Sauber braucht einen Neustart – und Klartext
Analyse zur Saison des Hinwiler Teams
Bescheidene Resultate, Fragezeichen bezüglich der Zukunft: Das Formel-1-Team Alfa Romeo hat kein gutes Jahr hinter sich.
Sauber und Abu Dhabi – das ist keine Erfolgsgeschichte. In den letzten zehn Jahren gab es zum Saisonabschluss genau einmal Punkte für den Hinwiler Formel-1-Rennstall, als Charles Leclerc 2018 Siebter wurde. Der Zufall will es, dass es auch das letzte Rennen war, in dem das Team tatsächlich «Sauber» im Namen trug.
Wenn Valtteri Bottas und Zhou Guanyu am Sonntag auf dem Yas Marina Circuit ins Rennen gehen, prangt auf ihren Boliden letztmals der Schriftzug von Titelsponsor Alfa Romeo. Absehbar ist: Es wird salbungsvolle Worte geben. Doch man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen: Es wird kein Abschied mit Jubelstürmen. Und das nicht nur wegen der schlechten Abu-Dhabi-Bilanz der vergangenen Jahre. Sondern, weil das Team die Erwartungen einmal mehr nicht erfüllt hat. Daran wird auch ein Punktgewinn nichts ändern.
Der 6. WM-Rang aus der letzten Saison hatte Erwartungen geweckt – unterdessen muss man sagen: Er hatte viele geblendet. Zwar war man in Hinwil realistisch genug und setzte sich nicht öffentlich zum Ziel, dieses Resultat zu toppen. Dass das angesichts der aufrüstenden Konkurrenz (Aston Martin) illusorisch sein würde, war den Verantwortlichen bewusst. Und doch: Es gelang nicht einmal, den Besitzstand zu wahren. Wenn nicht noch ein Wunder passiert, werden die Hinwiler die Saison auf dem 9. WM-Rang beenden.

