Im Derby jubelten fast nur die Gäste
Erstliga-Unihockeyduell
Erstligist Pfannenstiel gelingt bei den Glattal Falcons ein «Stängeli» – und doch konnte das 10:3 des Leaders gegen den Letzten so nicht erwartet werden.
Einseitiger kann ein Spiel kaum sein. Und überraschen kann das Schlussresultat des Erstliga-Derbys zwischen den Glattal Falcons und dem UHC Pfannenstiel ebenso wenig – auf den ersten Blick.
10:3 siegte der Leader der Erstliga-Gruppe 2 beim Tabellenletzten. 4:0 führte «Pfanni» nach dem ersten Drittel, 8:2 nach dem zweiten. Und in der 58. Minute vollendete Tim Bartenstein das «Stängeli».
Drei Tore schoss Florian Hafner, je zwei Lukasz Chlebda sowie David Kyburz, und Florian Nideröst und Markus Kulmala trugen sich je einmal in die Torschützenliste ein.

Doch dass sich der Favorit dermassen deutlich durchsetzen würde, war aufgrund des bisherigen Saisonverlaufs nicht unbedingt zu erwarten. Zwar sind die Glattal Falcons auch nach sieben Spielen noch sieglos. Doch sie waren schon mehrfach nahe dran. Beim 4:5 nach Verlängerung gegen die Rheintal Gators etwa, als sie ihren bisher einzigen Punkt holten. Oder beim 3:4 gegen den aktuellen Tabellendritten Bassersdorf Nürensdorf.
Und: Die Glattaler steigerten ihre Trefferquote ständig. Die sieben Tore, die sie zuletzt gegen Appenzell erzielten (7:9), war im Hinblick aufs Derby ein positives Signal gewesen. Die Equipe, die in der letzten Saison bis in die Playoff-Halbfinals vorgestossen war, schien den Tritt zu finden.
Gewichtige Absenzen
Aber nun folgte gegen «Pfanni» ein heftiger Rückschlag. Auch, weil die Absenzenliste lang ist. Die Falcons brachten nur drei Blöcke aufs Matchblatt. Und sie mussten mit Fabian und Cyril Zolliker auf die besten Skorer der letzten Saison verzichten. Da half es wenig, dass einer wohl speziell motiviert in dieses Spiel stieg: Micha Moser wechselte vor nicht einmal zwei Wochen von «Pfanni» zu den Glattalern – weil er beim Leader weniger Einsatzzeit erhielt, als er sich wünschte.
Doch Pfannenstiel tat den Glattalern nicht den Gefallen, sie zu unterschätzen. «Ich bin zufrieden, dass wir eine konzentrierte und über weite Strecken konsequente Leistung bringen konnten», sagte «Pfanni»-Torhüter Flurin Schindele. Und Stürmer Markus Kulmala ordnete ein: «Es war ein verdienter Sieg. Es gibt aber noch Verbesserungspotenzial fürs kommende Wochenende, wenn ein starker Gegner auf uns wartet.»
Dann steht das Spitzenspiel gegen den Tabellendritten Bassersdorf Nürensdorf an. Die Falcons hingegen müssen gegen den Tabellenzweiten Bülach ran – und hoffen auf eine kürzere Absenzenliste.
