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Sauber: Desaster und Dementi in Brasilien

Für Sauber gab's in São Paulo überhaupt nichts zu holen. Dafür machte der Team-Repräsentant interessante Aussagen.

Das Auto von Zhou Guanyu steht in der Garage – in Brasilien beendeten beide Sauber-Piloten das Rennen nicht.

Foto: Sauber Motorsport

Sauber: Desaster und Dementi in Brasilien

Hinwiler Doppelausfall

Doppelausfall statt WM-Punkte: Für das Hinwiler Team Alfa Romeo war der GP von São Paulo ein Rennen zum Vergessen. Dafür nahm man Stellung zu den Audi-Gerüchten.

So schnell kann sich die Gefühlslage ändern. Nach dem GP von Katar vor einem Monat, wo Valtteri Bottas und Zhou Guanyu als Achter und Neunter punkteten, rief man bei Alfa Romeo den Angriff auf den 7. WM-Rang aus. Doch seither kam gar nichts mehr. Keinen einzigen Punkt erkämpfte sich das von der Hinwiler Sauber Motorsport AG geführte Team mehr. In Austin nicht, in Mexiko nicht – und nun in Brasilien nicht.

Und weil mit Alphatauri ein direkter Konkurrent sowohl im Sprint als auch im Hauptrennen von São Paulo punktete, droht für die Hinwiler auch der 8. WM-Rang bald unrealistisch zu werden. Fakt ist: Nun ist Sauber näher am letzten Rang als an den vor den Hinwilern klassierten Teams.

Das Desaster hatte sich abgezeichnet. Ränge 18 (Bottas) und 20 (Zhou) im Qualifying am Freitag, Ränge 17 (Zhou) und 19 (Bottas) im Sprint vom Samstag. Die Worte von Team-Repräsentant Alessandro Alunni Bravi waren schon vor dem Hauptrennen deutlich: «Wir müssen die Realität um uns herum betrachten: Unsere direkten Konkurrenten sind im Moment schneller als wir, und wir konnten an diesem Wochenende bisher nicht liefern.»

Das «bisher» konnte man nach dem GP dann auch streichen. Beide Fahrer erreichten das Ziel nicht, sondern mussten ihre Autos mit technischen Problemen an der Box abstellen. Es war der erste Doppelausfall in dieser Saison. Und auch wenn Bottas zeitweise auf Rang 10 unterwegs war: Die Pace, um aus eigener Kraft in die Punkte zu fahren, hatten die Hinwiler nie.

Interessant waren die Äusserungen, die Alunni Bravi an der offiziellen Medienkonferenz am Freitag machte, als er auf die Gerüchte rund um einen möglichen Rückzug von Audi angesprochen wurde. Audi habe ein «starkes Commitment» zur Formel 1 und zu Sauber. Das sei nicht nur ein Vorstandsentscheid von Audi, sondern auch des Aufsichtsrates von VW und Audi. «Es ist ein Entscheid der Gruppe. Das Commitment ist da.»

Dass man sich derzeit kommunikativ zurückhalte, hänge mit Alfa Romeo zusammen. Bis Ende Jahr – dann hört die italienische Marke als Titelsponsor auf – könne man nicht über die Zukunft sprechen und darüber, wie stark Audi bereits involviert sei. «Wir arbeiten daran, die Struktur des Teams weiterzuentwickeln und Personal einzustellen.» Auch die Übertragung der Anteile am Team vom aktuellen Besitzer zu Audi verlaufe nach Plan. Die nächste Tranche soll Audi Ende Jahr erwerben.

Spannend wars am Start – und ganz zum Schluss

Nach Plan verlief der GP von Brasilien für Max Verstappen und Red Bull. Der niederländische dreifache Weltmeister liess von der Pole Position aus nichts anbrennen, gewann nach dem Sprint auch das Hauptrennen und damit seinen 17. GP in dieser Saison.

Kurzzeitig kündigte sich zwar Spannung an, als das Rennen nach zwei Runden wegen einem Startunfall mit Alexander Albon (Williams) und Kevin Magnussen (Haas) abgebrochen und neu gestartet wurde. Lando Norris im McLaren erbte den zweiten Startplatz des in der Aufwärmrunde wegen eines Hydraulikproblems abgeflogenen Ferrari-Piloten Charles Leclerc.

Und Norris setzte den Weltmeister tatsächlich kurzzeitig unter Druck. Eine reelle Siegchance hatte er aber nicht. Am Ende wurde er knapp acht Sekunden hinten Verstappen Zweiter. Den dritten Rang sicherte sich Fernando Alonso im Aston Martin. Der Spanier verteidigte seinen Podestplatz in einem packenden Duell in den letzten Runden gegen Sergio Perez im zweiten Red Bull ganz knapp. Am Ende lagen 53 Tausendstel zwischen den beiden.

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