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Besser sind die Erstliga-Hallen nirgends gefüllt

Der EHC Wetzikon und der EHC Dübendorf ziehen so viel Publikum an wie schon lange nicht mehr. In den Hallen zumindest.

Hier spielt der Krösus: 532 Zuschauer besuchen im Schnitt ein EHCW-Heimspiel in der Wetziker Eishalle.

Foto: Robert Pfiffner

Besser sind die Erstliga-Hallen nirgends gefüllt

Über 500 Zuschauer im Schnitt

Kein anderer Erstligist hat mehr Zuschauer als Wetzikon und Dübendorf. Die Werte sind wieder so hoch wie vor der Pandemie – und das trotz Livestreams.

Der EHC Wetzikon und der EHC Dübendorf gehören in der am Wochenende zu Ende gegangenen Qualifikation nicht nur sportlich zur Spitze der 1. Liga, sondern auch punkto Zuschauerzuspruch. 532 Personen besuchten im Schnitt die elf EHCW-Heimspiele in der Wetziker Eishalle, 517 zog es in den Chreis, wenn Dübendorf spielte.

Das sind deutlich die besten Werte – nicht nur in der Erstliga-Ostgruppe, die einen Schnitt von 255 Zuschauern pro Partie aufweist –, sondern auch im Vergleich mit der Westgruppe, wo nur gerade vier Teams über 200 Zuschauer im Schnitt haben. Auch in der höchsten Amateurliga MHL wären die beiden Klubs aus der Region mit den Rängen vier und sechs gut dabei.

In den Playoffs dürfte der Zuschauerzuspruch noch einmal höher sein. In den Hallen zumindest. Und vor dem Bildschirm?

Rätselraten um Red-Zahlen

Vor einem Jahr stieg Ringier mit der Streaming-Plattform Red ins Amateur-Eishockey ein – darüber waren gerade die Dübendorfer nicht erfreut, weil sie ihren eigenen im Aufbau begriffenen Streaming-Kanal nicht mehr weiterbetreiben durften. «Damit hätten wir mehr Geld generieren können», glaubt EHCD-Präsident Fredy Meyer.

Zwar soll auch von Ringier Geld zu den Klubs fliessen. Wie viel, ist offen. Es hängt von der Anzahl der Red-Abonnenten ab, die ein Klub generiert. Wie viele das sind, ist nicht so leicht in Erfahrung zu bringen. Beide Klubs warten seit längerer Zeit auf Antworten – und auch auf eine Anfrage dieser Zeitung kam bisher keine Reaktion.

Anhaltspunkte gibt es aber. Im November, also etwas mehr als einen Monat nach Erstliga-Saisonstart, waren es im Fall von Dübendorf 27 Abonnenten. Meyer geht davon aus, dass darunter viele Eltern sind, die sich für Auswärtsspiele von Nachwuchsteams interessieren – und nicht für die Matches der 1. Mannschaft.

Ein überschaubarer Wert also – auch wenn es unterdessen womöglich mehr sind. Lukrativ ist das nicht. Der Klub erhält 25 Prozent der Abo-Einnahmen. Ein Abo kostet für Vollzahler 90 Franken, mit Lockvogel-Angebot sind es 60 Franken. Für die 27 Abonnenten würde es also ein Betrag zwischen 400 und 600 Franken werden. Für sein eigenes DübiTV hatte der EHCD Sponsoringzusagen in vierstelliger Höhe; der Klub ging davon aus, rund 10’000 Franken damit verdienen zu können.

Manchmal findet die Kamera den Puck nicht

Werbung schalten könnten die Vereine auch im Red-Stream – sie tun es aber nicht. Denn um die Werbefläche verkaufen zu können, wäre es von Vorteil, zu wissen, wie viele Personen im Schnitt einen Match per Stream verfolgen. Auch diese Zahlen liegen nicht vor.

Viele können es nicht sein. Der Schluss drängt sich nicht nur aufgrund der von Meyer genannten Abo-Zahl auf. In Wetzikon etwa ist auch die Zahl jener, die an Auswärtsspiele mitreisen, konstant geblieben oder gar leicht gewachsen. Und hört man sich im Umfeld der Klubs um, kennt kaum jemand jemanden, der den Stream abonniert hat.

Wer sich ein Abo leistet, ist wohl beeindruckt von der Fülle des Angebots – aber teils auch irritiert von Lücken darin. Noch immer gibt es aus Wil und Delémont keine Livestreams – und manchmal fallen Übertragungen kurzfristig und ohne Vorwarnung aus, wie etwa im Fall des ersten Derbys zwischen Dübendorf und Wetzikon.

Bisweilen verlieren die automatisch geführten Kameras den Puck aus dem virtuellen Auge und zeigen den leeren Mittelkreis, während es in einer Ecke hoch hergeht. Es fehlen zudem Einblendungen von Matchuhr und Strafen – und die Anzeige des Spielstands ist manchmal falsch. Was die Red-Verantwortlichen zu diesen Mängeln sagen und wie sie ihr Produkt weiterentwickeln wollen – auch solche Fragen blieben bisher unbeantwortet.

Erstmals wieder über 500

Wirklich relevant sind solche Dinge für die Klubs allerdings nicht. Für sie ist der Zuschaueraufmarsch in der Halle wichtig – weil sie mit den Tickets und mit dem gastronomischen Angebot Geld generieren können. Dass nun erstmals seit der Pandemie die Zuschauerzahlen wieder auf über 500 angestiegen sind, freut EHCW-Präsident Hanspeter Sahli besonders. «Wir waren uns nach Corona nicht sicher, ob die Leute wieder kommen würden. In den ersten beiden Jahren war es schwierig. Aber so macht es wirklich Spass.»

Und für EHCD-Präsident Meyer ist auch die Zufriedenheit des Publikums ausschlaggebend. «Die Leute kommen gerne, wenn man an der Spitze liegt und gewinnt. Wer weiss, was passiert wäre, wenn wir den Abstieg knapp verhindert hätten und nun in der MHL wieder um den Ligaerhalt kämpfen müssten – vielleicht sähe es auf den Tribünen tragisch aus.»

Dass in dieser Saison Dübendorf und Wetzikon erstmals seit der Lancierung der damaligen MSL vor sieben Jahren wieder in derselben Liga spielen, davon profitieren beide. Die Derbys zogen 1568 (in Wetzikon) und 1043 (in Dübendorf) Zuschauer an. Und der EHCD verzeichnete auch im Spitzenkampf gegen Prättigau eine vierstellige Zuschauerzahl (1364) – was aber nicht Heerscharen von Gästefans geschuldet war, sondern der Tatsache, dass der Klub am selben Abend das Eishallenfest und den Skateathon durchführte.

Falls Dübendorf und Wetzikon in den Playoffs erneut aufeinandertreffen, dürfte wieder für Feststimmung gesorgt sein. In den Hallen zumindest.

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