Darum liegt ihr Fokus nicht (nur) auf dem Weltcup
Hinwiler Langläuferin Anja Weber
Anja Weber lässt die ersten beiden Weltcup-Stationen aus. Auch, weil das grosse Ziel der Hinwilerin erst im Februar ansteht.
Die Saison im Langlauf-Weltcup hat am letzten Wochenende begonnen – und das ohne Anja Weber. Die Hinwilerin verzichtete auf den Auftakt im finnischen Ruka. Sie wird auch an diesem Wochenende im schwedischen Gällivare noch fehlen. Einsteigen wird die 22-Jährige auf höchster Stufe, wenn der Weltcup-Tross am 9. und 10. Dezember in Östersund (SWE) Halt macht.
Weber hätte zwar auch an den ersten Rennen teilnehmen können. Ihre Wettkampfplanung mit dem späteren Auftakt hat aber einen ganz simplen Grund: Ihr Umstieg von der Triathlon-Saison in die Langlaufloipe. «Es wäre noch zu früh gewesen. Im Norden sind alle andern in Topform, deshalb lasse ich diese Rennen lieber aus», sagt Weber.
Erst musste sie Schneekilometer sammeln
Sie verbrachte den ganzen November in Davos und trainierte auf der Snowfarming-Loipe. Der Fokus lag vor allem darauf, Schneekilometer zu sammeln, «Stunden bölzen», wie sie sagt. Das Grundlagentraining kommt bei ihr den Sommer durch zu kurz, weil sie da als Triathletin unterwegs ist. Entsprechend hatte sie Nachholbedarf, ihr Aufbau ist verzögert im Vergleich zu den Teamkolleginnen.
Ihre ersten Wettkämpfe der Saison bestreitet sie zwar an diesem Wochenende am Swiss Cup in Silvaplana. Das tut sie aber aus dem Training heraus. «Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht. Es sind gute Rennen, um in den Wettkampfmodus zu kommen. Denn ich bin nicht der Trainingstyp», sagt sie.
Konstant will sie laufen – und Medaillen holen
Im Dezember geht es dafür dann Schlag auf Schlag: Erst die Weltcups in Östersund und Trondheim, dann die Tour de Ski, die Weber erstmals zu Ende laufen möchte. Danach lässt sie zugunsten eines Höhentrainingsblocks die Rennen in Oberhof Mitte Januar aus und bestreitet den Heimweltcup im Goms als direkte Vorbereitung auf die U23-Weltmeisterschaften, die vom 5. bis am 11. Februar 2024 im slowenischen Planica stattfinden.
Sie sind das grosse Ziel der Hinwilerin – schliesslich holte sie 2022 Gold über 10 km klassisch und 2023 Bronze mit der Mixed-Staffel. An der U23-WM noch einmal aufs Podest zu laufen, hat oberste Priorität für sie. Was nicht heisst, dass es in den Weltcups um nichts geht.
Konstante Leistungen in den Top 30 mit vereinzelten Top-20-Resultaten hat sie sich zum Ziel gesetzt. Es sind Ziele, die nicht hochtrabend wirken – aber für die Hinwilerin einen Schritt nach vorn bedeuten. Erst neun Einzelstarts hat Weber im Weltcup hinter sich. Fünfmal war sie in den Top 30 mit zwei 22. Rängen als Bestresultate. Dazu will sie in den Sprints immer den Prolog überstehen und sich für die Finals qualifizieren. Sie weiss: Dafür muss sie bereits Vollgas geben. «Ich bin noch nicht auf dem Level, dass ich taktieren kann.»