Die WM ist für Schläpfer in Griffnähe
Tösstaler Bob-Anschieber
Nach zwei schweren Verletzungen ist Dominik Schläpfer zurück im Weltcup. Dort kämpft der Anschieber aus Wila um seinen Platz im Viererschlitten von Pilot Simon Friedli.
Es ist die beste Weltcup-Klassierung für das Team um Pilot Simon Friedli mit dem Viererbob, dem auch der Tösstaler Anschieber Dominik Schläpfer angehört. Als viertem Team fehlt ihm am Sonntag elf Hundertstelsekunden für einen Podestrang.
Schläpfer kam im norwegischen Lillehammer als Ersatzmann aber gar nicht zum Einsatz. Überhaupt: Der 29-Jährige startete nur in zwei der bisher sechs Weltcup-Rennen mit dem grossen Schlitten. Beim enttäuschenden Saisonauftakt in Yanqing und dann Mitte Januar in St. Moritz.
Gerade die Ergebnisse und Zeiten in China lösen im Team etwas aus. Bei Schläpfer, weil er sieht, dass nach den Operationen an beiden Achillessehnen und einer langen Pause körperlich das nötige Leistungsniveau noch fehlt.
Vor allem ist fürs Team auch klar: Beim Schlitten ist dringender Handlungsbedarf nötig. «Es musste was getan werden, um nicht weiter im Mittelfeld herumzugurken», sagt Schläpfer. Friedli nutzt deshalb die sich bietende Chance, einen Bob vom österreichischen Schlittenbauer Wolfgang Stampfer bis zum Saisonende zu mieten.
Zweikampf im Schlitten
Dieser Entscheid zahlt sich schnell aus. Die Formkurve zeigt seither nach oben. In der Gesamtwertung hat sich das Team mittlerweile auf Platz 5 verbessert. Seinen Anteil daran hat auch Schläpfer, der noch während der Saison individuelle Aufbauarbeit leistet. Er sagt: «Die Richtung stimmt. Ich sehe es bei den Sprints und beim Gewicht, das ich stemme.»

Ende 2023 kommt der Wilemer erstmals bei den Gold-Läufen an den Schweizer Meisterschaften in St. Moritz wieder zum Einsatz. Zwei Wochen später fährt die Friedli-Crew im Weltcup gleichenorts mit Schläpfer im Schlitten auf Platz 5. Auffällig im Vergleich zur Konkurrenz: die schnellen Startzeiten.
Dass er eine Woche später in Lillehammer wieder aussen vor bleibt, ist nicht aussergewöhnlich. Neben den Gesetzten Andreas Haas und Luca Rolli wechselt er sich mit Pascal Moser ab. «Wir haben dasselbe Niveau – Haas und Rolli sind aber klar stärker», sagt Schläpfer.
Zur nächsten Weltcup-Station nach Sigulda ist der Tösstaler nun gar nicht erst weitergereist. In Lettland steht am Wochenende nur ein Weltcup im Zweierbob auf dem Programm. Für ihn selbst sind Einsätze in dieser Disziplin kein Thema – auch nicht mittelfristig. Schläpfer will sich auf den Vierer fokussieren. «Nur ein Renntag am Wochenende ist für mich besser», findet er.
Wegweisendes Ausschieben
Mit Blick auf die nächsten Einsätze bereitet sich Schläpfer nun für das sogenannte Ausschieben in Filzbach von kommender Woche vor. Hinterher wird vom Verband entschieden, welche Anschieber bei der WM in Winterberg (GER) in welchem Team zum Einsatz kommen. «Ich bin aufgrund der Startzeiten sehr zuversichtlich», sagt er. Eine mögliche Option für ihn ist beispielsweise, dass er für den Schlitten von Pilot Cédric Follador nominiert wird.
Und wie geht es über die Saison hinaus weiter? «Da ist noch vieles offen», antwortet Schläpfer. Einiges hängt davon ab, ob es unter den Piloten zu Rücktritten kommt. Schläpfer selbst kann sich jedenfalls vorstellen, weiter für die Equipe von Simon Friedli anzutreten, für die er bereits seit Herbst 2020 anschiebt. «Wir harmonieren gut», sagt er.
Losgelöst davon ist für ihn aber ohnehin klar: Nachdem er die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking noch knapp verpasste hatte, will er bei der nächsten Austragung 2026 in Italien unbedingt dabei sein.