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Warum der UHC Uster doch auf einem guten Weg ist

Der Tabellenletzte der NLA leistet im Nachwuchs gute Arbeit. Doch wann wird das auch an der Spitze sichtbar?

Ein Beispiel für Usters Nachwuchsarbeit: Der 17-jährige Timon Anderegg, U19-Nationalspieler, gehört schon zum Fanionteam.

Foto: Robert Pfiffner

Warum der UHC Uster doch auf einem guten Weg ist

Trotz verpasstem Playoff

Der UHC Uster muss erneut gegen den Abstieg aus der NLA spielen. Im Unterbau aber geht etwas.

Es ist keine schöne Momentaufnahme: Der UHC Uster hat die Playoffs verpasst. Die Ustermer gehören nicht zu den besten acht Teams der Schweiz. Einmal mehr nicht, muss man sagen.

Seit 2010 gehört der Klub nun ununterbrochen der höchsten Liga an, lediglich dreimal beendete er die Qualifikation seither über dem Strich. Meistens aber musste er sich im Playout den Ligaerhalt verdienen. So auch dieses Jahr.

Die Herangehensweise kennen die Ustermer: «Ruhig bleiben, den Klassenerhalt möglichst schnell sicherstellen und so die Saison beenden», sagt Trainer Simon Meier.

Legt man den Fokus aber nicht bloss auf die NLA-Tabelle, sieht die Momentaufnahme schnell viel freundlicher aus. Das gleich aus mehreren Gründen. Da sind einmal die Nachwuchsteams: Auf den Stufen U21 und U18 haben sich die Ustermer für die Playoffs qualifiziert, das jeweils auf dem 6. Qualifikationsrang, ohne Sondereffort, «ohne bloss auf Resultat spielen zu müssen», wie Meier sagt. «Hätten wir einen möglichst guten Rang und nicht die Ausbildung in den Fokus gestellt, wäre noch mehr möglich gewesen.»

Und da sind Claudio Schmid und Pascal Schmuki, die Anfang Februar mit dem A-Nationalteam am WM-Qualifikationsturnier im Einsatz standen und beide ihre ersten Skorerpunkte als A-Nationalspieler sammelten.

Wir haben nun Dinge erreicht, für die wir uns eigentlich bis 2025 Zeit gegeben hatten.

Simon Meier

Trainer UHC Uster

Der UHC Uster muss sich also nicht verstecken, im Gegenteil. Dem eigenen Anspruch, ein Ausbildungsverein zu sein, wird er immer stärker gerecht – und vor allem auch früher, als er es von sich selber erwartet hatte. «Wir haben nun Dinge erreicht, für die wir uns eigentlich bis 2025 Zeit gegeben hatten», sagt Meier.

Dazu gehört beispielsweise auch, auf jeder Stufe in den U-Nationalteams vertreten zu sein. «Davon waren wir 2020 noch weit entfernt. Und nun bestand im letzten U19-Camp das Kader zu einem Drittel aus Ustermer Spielern», sagt Meier.

Der Aufschwung in Uster ist also unübersehbar. Aber er ist bisher nicht an der Spitze angekommen. Das Fanionteam hat die Qualifikation auf dem 12. und letzten Rang beendet. Nur gerade in 5 von 22 Spielen gingen die Ustermer als Sieger vom Platz.

Dazu muss man sagen: Das Team galt von Beginn weg als Playout-Kandidat. Vor allem auch, weil ihm mit den Abgängen der beiden Tschechen Patrik Doza und Martin Prazan sowie den Rücktritten von Florian Bolliger und Markus Kulmala einiges an Routine und Skorerpunkten abhandengekommen war.

«Es ist uns gelungen, die Abgänge als Team zu kompensieren – aber eben nicht mehr», sagt Meier. «Und es mag komisch klingen, weil man es nicht in der Tabelle sieht: Wir haben auf verschiedenen Ebenen einen Schritt nach vorn gemacht. Von der Spielanlage her können wir mithalten.» Das ist nicht Meiers subjektive Wahrnehmung, sondern sie basiert auf Statistikdaten, die der Klub selber erhebt und die nicht öffentlich zugänglich sind.

Niederlagen auf Augenhöhe

Das Problem dabei: Nahezu alle diese Spiele gingen verloren. «Mit dieser jungen Mannschaft sind wir eigentlich sehr konkurrenzfähig und waren zum Teil mit Spitzenteams auf Augenhöhe. Aber wir haben zu viele Spiele verloren, die auf Messers Schneide standen.» Meier nimmt lediglich die beiden Niederlagen gegen Zug aus. «In den anderen Spielen war es nicht so, dass wir vom Gegner völlig dominiert worden wären.»

Ummünzen in mehr Siege und Punkte konnte Uster das aber nicht. Einen einzelnen Grund dafür sieht Meier nicht. Er führt die bei einer jungen Mannschaft erwartbaren Punkte an wie mangelnde Routine, mangelnde Cleverness, mangelnde Durchschlagskraft. «Punkto Effizienz sind wir am Underperformen», sagt Meier und ärgert sich über die Tatsache, dass die Resultate nicht den Leistungen entsprachen.

Die Leviten lesen muss er der Mannschaft deshalb aber nicht. Das tut die Equipe selber. Meier berichtet von harten, selbstkritischen Diskussionen im Team. Er freut sich darüber und sagt: «Alle ziehen extrem gut mit, und in den allermeisten Trainings wird gut gearbeitet. Wir müssen einfach unseren Weg weitergehen.»

Platz schaffen im Kader

Gedanken macht aber auch er sich: «Was wir im Nachwuchs erreichen wollten, haben wir erreicht. Da dürfen wir uns nicht zurücklehnen. Aber nun geht es um die Frage, was wir tun können, damit diese Arbeit auch auf Stufe Fanionteam Früchte trägt.»

Die Überlegungen dazu macht man sich im Verein auf verschiedenen Ebenen seit einigen Wochen intensiver. Ansatzpunkte gibt es mehrere, zwei davon nennt Meier: «Wichtig ist, dass wir das, was von unten kommt, ins Team einbauen können. Und das, was wir selber ausbilden, im Verein halten können.»

Das heisst: Im Fanionteam muss Platz geschaffen werden für die besten U21-Spieler – auch wenn das bedeutet, dass Verträge mit bestehenden Spielern nicht verlängert werden. Und der Klub muss seinen Eigengewächsen auch Sorge tragen, wenn sie für die Konkurrenz interessant werden.

Die Steigerung muss her

Das kann er nicht mit finanziellen Mitteln, die sind in Uster nicht im Überfluss vorhanden. Aber: «Wir haben ein Umfeld geschaffen, das diese Spieler weiterbringt. Stichwort Infrastruktur, Stichwort semiprofessionelles Trainieren.» Die Vertragsverlängerungen von Claudio Schmid und Pascal Schmuki im Januar für die nächste Saison sind diesbezüglich Erfolgsmeldungen.

Mit Schmid, Schmuki und Josia Pfister stehen drei Eigengewächse in der internen Topskorerliste zuoberst, notabene noch vor dem statistisch wenig überzeugenden Ausländertrio. Doch um solche Spieler auf Dauer halten zu können, ist eine sportliche Steigerung unabdingbar. Das weiss auch Meier. «Klar gehen uns irgendwann die Argumente aus. Wir wollen eine Entwicklung sehen – und die Spieler auch.»

Riesig ist der Abstand Usters auf die Playoffs nicht. Letzte Saison fehlten vier Punkte, nun waren es acht Zähler. Doch um einen neuen Anlauf nehmen zu können, müssen die Ustermer nun ab Samstag in den Playouts bestehen. Letzte Saison gelang das erst im Duell gegen einen B-Ligisten, allerdings bei grosser Verletzungsmisere. Davon blieb das Team in dieser Saison verschont. Auch das ein Fortschritt, der auf der Tabelle nicht ersichtlich ist.

Vor der Best-of-7-Serie gegen Basel Regio sagt Meier deshalb: «Wir müssen sehr fokussiert an die Sache gehen und die bestmögliche Performance abliefern.» Und das ganz unabhängig vom Gegner. Denn: «Wenn wir scheitern, scheitern wir an der Konstanz und unserer Effizienz.»

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