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Die kantonale Liga mit internationalem Flair

In der Curling-Superliga spielen immer wieder namhafte Athletinnen und Athleten – seit 40 Jahren.

Die Superliga lockt grosse Namen an: Die mehrfache Weltmeisterin Irene Schori und WM-Medaillengewinner Claudio Pescia spielen im Team Limmattal.

Foto: PD

Die kantonale Liga mit internationalem Flair

Curling-Superliga feiert in Dübendorf

Die Zürcher Superliga feiert am Samstag in Dübendorf Jubiläum – in 40 Jahren hat sie kaum an Attraktivität eingebüsst.

Es ist zwar «nur» eine Kantonalmeisterschaft. Aber die Zürcher Curling-Superliga, die am Samstag mit dem Finaltag in Dübendorf ihr 40-Jahr-Jubiläum feiert, hat doch internationales Flair.

Claudio Pescia beispielsweise, der mit dem CC Limmattal Titelverteidiger ist, hat als aktiver Curler und als Trainer WM-Medaillen gewonnen. In seinem Team spielt die Dübendorferin Irene Schori, mit je zwei Weltmeistertiteln bei den Frauen und im Mixed Doubles eine der erfolgreichsten Schweizer Curlerinnen überhaupt. Und in der zweiten Limmattaler Equipe von Skip Andrin Schnider, der die letzten Spiele als Tabellenführer in Angriff nimmt, tauchte in dieser Saison schon Xenia Schwaller auf, die vor zehn Tagen Junioren-Weltmeisterin wurde.

Sie war noch nicht auf der Welt, als die Superliga vor 40 Jahren erstmals durchgeführt wurde – andere (wie Pescia) sind noch immer dabei. Mitgründer Peter Attinger etwa stand diese Saison schon im Team seines Sohnes Felix im Einsatz. Felix Attinger holte vor zehn Jahren nicht nur den vorerst letzten der elf Titel für Rekordsieger CC Dübendorf, er kümmert sich im Vorstand der Liga um die Finanzen.

Als Spieler ist der 37-jährige Felix Attinger seit rund 20 Jahren in der Superliga. Und dank seinem familiären Hintergrund kennt er die Geschichte der Liga besser als andere: Sein Vater Peter prägte zusammen mit seinen Brüdern Bernhard, Werner und Kurt das Schweizer Curling in den 1970er und 1980er Jahren mit.

Alles andere als eine Plauschliga

«Die Superliga wurde ins Leben gerufen, um den Topspielern ein Gefäss zu bieten, in dem sie sich auf hohem Niveau unter der Woche messen konnten», sagt Felix Attinger. Die eingangs erwähnten Namen zeigen, dass die Liga noch immer eine gewisse Attraktivität ausstrahlt – auch wenn sich die Schere geöffnet hat.

«Das Niveau der Superliga ist nicht schlechter geworden, wir sind eine stabile und ausgeglichene Liga», sagt Attinger. «Doch das Niveau ist im Curling weltweit stark gestiegen.»

Wer internationale Ambitionen hegt, kommt nicht um Turnierteilnahmen in Kanada herum – die Superliga passt da oft nicht mehr in den gedrängten Kalender. «Wenn die Spitzencurler aus dem Ausland zurückkehren, steht am Montag Regeneration auf dem Trainingsplan – und nicht die Superliga. Deshalb spielen bei uns weniger Aktive mit als früher.»

Doch auch wenn die Spitze entrückt ist: Eine reine Plauschliga ist die Superliga noch lange nicht – und die Verantwortlichen tun einiges dafür, das hohe Niveau zu halten und gleichzeitig Nachwuchs anzulocken. Sportlich übernimmt die Superliga Regeländerungen des Weltverbands zügig, während dies auf Klubebene teils länger dauert. Vor einigen Jahren wurde die Anzahl der Teams von 16 auf 12 reduziert, weil die hohe Anzahl Spiele für manche Teams abschreckend war.

Preisgeld nicht nur für die Besten

Finanzielle Anreize setzen die Organisatoren auch: Für die ersten vier Plätze gibt es Rangprämien zwischen 3500 Franken für den Sieger und 1000 Franken für den Viertplatzierten. Zusätzlich erhalten alle Teams pro gewonnenem Punkt 100 Franken. Rund 30’000 Franken an Preisgeldern werden so ausgeschüttet – das ist eine stattliche Summe. Gegen 40’000 Franken beträgt das Gesamtbudget der Liga. Einen Teil davon steuern die Teams selber per Nenngeld bei – «damit decken wir die Unkosten wie Hallenmieten», sagt Felix Attinger.

Die Sponsorengelder hingegen kommen zu einem grossen Teil wieder den Teams zugute. Sie sind auch gefragt, wenn es um die Suche nach finanzieller Unterstützung geht: Laut Reglement muss jede Equipe Sponsoren für eine Inseratseite im Programmheft anwerben – das funktioniert schon lange so, es gehört zum Erfolgsrezept. Dass die Liga zudem seit zwei Jahren einen Titelsponsor hat, ist ebenso ein gutes Zeichen.

Es zeigt auch: Die Pandemie hat der Superliga nicht geschadet. Sie hat nur für einen kleinen Schönheitsfehler gesorgt: Weil die Saison 2020/2021 ausfiel, wird am Samstag in Dübendorf zum 40. Geburtstag erst der 39. Meister gekürt. Ein Heimsieg ist noch möglich: Unter den fünf Teams mit Finalchancen figuriert auch die Dübendorfer Equipe mit Skip Andreas Amsler.

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