Deshalb sind die Dürnten Vikings auf Kurs
Oberländer Zweitligist
Der EHC Dürnten Vikings hat wieder die Kurve gekriegt. Nach zwei schwierigen Saisons schaffte der Zweitligist souverän den Playoff-Einzug.
Der zweite Schritt ist quasi gemacht. Nachdem die Qualifikation für die Playoffs schon seit einigen Wochen sichergestellt ist, dürfte der EHC Dürnten Vikings durch den 4:3-Sieg im Penaltyschiessen über Lenzerheide-Valbella ein nächstes Ziel erreicht haben.
Es müsste nämlich aufgrund der Tabellenkonstellation und der ausstehenden Spiele mit dem Teufel zu und her gehen, wenn der Oberländer Zweitligist die erste Meisterschaftsphase nicht in den Top 4 abschliessen würde.
Weitaus realistischer ist es, dass er Anfang Februar mit einem Heimspiel in die Achtelfinals startet. «Der Gegner ist uns egal. In den Playoffs ist alles möglich. Da lassen wir uns treiben», sagt Trainer Mischa Rüegg.
Das Duell gegen Lenzerheide selbst war kein Spiel für Feinschmecker. Zwar gingen die Oberländer nach 61 Sekunden durch Tobias Hardmeier in Führung. Belebend für das Geschehen auf dem Eis war diese nicht, selbst als die Bündner später einen 0:2- und einen 2:3-Rückstand korrigierten.
Und auch die anschliessende Overtime der spannungsarmen Partie blieb ohne Höhepunkte. Sinnbildlich dafür war das nötige Penaltyschiessen, in dem bei 14 Versuchen beider Teams einzig Hardmeier traf.
Zwei Saisons zum Vergessen
Und dennoch: Die Dürntner blicken auf eine gute Qualifikation zurück. Das ist nicht selbstverständlich. Nach verwöhnten Jahren mit dem nationalen Zweitliga-Meistertitel 2019 als Höhepunkt erlebten sie zuletzt zwei enttäuschende Saisons, in denen erst in der Abstiegsrunde der Ligaerhalt sichergestellt werden konnte.
Geschuldet war dieser Absturz dem Umbruch im Kader. Der Spielerkern aus der erfolgreichen Ära ist mittlerweile zurückgetreten – dessen Nachfolger konnten die entstandenen Lücken nicht entsprechend ausfüllen.
Bei der Auslegeordnung im Frühling war als Erstes der ungenügende Fitnessstand der Spieler zur Sprache gekommen. Als Folge davon wurde in der Vorbereitung deutlich härter trainiert. «Das hat sich ausbezahlt», findet Headcoach Rüegg.
Bei uns ist durch die jungen Wilden ein frischer Wind entstanden.
Mischa Rüegg
Trainer EHC Dürnten Vikings
Dies gilt ebenso für die im Juni lancierte Zusammenarbeit mit dem EHC Wetzikon. Eine Reihe von Wetziker U20-Akteuren trainiert und spielt seither auch in Bäretswil. Dies sehr zur Freude von Rüegg: «Für sie ist es ein wichtiger Schritt ins Erwachseneneishockey. Und bei uns ist durch die jungen Wilden ein frischer Wind entstanden», sagt er.
Defensiv weitaus stabiler
Tatsächlich präsentieren sich die Oberländer in einer ganz anderen Verfassung. Abzulesen ist dies schon anhand der Zahlen. So kassierte Dürnten erheblich weniger Tore als in der letzten Saison, wo im Schnitt 5,3 Gegentreffer pro Partie eingesteckt wurden.
Zum Vergleich: In der laufenden Spielzeit mussten die Vikings in 15 Spielen nur zweimal mehr als fünf Tore hinnehmen. Auffällig ist zudem, wie oft der Tabellenvierte enge Partien für sich entscheiden konnte. Rüegg nennt exemplarisch den Erfolg gegen Uzwil, bei dem eine 0:3-Hypothek aus dem Startdrittel eindrücklich korrigiert wurde. «Die Mentalität und der Hunger sind zurück», ist für den früheren Dürnten-Stürmer klar.
Eine bessere Physis, Umstellungen im Spielsystem, wodurch das Team gefestigter auftritt, und eine bessere Kaderdurchmischung – das sind die Faktoren für die Wiederauferstehung der Vikings.

Dazu kommt: Der langjährige Erstliga-Stürmer Robin Meier (vom EHC Wetzikon) und Rückkehrer Thomas Hofer waren die nötigen Verstärkungen. Meier zählt mit je neun Toren und Assists sogar zu den besten Skorern der Gruppe. An der Seite von Meier, Hofer und den verbliebenen Routiniers wuchsen jüngere Spieler wie Pascal Thoma, der für seine Leistungen bereits einmal mit einem Einsatz im Wetziker Erstliga-Team belohnt wurde.
Mischa Rüegg streicht dann auch den konstruktiven Austausch mit den Trainerkollegen des Partnerklubs heraus. Die Kernthematik ist hierbei meist, wo und wie oft die Wetziker U20-Spieler am Wochenende eingesetzt werden. «Da braucht es schon eine gewisse Flexibilität», sagt Rüegg. Die bisherigen Ergebnisse zeigen jedenfalls: Der Schulterschluss zwischen dem EHCW und den Dürnten Vikings ist gut angelaufen.
