Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Sport

Muss die Sauber-Führung sich Sorgen machen?

Bei Audi soll der Formel-1-Einstieg auf der Kippe stehen. Was ist dran an den Gerüchten?

Sorgenvoller Blick in die Zukunft? Sauber-CEO Andreas Seidl (links) und Teamrepräsentant Alessandro Alunni Bravi.

Foto: Sauber Motorsport

Muss die Sauber-Führung sich Sorgen machen?

Fragezeichen um Audi-Einstieg

Der Formel-1-Einstieg mit dem Hinwiler Sauber-Team soll beim deutschen Hersteller Audi auf dem Prüfstand stehen. Die Fakten zu den Gerüchten.

Drei Rennen lang ist der Hinwiler Sauber-Rennstall in der Formel 1 noch unter dem Namen Alfa Romeo unterwegs – und hat im Kampf um den 7. WM-Rang soeben einen Rückschlag einstecken müssen. Die Aussichten, das Blatt noch wenden zu können, sind nicht sonderlich gut.

Besser ist dafür die Perspektive über die Saison hinaus. Ab 2026 sollen Podestplätze, Siege und WM-Titel möglich werden. Dann wird Sauber zum Werksteam des deutschen Herstellers Audi.

Das zumindest ist der Plan. Doch letzte Woche am Rande des GP von Mexiko waren im Fahrerlager Gerüchte, dass der Audi-Einstieg auf der Kippe stehen könnte, das grosse Thema.

Zu tun hat das mit einem Artikel im «Spiegel». Darin geht es um die Krise im Audi-Mutterkonzern Volkswagen und um die Absetzung von Audi-CEO Markus Duesmann, der den Formel-1-Einstieg mit Audi bei Sauber orchestriert hatte. Duesmann war bereits in Hinwil tätig, als BMW von 2006 bis 2009 den Rennstall besass.

Man will rechnen – und wünscht sich eine Erfolgsgarantie

Nun herrscht im VW-Konzern Spardruck, auch bei Audi, und laut dem «Spiegel», der sich auf «Konzernkreise» beruft, soll das Formel-1-Projekt nun noch einmal analysiert werden, weil es «noch nicht sorgfältig bis zum Ende durchgerechnet worden» sei. Ein Einstieg lohne sich nur dann, wenn die Chance bestehe, dass man «ganz vorne mitfahren» könne.

Das ist reichlich vage – und offiziell erklärte Audi gegenüber verschiedenen Medien, der Zeitplan bleibe unverändert, der Einstieg basiere auf einem Vorstandsbeschluss.

Muss die Sauber-Führung sich also Sorgen machen? Sicher weiss das keiner, zumindest solange Audi nicht selber konkret wird.

Es wird gebaut und rekrutiert

Tatsache ist aber: Ein Ausstieg – respektive ein Nicht-Einstieg – wäre bereits jetzt kostspielig. Denn das Projekt ist längst kein Papiertiger mehr. In Neuburg an der Donau ist nicht nur der Bau des Motorenwerks schon weit fortgeschritten, sondern auch die Personalrekrutierung. Über 300 Menschen arbeiten dort am Projekt. Der erste Testmotor soll schon bald auf den Prüfstand kommen.

Und in Hinwil ist Sauber-CEO Andreas Seidl damit beschäftigt, den Rennstall für Audi fit zu trimmen. Der Hersteller besitzt bereits 25 Prozent der Sauber-Anteile, per Ende Jahr wechselt die zweite Tranche die Hand.

Laut der «Neuen Zürcher Zeitung» soll der aktuelle Sauber-Besitzer Finn Rausing sich mit einer Vertragsklausel abgesichert haben, wonach er bei einem Rückzug entschädigt würde. «Es wäre ein Milliardengrab», heisst es in dem Artikel.

Und ein Imageverlust ebenso. Zumal Audi sämtliche anderen Motorsportaktivitäten zugunsten des Formel-1-Projekts beerdigt hat. Als «Bündelung der Kräfte» verkaufte man das, was in Motorsportkreisen für Aufruhr und Kritik sorgte.

Mit der Formel 1 lässt sich Geld verdienen

Zudem brächte sich der Hersteller selber um die Chance, Geld zu verdienen in einem boomenden Umfeld. Die Formel 1 schreibt Rekordumsätze, die Budgetobergrenze sorgt für eine Kostenkontrolle und verhindert ein kostspieliges Entwicklungsrennen der Topteams.

Die Folge: Die Rennställe verlochen nicht mehr Millionen, sondern machen Profit. Mercedes etwa schrieb 2022 110 Millionen Dollar Gewinn bei einem Umsatz von 581 Millionen Dollar.

Das alles muss nichts heissen. Bis der erste in Hinwil gebaute Audi-Formel-1-Bolide auf die Rennstrecke geht, dauert es noch über zwei Jahre – und bis sich die Investition lohnt, dauert es noch einmal länger.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns