Das waren die denkwürdigsten Momente im Regionalsport
Jahresrückblick
Triumphe, Tränen und Tragödien: Der Sport schrieb 2023 in der Region bewegende Geschichten.
Der Rücktritt nach dem tragischen Verlust

«Manche Entscheidungen brechen einem das Herz, aber sie bringen der Seele Frieden», sagt Jeannine Gmelin, als sie am 25. Januar per sofort zurücktritt. Der Unfalltod von Coach und Lebenspartner Robin Dowell nur etwas mehr als einen Monat zuvor hat die beste Schweizer Ruderin aller Zeiten aus der Bahn geworfen. Am 3. November verkündet sie dann aber überraschend die Rückkehr in den Spitzensport. Gmelin will sich für die Olympischen Spiele in Paris 2024 qualifizieren.
Der Abstieg des einstigen Meisters
Es ist der tiefe Fall eines ambitionierten Klubs: Der EHC Dübendorf verliert am 14. März in Frauenfeld das letzte und entscheidende Abstiegsrundenspiel 3:6 und steigt aus der höchsten Amateurliga MHL in die 1. Liga ab. Der erste Abstieg für den Klub seit 35 Jahren kommt lediglich fünf Jahre nach dem letzten Amateur-Meister-Titel.
Eine Sensation mit Ansage

Es ist ein Erfolg, der die Bezeichnung «historisch» wirklich verdient hat: Der Ustermer Nils Stump gewinnt an den Judo-Weltmeisterschaften in Doha die Goldmedaille in der Gewichtsklasse bis 73 kg. Als erster Schweizer überhaupt wird der 26-Jährige Judo-Weltmeister. Völlig aus dem Nichts kommt das WM-Gold nicht. Stump hatte einige Monate zuvor als erster Schweizer ein Grand-Slam-Turnier gewonnen und war in die Top Ten der Weltrangliste vorgestossen. Der Titel katapultiert Stump ins Rampenlicht, unter anderem ist er Studiogast im «Sportpanorama.» Später sagt er: «Ich bin nicht der Typ, der gerne im Fokus steht. Ich bin froh, wenn es wieder etwas ruhiger ist.»
Sie ist schneller als alle Männer
Die in Wetzikon aufgewachsene Ultracyclerin Isabelle Pulver entscheidet das Race Across America für sich – und ist als zweite Frau überhaupt in der Geschichte des prestigeträchtigen Rennens schneller als alle Männer. Am 23. Juni erreicht sie das Ziel an der Ostküste der USA 9 Tage, 12 Stunden und 16 Minuten nach ihrem Start an der Westküste, knapp 5000 Kilometer entfernt. Ein spezieller Erfolg, zumal sie ein Jahr vorher eine Hirnblutung erlitt. Deshalb berichtet sie von «extremen» Reaktionen: «Die einen staunen und finden mich toll, die anderen halten mich für komplett wahnsinnig und unvernünftig.»
Ein Jubeltag für den Fussball in der Region

Am 24. Juni versinkt der Regionalfussball im kollektiven Freudentaumel. Gleich zwei Triumphe im FVRZ-Cup gibt es zu feiern: Die Männer des FC Greifensee holen sich den Titel im Penaltyschiessen gegen den FC Witikon, und die Frauen des FC Effretikon sichern sich den Cup-Sieg mit einem 4:3 gegen Phönix Seen. Und der FC Dübendorf steigt in die 2. Liga interregional auf – den Dübendorfern reicht ein 1:1 auswärts bei Abtwil-Engelburg dafür.
Das Oberland ist der Nabel der Radsport-Schweiz

Erstmals nach 32 Jahren findet in der Region wieder einmal die Strassen-SM der Radprofis statt. Auf der selektiven Strecke mit Start und Ziel in Wetzikon sichert sich am 25. Juni der Berner Marc Hirschi den Titel im Spurt. Bei den Frauen triumphiert die grosse Favoritin Marlen Reusser solo.
Auf den Titelgewinn folgt der Rücktritt
Nicole Reist aus Weisslingen gewinnt am 23. Juli das Race Around Poland und wird damit zum fünften Mal Ultracycling-Weltmeisterin. Nach dem Titelgewinn gibt sie überraschend den Rücktritt bekannt – Reist bleibt damit in zwölf Jahren und 22 Rennen ungeschlagen. Später sagt Reist: «Innerlich sagte mir eine Stimme: ‹Es ist gut, wie es ist. Du kannst nicht mehr erreichen.›» Doch es sollte nicht dabei bleiben. Im November kündigt sie das Comeback für das Race Across America 2024 an – als «einmaliges, finales Projekt», wie sie schreibt.
Nun ist er auch MotoE-Rennsieger

Der 5. August markiert den Höhepunkt der Saison für Randy Krummenacher: Der Grütner Töffrennfahrer gewinnt in Silverstone sein erstes Rennen in der MotoE. Seine Debütsaison in der Elektroklasse beendet Krummenacher im 5. WM-Rang. Ein weiteres Jahr hängt er nicht an. Mit der Sprint-Serie wurde er nicht wirklich warm.
Er macht sich mit einem Rekord zum König

Steinstösser Urs Hutmacher aus Weisslingen wird am 27. August Unspunnen-Sieger. 3,98 Meter – so weit hat vor ihm nie jemand den legendären 83,5 kg schweren Unspunnen-Stein am Unspunnenfest gestossen.
Tösstaler an der WM treffsicher

Pascal Bachmann (Wila) räumt am 28. August an der Schiess-WM in Baku gross ab. Im nicht olympischen Dreistellungsgewehrschiessen über 300 m Gold mit dem Team und Bronze im Einzel. Auch im Teamwettbewerb über 300 m liegend sicherten sich die Schweizer mit Bachmann Bronze.
Über 9000 trotzen der Hitze

Am 44. Greifenseelauf am 16. September dominiert vor allem die Hitze. Trotzdem nehmen über 9000 Menschen am Traditionsanlass teil – mehr als im Vorjahr. Die Siege sichern sich Elvis Tabarach und Lydia Korir, beide stammen aus Kenia.
Ein erfolgreicher Nationenwechsel

Es ist der grösste Erfolg in der Karriere von Elena Mathis (im Bild ganz links): Am 25. November gewinnt die Curlerin aus Bäretswil an den Europameisterschaften in Aberdeen die Silbermedaille. Erst wenige Monate zuvor hatte Mathis für Aufsehen gesorgt, weil sie neuerdings nicht mehr für die Schweiz, sondern für Italien an den Start geht.
Saubers Alfa-Abschied ohne Highlight
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Für das Sauber-Team endet die letzte Formel-1-Saison unter dem Namen Alfa Romeo am 26. November mit dem 9. und zweitletzten WM-Rang. Auf der Strecke fahren die Hinwiler den eigenen Erwartungen hinterher. Schlagzeilen schrieben sie neben der Strecke – etwa mit der Verpflichtung von Technikchef James Key.
Sie läuft Rekord um Rekord

Fabienne Schlumpf bricht am 3. Dezember zum zweiten Mal ihren eigenen Schweizer Rekord im Marathon. In Valencia senkt die Wetzikerin die nationale Bestmarke auf 2:24:30 Stunden. Im September war sie in Berlin 2:25:33 gelaufen – und hatte sich damit das Olympia-Ticket für 2024 gesichert.
