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Eine Anerkennung, die «Choli-Rike» helfen soll

Der FC Kollbrunn-Rikon erhält das Label «SFV Quality Club» für seine vorbildliche Vereinsarbeit. Überreicht wird es ihm vom Verbandspräsident.

SFV-Präsident Dominique Blanc mit Nicole Julen (ganz links), Gemeindepräsidentin Regina Ehrismann und FCKR-Präsident Silvio Fernandes.

Foto: Enzo Lopardo

Eine Anerkennung, die «Choli-Rike» helfen soll

Tösstaler Fussballklub

Der FC Kollbrunn-Rikon wird für seine Bemühungen um bessere Vereinsstrukturen geehrt. Sogar der höchste Funktionär im Schweizer Fussball reist dafür ins Tösstal.

Eine besondere Auszeichnung verdient besondere Gäste. Kein Geringerer als Dominique Blanc, der Präsident des Schweizerischen Fussballverbands (SFV), ist am letzten Freitag ins Tösstal gereist. Dort überreichte er dem FC Kollbrunn-Rikon an der Generalversammlung ein Zertifikat mit dem Label «SFV Quality Club». Der Grund für den hohen Besuch: Der FCKR erhält diese Anerkennung schweizweit als einer der ersten Vereine überhaupt.

Doch was steckt hinter der Bezeichnung – und weshalb ausgerechnet Kollbrunn-Rikon? Das Label soll für die Klubs ein Ansporn sein, ihre Organisation zu verbessern und die Ehrenamtlichkeit zu stärken. So heisst es im Beschrieb. Lanciert wurde das Förderungsprogramm vom SFV 2022 mit 24 Pilotvereinen – darunter vier aus dem Kanton Zürich.

Der FCKR selbst wurde unter den 50 Bewerbern der ersten Phase ausgewählt, weil er mit rund 160 Mitgliedern zu den kleineren Vereinen zählt. Gesucht waren Vertreter aus allen Regionen – aus der Stadt und vom Land und eben von unterschiedlicher Grösse. «Die Probleme sind überall etwa dieselben», sagt Nicole Julen. Sie ist die stellvertretende Verantwortliche beim «SFV Quality Club» und betreut die Verantwortlichen von Kollbrunn-Rikon, um die erhoffte Nachhaltigkeit zu erzielen.

Einer der treibenden Kräfte beim Drittliga-Verein auf dem Weg zum Zertifikat war Mathias Hofmann, der Finanzchef im Vorstand. Das Ziel: mehr Qualität auf allen Ebenen reinbringen. Gegen 20 Stunden hat er allein investiert, um die Schwerpunkte in einem 28-seitigen Papier festzuhalten. Dieses soll in der Zukunft helfen, den Alltag zu bestreiten. «So werden bei Neubesetzungen vom Nachfolger nicht wieder dieselben Fehler begangen», sagt er.

Wer Hofmann zuhört, dem wird schnell klar, dass bei «Choli-Rike» in einigen Bereichen Verbesserungen nötig sind. So bei der Besetzung des Vorstands, wo nun erneut Veränderungen anstehen. Oder in der Zusammenarbeit mit der Gemeinde und bei der Organisation von Juniorenturnieren.

Wertvoller Austausch

Fast eineinhalb Jahre dauerte es bis zur Zertifizierung – mit verschiedenen Workshops und Meetings. Am wertvollsten war für Hofmann in dieser Zeitspanne aber der Austausch mit den beteiligten Vereinen. Dadurch konnten schon kleine Dinge umgesetzt werden. Kollbrunn-Rikon organisierte beispielsweise im Sommer einen Elternabend, durch den einige Helfer gefunden wurden. «Eigentlich etwas Simples – von selbst wären wir aber nicht draufgekommen», sagt Hofmann.

Grosse Ehre für kleinen Verein: Der kleine Fussballverein FC Kollbrunn-Rikon im Tösstal kriegt vom Schweizerischen Fussballverein (SFV) die Auszeichnung Quality Club. Auf dem Bild (v.l.): Dominique Blanc, Präsident SFV, Silvio Fernandes, Präsident FC Kollbrunn-Rikon. Foto: Enzo Lopardo.
Sichtlich stolz: FCKR-Präsident Silvio Fernandes (rechts) mit Verbandspräsident Dominique Blanc.

Noch genauer hinschauen will der Klub in Zukunft auch bei der Besetzung von Trainerposten. Ohnehin hat der FCKR in diesem Bereich aufgrund der chronisch schwierigen Suche nach Trainern neue Wege eingeschlagen. Die jüngsten Junioren werden seit dieser Saison von einem Elternteam betreut.

Gegen neue Rückschläge war Kollbrunn-Rikon aber trotzdem nicht gefeit. So musste das überforderte C-Junioren-Team aus dem Spielbetrieb zurückgezogen werden. Und die A-Junioren laufen inskünftig in der 5. Liga auf. Nur neun Mannschaften stellt der FCKR im Frühling. Gerade im Nachwuchs dürfte es so Jahre dauern, bis wieder eigene Junioren den Weg in die Aktiven finden. Dazu kommt: Von Kooperationen mit den benachbarten Klubs von Weisslingen und Turbenthal profitiert der Verein aktuell nicht.

Der FVRZ geht eigene Wege

Dennoch blicken die Verantwortlichen nicht zuletzt durch das neue Label positiver nach vorne. «Es ist auch für die Aussenwirkung wichtig und wird uns helfen», ist Hofmann überzeugt.

Und was sagt der Fussballverband der Region Zürich (FVRZ)? Geschäftsführer Benjamin Benz spricht von einem «wertvollen und gut angedachten Projekt». «Als grösster Regionalverband mit 176 Vereinen können pro Lehrgang allerdings nur wenige davon profitieren.»

Die Einordnung des Labels «SFV Quality Club» ist für den FVRZ nicht einfach, da parallel dazu eigene Wettbewerbe laufen. So werden im Rahmen der Gala seit Jahren die «Vorbildlichen Vereine» auf vier Stufen ausgezeichnet. Dazu leistet sich der Verband zur Unterstützung schon länger einen Vereinscoach. Benz sagt: «Dieser kann bei Problemstellungen mit dem Verein vertieft in die Details gehen.»

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