Warum die nächsten Tage für Sauber-Fans spannend sind
Wie gehts mit dem Hinwiler F1-Team weiter?
Alfa Romeo ist Geschichte, Audi soll die Zukunft sein. Demnächst dürfte es etwas Klarheit geben – und womöglich die eine oder andere Überraschung.
Die alte Formel-1-Saison ist vorbei, die neue beginnt erst in knapp drei Monaten – und doch werden die nächsten Tage besonders interessant. Zumindest, was den Rennstall aus Hinwil angeht.
Sechs Jahre lang baute die Sauber Motorsport AG nun Rennwagen, die unter dem Namen Alfa Romeo an den Start gingen. Eigentlich war es ein Etikettenschwindel, denn vom italienischen Hersteller kamen zwar Bemalung und Logo aufs Auto, konstruiert wurden die Boliden aber in Hinwil. Nur im ersten Jahr kam der Nachname von Firmengründer Peter Sauber auch noch im Teamnamen vor.
Zuletzt hatte der Rennstall offiziell den sperrigen Namen «Alfa Romeo F1 Team Stake». Die Bezeichnung nutzte ausserhalb des Teams aber niemand. Man sprach entweder von Alfa Romeo oder weiterhin von Sauber. Und schräge Konstrukte wie «Alfa-Sauber» wurden geboren.
Mit der Saison 2023 endete diese Partnerschaft. Und weil die Hinwiler erst ab 2026 als Audi-Werksteam unterwegs sein sollen, heisst der Rennstall die nächsten zwei Jahre wieder einfach nur Sauber. Mehr Swissness also. Zurück zu den Wurzeln. Dachten alle.
Kommt ein britischer Titelsponsor?
Doch was Team-Repräsentant Alessandro Alunni Bravi am Sonntag am Rande einer Award-Gala sagte, dürfte beim einen oder andern Schweizer Sauber-Fan für Stirnrunzeln sorgen.
«Am 10. Dezember, sobald die FIA die Meldeliste publiziert, werden wir unseren neuen Namen bekanntgeben», wird Alunni Bravi von «autosport.com» zitiert. Es werde «eine Überraschung» sein. Und: Das neue Auto werde in Grossbritannien vorgestellt.
Das ist aus zwei Gründen bemerkenswert: Erstens haben die Hinwiler noch nie einen ihrer Boliden in Grossbritannien präsentiert – der C43 wurde zuletzt im Sportpanorama-Studio von SRF enthüllt. Und Zweitens haben solche Events oft etwas mit einem Namenssponsor zu tun.
2021 beispielsweise war Warschau der Schauplatz für die Präsentation des C41 – damals figurierte der polnische Mineralölkonzern Orlen als Titelsponsor. Einen solchen wird der Rennstall für die nächsten beiden Saisons wieder haben, soviel liess Alunni Bravi durchsickern.
Nun also dürfte Sauber – so viel Spekulation darf sein – einen britischen Namenssponsor bekommen. Man kann aber davon ausgehen, dass der Teamname nun auch offiziell wieder «Sauber» beinhalten wird – auf alle Fälle lassen Aussagen verschiedener Exponenten des Teams darauf schliessen.
Aber wirklich wissen wird man das erst, wenn der Weltverband FIA die Teilnehmerliste für 2024 publiziert – was demnächst der Fall sein soll.
Bald darf der Audi-Chef reden – tut er das auch?
Ungeklärt ist aber nicht nur die Frage nach dem Namen, sondern auch jene nach der Zukunft ab 2026. Dann soll bekanntlich Audi einsteigen; dem deutschen Hersteller gehören seit Anfang 2023 25 Prozent der Aktien, und Anfang 2024 sollen weitere 25 Prozent den Besitzer wechseln. Doch nach personellen Wechseln in der Führungsetage von Audi kamen in den letzten Monaten Gerüchte auf, der Formel-1-Einstieg sei auf der Kippe.
Und womöglich gibt es auch da in den nächsten Tagen Neuigkeiten. Am 9. Dezember endet die Schweigepflicht, an die der neue Audi-Chef Gernot Döllner während den ersten 100 Tagen gebunden ist. Nicht nur in Hinwil dürften viele gespannt darauf warten, was er bezüglich dem Formel-1-Projekt zu sagen hat. Es ist höchste Zeit, Klarheit zu schaffen.
