Dank ihr hatte Sauber doch Grund zum Jubeln
Sauber-Pilotin ist Vizemeisterin
Léna Bühler ist im Sauber-Förderprogramm – und gehörte in der Frauenserie F1 Academy zu den Besten.
In der Formel 1 ist Sauber weit von den vordersten Rängen entfernt. Und doch hatten die Hinwiler am Wochenende in den USA einen Podestplatz zu feiern. Genau genommen waren es sogar drei Podestplätze: Ein 3. Rang, ein 2. Rang – und ein Vizemeistertitel. Verantwortlich dafür: Léna Bühler, eine 26-jährige Waadtländerin, die ihr Können in der Serie F1 Academy zeigte.
Bühler gehört seit diesem Jahr zur Sauber Academy – jenem Programm also, mit dem der Hinwiler Rennstall seine zukünftigen Formel-1-Piloten ausbilden will. Der bekannteste «Schüler» ist der Franzose Théo Pourchaire, der in der Formel 2 vor den letzten beiden Saisonrennen die Gesamtwertung anführt. Bühler fuhr in jungen Jahren ambitioniert BMX und begann erst als 17-Jährige mit dem Kartsport. Seit 2020 ist sie in Formel-Serien unterwegs.
Frauen-Serien gibt es noch nicht lange
Bühler ist weiter von der Formel 1 entfernt als Pourchaire, das steht ausser Frage. Nicht nur wegen ihrer vergleichsweise geringen Erfahrung und des doch schon fortgeschritteneren Alters. Auch, weil sie eine Frau ist.
Über 30 Jahre her ist es, seit mit Giovanna Amati 1992 letztmals eine Frau in der Königsklasse des Motorsports fuhr. Und seit Susie Wolff, die Ehefrau von Mercedes-Teamchef Toto Wolff, 2015 bei Williams in zwei Freitagstrainings eingesetzt wurde, sind auch schon wieder acht Jahre vergangen.
Von Frauenförderung im Formelsport wurde immer wieder geredet, konkret wurden die Bemühungen aber erst in den letzten Jahren. 2019 wurde mit der W-Series die erste reine Frauen-Rennserie lanciert, 2022 scheiterte sie wegen finanzieller Probleme. Die Britin Jamie Chadwick, die sämtliche drei Titel holte, war zwar mehrere Jahre lang Williams-Testfahrerin, ohne aber auch nur an einem Freitagstraining teilzunehmen.
Es war ihre «beste Saison überhaupt»
Die F1 Academy, in der Bühler die Saison bestritt, gibt es erst seit diesem Jahr. Formel-4-Autos werden da gefahren, und sie war ursprünglich als Ergänzung zur W-Series gedacht, in der leistungsstärkere Formel-3-Fahrzeuge zum Einsatz kamen. Nun ist sie aber die einzige Frauen-Rennserie. Nicht nur deshalb steht sie im Fokus, sondern auch, weil sie im Gegensatz zur W-Series vom Formel-1-Management selber ins Leben gerufen wurde – und mit Susie Wolff eine prominente und auf höchster Stufe gut vernetzte Chefin hat.
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Fünf Teams mit Erfahrung aus der Formel 2 und Formel 3 waren in dieser Saison dabei, die je drei Fahrerinnen stellten. An sieben Wochenenden standen jeweils drei Rennen auf dem Programm – zwei über 30 Minuten und eines über 20 Minuten mit umgekehrter Startaufstellung.
Bühler stand in 21 Rennen 13-mal auf dem Podest – öfter als alle anderen Pilotinnen. Zwei Siege feierte sie, siebenmal wurde sie Zweite, viermal Dritte. Gesamtsiegerin Marta Garcia aus Spanien verzeichnete einen Podestplatz weniger, stand aber insgesamt siebenmal zuoberst auf dem Treppchen. Trotz verpasstem Gesamtsieg schreibt Bühler von der «besten Saison überhaupt» auf Instagram. «Es war eine grosse Herausforderung. Ich habe viel gelernt.»
In der nächsten Saison soll die F1 Academy noch sichtbarer werden. Dann findet sie an den Formel-1-Rennwochenenden im Rahmenprogramm statt und soll auch im Livestream zu sehen sein – in dieser Saison gab es nur Zusammenfassungen. Und: Jedes Formel-1-Team wird eine Fahrerin nominieren, die mit einem in den Teamfarben bemalten Auto unterwegs sein wird.
Wen Sauber ins Rennen schicken wird, ist noch nicht bekannt. Bühler dürfte es nicht sein – darauf lässt zumindest ein Satz von Sauber-Sportdirektor Beat Zehnder schliessen. Auf Instagram reiht er sich unter die Gratulanten mit folgenden Worten: «Du kannst sehr stolz sein. Ich freue mich, dich in der nächsten Saison in einem neuen Umfeld zu sehen.»
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