Usters Fussballerinnen sorgen weiter für Furore
Erfolgreiche FCU-Frauen
Die Zweitliga-Frauen des FC Uster spielen nach dem Wiederaufstieg erneut an der Spitze mit. Sogar der Durchmarsch in die 1. Liga ist deshalb möglich.
Paolo Trigila stapelt tief. «Ich bin überrascht über die Platzierung. Ich hätte uns eher im Mittelfeld erwartet», sagt der Leiter Frauen des FC Uster. Fakt ist aber: Wären die Zweitliga-Frauen im Spitzenduell vom Sonntag gegen Phönix Seen als Siegerinnen vom Feld, würden sie sogar an der Spitze der Tabelle überwintern.
«Phönix war äusserst effizient und erzielte fast aus jeder Chance einen Treffer», sagt Trigila zur 2:5-Heimniederlage.
Und trotzdem: Die Vorrunde der Ustermerinnen lässt sich sehen. Nach dem überzeugenden Wiederaufstieg (20 Siege in 20 Spielen mit 103:15 Toren) nimmt die Erfolgsserie in der neuen Saison nahtlos ihre Fortsetzung. Erst in der fünften Partie gibt es ausgerechnet im Derby gegen Volketswil die ersten Punktverluste (1:2).
Diese Teams sind gerade gegen Uster besonders motiviert.
Paolo Trigila, Leiter Frauen FC Uster
Überhaupt ist auffällig, wie schwer sich der FCU ausgerechnet gegen die Gegnerinnen aus dem Oberland tut. Er unterliegt nämlich später Effretikon 0:3. Und selbst gegen das noch immer sieglose Schlusslicht Schwerzenbach gibt es nur ein mühsam erkämpftes 4:3.
«Diese Teams sind gerade gegen Uster besonders motiviert», hat Trigila festgestellt.
Die Abteilung festigen
An einen möglichen nächsten Aufstieg in die 1. Liga will der 33-jährige Funktionär trotz der guten Ausgangslage vorderhand gar nicht denken. «Er wäre nur schon wegen der weiten Reisen mit Mehrkosten verbunden», sagt er.
Im Zentrum steht deshalb vielmehr die Festigung der eigenen Abteilung. Dazu zählt beispielsweise auch, mittelfristig mit dem zweiten Team den Sprung in die 3. Liga zu schaffen. Um den eigenen jungen Spielerinnen bessere Perspektiven zu verschaffen.
Ohnehin hängt derzeit auch im Zweitliga-Team noch zu viel von einzelnen Leistungsträgerinnen ab. Gerade das jüngste Spiel gegen Phönix Seen lieferte Trigila eine erneute Bestätigung, als mit der etatmässigen Torfrau Ena Steiner und Melissa Lätsch wichtige Kräfte ausfielen.
In der Offensive konzentriert er sich derweil nach dem Abgang von Larissa Schläpfer im Sommer zu Ligakonkurrent Küsnacht noch mehr auf Luana Natale und Giulia Boffa. Sie erzielten über die Hälfte aller Ustermer Tore.
Nur, was passiert, wenn die Ustermer Frauen tatsächlich bis zum Ende der Meisterschaft um den Aufstieg mitspielen? «Dann müssten wir zusammensitzen und gemeinsam einen Entscheid fällen», sagt Trigila. Denn auch ihm ist bewusst, dass die Spielerinnen den Ehrgeiz besitzen, um ganz vorne mitspielen zu wollen. Die 1. Liga ist also viel näher, als er sich eigentlich wünscht.