Ein Rekord als Höhepunkt
Kurzbahn-SM in Uster
An den Schweizer Meisterschaften der Schwimmer auf der Kurzbahn in Uster war der SC Uster der erfolgreichste Klub. Für die besten Resultate sorgten jedoch andere.
Das Highlight kam fast zum Abschluss. Am Sonntag kurz nach 16 Uhr gab an der Kurzbahn-SM im Ustermer Hallenbad Buchholz doch noch einen Schweizer Rekord. Es war nicht ein Teilnehmer des veranstaltenden Schwimmclubs Uster, der dafür sorgte, sondern der Genfer Roman Mityukov. In 1:51,46 Minuten brach er über 200 m Rücken seine eigene Bestmarke aus dem letzten Jahr um 1,28 Sekunden.
Dass die Rekorde nicht gleich dutzendfach purzeln würden, war schon im Vorfeld des dreitägigen Anlasses klar. Für manche ging es zwar um EM-Limiten. Doch der Fokus vieler Schweizer Topschwimmer, von denen in Uster mit Ausnahme von Lisa Mamié und Jérémy Desplanches alle am Start waren, liegt bereits auf den Olympischen Spielen 2024 und damit auf der Langbahn. SCU-Präsident Philippe Walter hatte im Vorfeld plakativ formuliert: «Ein Rekord wäre ein Unfall.»
Kein Unfall, sondern völlig erwartbar war das gute Abschneiden der Ustermer. Sie waren in allen Belangen der erfolgreichste Klub und sammelten nicht nur die meisten Goldmedaillen (14), sondern auch die meisten Medaillen insgesamt (30). Neun verschiedene Schwimmerinnen und Schwimmer im Einzel sowie fünf Staffeln sorgten dafür. Die Ustermer stellten mit 48 Teilnehmern aber auch die grösste Delegation aller Klubs.
Die Beste war keine Schweizerin
Erfolgreichste Ustermerin und auch erfolgreichste Athletin der Kurzbahn-SM war mit Lena Kreundl keine Schweizerin, sondern eine Österreicherin. Im Schwimmen sind auch ausländische Athletinnen und Athleten, die ihre Lizenz bei einem hiesigen Klub haben, auf nationaler Ebene medaillenberechtigt.
Kreundl schwimmt seit Herbst 2019 für den SC Uster und gewann an der Kurzbahn-SM Einzel-Gold über 100 m Freistil, 400 m Freistil, 100 m Lagen, 200 m Lagen sowie 400 m Lagen. Dazu holte sie über 100 m Rücken Silber und gewann auch bei ihren beiden Staffel-Einsätzen jeweils Silber.
Bei den Männern war der Tessiner Noe Ponti mit vier Einzel-Titeln der erfolgreichste Athlet. Er lieferte über 50 m Delfin zudem die beste Leistung im internationalen Vergleich. Für die 22,19 Sekunden gab es 941 Fina-Punkte – 1000 Punkte entsprechen dem aktuellen Weltrekord (21,75). Von seinem Schweizer Rekord war Ponti 24 Hundertstel entfernt.
Das Ustermer Aushängeschild Antonio Djakovic gehörte mit drei Gold- und zwei Silbermedaillen genauso wie der in Uster lebende Bulgare Josif Miladinov (3x Gold, 1x Silber, 1x Bronze) ebenfalls zu den erfolgreichsten Schwimmern.