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McGregor verschiebt den Horizont immer weiter

Für Kaityln McGregor war die EM ein voller Erfolg. Für die Ebmatingerin gilt es nun in Übersee bei den letzten Weltcups und der Weltmeisterschaft nachzulegen.

Vor grosser niederländischer Kulisse: die Ebmatingerin Kaitlyn McGregor (Mitte) mit Ramona Härdi und Jasmin Güntert.

Foto: Swiss Ice Skating

McGregor verschiebt den Horizont immer weiter

Schnelle Eisschnellläuferin

Der Ebmatingerin Kaitlyn McGregor ist nach einer überzeugenden EM auch in Übersee bei den letzten Weltcups und der WM einiges zuzutrauen.

Bronze in der Teamverfolgung, Platz 4 beim Rennen mit Massenstart sowie die Ränge 5 (1500 m) und 6 (3000 m) in den Wettkämpfen über die Einzeldistanzen. Die Einzelstrecken-Europameisterschaften in Heerenveen (NED) waren für Kaitlyn McGregor ein voller Erfolg. Die Ebmatingerin unterbot dabei zweimal ihren eigenen Schweizer Rekord.

Man kann diese Resultate nicht hoch genug einschätzen. Kaitlyn hat nochmals einen Schritt nach vorne gemacht.

Jan Caflisch

Chef Kommission Speed bei Swiss Ice Skating

«Man kann diese Resultate nicht hoch genug einschätzen. Kaitlyn hat nochmals einen Schritt nach vorne gemacht», freut sich Jan Caflisch, Chef Kommission Speed bei Swiss Ice Skating.

Fortschritte sieht er insbesondere im mentalen Bereich. So beispielsweise, wie forsch McGregor mit Jasmin Güntert und Ramona Härdi die Teamverfolgung anging und damit gar phasenweise die Gastgeberinnen forderte. «Da ist es plötzlich ruhig im Stadion geworden», sagt er. Selbst wenn sich am Ende wie erwartet das Trio der Niederlande deutlich durchsetzte. Die Schweizer Frauen schafften es in einer Hundertstelentscheidung trotzdem aufs Podest.

Es ist erst die zweite Medaille an einer EM nach jener von Livio Wenger vor zwei Jahren im Massenstart. Man dürfe nicht vergessen, dass sie im Weltcup vor nur wenigen Zuschauern liefen, merkt Caflisch an. In Heerenveen sorgten aber die 10’000 vornehmlich einheimischen Zuschauerinnen und Zuschauer für gehörig Stimmung im Stadion. «Das kann beflügeln – aber auch für Druck sorgen», findet er.

Livio Wenger als Triebfeder

Apropos Wenger: Gerade ihn erachtet Caflisch als wichtiges Puzzleteil an der Entwicklung der Schweizer Frauen mit McGregor als Teamleaderin. Das gemeinsame Training trage Früchte. «Es ist eine gute Konstellation. Und Livio hat ihnen vorgezeigt, dass man es als Schweizer an die Spitze schaffen kann», sagt Caflisch.

Wenger war an der EM aus Schweizer Sicht auch als aussichtsreichster Kandidat auf Edelmetall gestartet. Der Luzerner musste sich aber mit Platz 5 im Massenstartrennen begnügen. «Das ist immer noch ein starkes Resultat. Er hatte sich selbst allerdings mehr erhofft. Umso schöner ist es, dass die Frauen in die Bresche gesprungen sind», betont Caflisch.

Die Ergebnisse in der holländischen Eisschnelllauf-Hochburg zeigen zudem eindrücklich auf, inwiefern sich die Erwartungshaltung im Schweizer Eisschnelllauf-Team nach oben verschoben hat.

Heerenveen war ohnehin nur ein erster Höhepunkt in der laufenden Saison. Das Schweizer Team ist bereits am Montag nach Salt Lake City (USA) weitergereist, wo Ende Januar der nächste Weltcup stattfindet. Für Caflisch macht die frühe Abreise Sinn. Ganz andere Eisbedingungen seien auf dem Utah-Oval vorzufinden, wo 2002 auch die olympischen Rennen ausgetragen worden seien. Nötig sind deshalb dort Anpassungen in der Lauftechnik und der Schrittfrequenz.

In der Teamverfolgung gefordert

Und die vorletzte Weltcup-Station in Salt Lake City ist für McGregor und ihre Kolleginnen entscheidend bezüglich einer Qualifikation in der Teamverfolgung für die WM von Mitte Februar in Calgary (CAN) mit den besten acht Nationen. Trotz bis anhin guten Resultaten haben die Schweizerinnen ihr Ticket nämlich noch nicht auf sicher.

Nicht mehr viel schiefgehen dürfte für McGregor mit Blick auf die Einzelrennen über 1500 m und 3000 m sowie im Massenstart an der WM. Intakte Chancen hätte die 29-Jährige ausserdem über 1000 m.

Ein Start über diese Distanz kommt aber wohl nur infrage, wenn die Qualifikation in der Teamverfolgung verpasst würde. Ohnehin ist es beachtlich, wie die Vielstarterin McGregor das dichte Programm mit Weltcup und Schweizer Meisterschaften bis anhin gemeistert hat.

Es sind auch vielversprechende Perspektiven mit Blick auf die Olympischen Spiele von 2026 in Mailand. Gleich zweimal war ihr bisher eine Teilnahme denkbar knapp vergönnt gewesen. Läuft McGregor aber auf diesem Niveau weiter, scheint die Qualifikation nur eine Formsache.

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