Ihre junge Karriere erhält einen frühen Dämpfer
Bobpilotin aus Weisslingen
Die Wisligerin Selina Isler ist eine von nur vier Bobpilotinnen in der Schweiz. Ihre Ambitionen sind hoch. Doch nun muss sie einen Rückschlag verkraften.
Von 0 auf 100 – das dauert im Bobsport nur einen Augenblick. Der Verlauf der Karriere von Selina Isler passt eigentlich dazu; zumindest tat er das bis vor einigen Tagen. Die Wisligerin hätte nämlich am 27. November in ihre erste Europacup-Saison starten sollen. Und das keine drei Jahre, nachdem sie erstmals überhaupt einen Bob pilotiert hat.
Doch daraus wird nichts. Vor wenigen Tagen stürzte Isler im Trainingslager in Altenberg mit dem Zweierbob. In Kurve 14 war es, «ich war zu schnell und zu hoch», sagt Isler – die Kurve war für sie zu früh fertig. Bei 115 Stundenkilometern hob es den Schlitten aus der Spur. Isler wurde mit der rechten Schulter gegen die Innenkante des Bobs geschleudert, das hielten die Bänder nicht aus. Immerhin: Ihr Kopf blieb unversehrt, «der Helm hatte keinen einzigen Kratzer», sagt Isler. Ihre Anschieberin Andrea Schlatter blieb unverletzt.
Noch am selben Nachmittag hatte Isler über ihre Freude, einen Bob zu pilotieren, gesprochen. Von den schwindenden Angstgefühlen und dem gesunden Respekt, der übrigbleibt. Davon, dass sie auch die Verantwortung für ihre Anschieberin trägt – und unterdessen immer grösseres Vertrauen spürt. Und davon, dass im Zweierbob auch «noch nichts Gröberes» passiert ist. Drei Stunden später sass sie in der Ambulanz.

