in der Elite über die Olympia-Distanz – mit einem Europacup-Podestplatz (2.) sowie der besten Klassierung im Weltcup (22.).
Erste Erfahrungen als Coach
Dass Weber einen Schlussstrich zieht, ist für sie nach der frohen Botschaft schon im Spätherbst klar. Im Trainingslager auf Lanzarote ist sie nicht mehr dabei. Dafür bestreitet die Absolventin der Spitzensport-RS erstmals ihre WK-Tage in Magglingen als Coach.
Ob sie sich inskünftig in einer solchen Funktion sieht, lässt Weber offen. Sie hat aber zumindest die Trainer-C-Ausbildung bei Swiss Triathlon gemacht und sagt: «Ich werde dem Profisport verbunden bleiben.»
Möglicherweise aber eher im Bereich Ernährung, wo sie eine Diplomarbeit fertiggestellt hat. Es soll erst der Anfang sein, fasst sie doch ein Studium in Ernährung und Gesundheit ins Auge. Um in diesem Bereich in der Zukunft auf eigenen Beinen stehen zu können. Möglich ist dies auch als Mutter, da ihr Partner voll im Berufsleben steht.

Jasmin Weber lebt noch immer im luzernischen St. Erhard, aufgrund der Nähe zum nationalen Triathlon-Leistungszentrum. Durch die neue Situation und der engen Verbundenheit zur Familie ist aber selbst eine Rückkehr ins Oberland eine Möglichkeit.
Ihre jüngere Schwester Anja wird sie Mitte März sogar als Unterstützung zum Langlauf-Weltcup in Falun (SWE) begleiten. Das Verhältnis zwischen den beiden ist heute noch enger als in den Jugendjahren im Elternhaus. Und so verwundert es nicht, dass Anja Gotti ihres ersten Kindes wird.
