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Ustermer Medaillenregen am Lago Maggiore

Der LC Uster präsentiert sich an der Schweizer Halbmarathon-Meisterschaften im Tessin omnipräsent. Ganz vorne weg läuft Simon Tesfay.

Michelle Schaub und der Ustermer Simon Tesfay siegten in ihren Kategorien.

Foto: Swiss Athletics

Ustermer Medaillenregen am Lago Maggiore

Überlegene Siege in der Teamwertung

Der LC Uster erreicht bei den Schweizer Halbmarathon-Meisterschaften in Locarno mehrere Spitzenplätze. Bei den Männern holt sich Simon Tesfay den Titel.

Jörg Greb

Auch ohne Marathon-Rekordhalter und Halbmarathon-Europameister Tadesse Abraham gab es am Lago Maggiore kein Vorbeikommen am LC Uster und seinen Läuferinnen und Läufern.

Drei der sechs Podestplätze der beiden Rennen eroberten die Oberländer. Simon Tesfay ist der neue Schweizer Meister über die 21,095 km, Andrea Meier gewinnt bei den Frauen Silber und Ali Abdi läuft als Dritter bei den Männern ein.

Simon Tesfay wollte sein erstes SM-Gold. Nachdem der 38-Jährige Ende Winter den Schweizer Pass erhalten hat, verpasste er dieses Ziel an der Marathon-Meisterschaft in Zürich Ende April. Er musste Adrian Lehmann den Vortritt überlassen.

Jetzt bot sich eine weitere Möglichkeit. So einfach wars aber nicht. Nach einer langen, harten und psychisch fordernden Saison mit Neonationalteam-Status, WM-Selektion und -Marathon fühlte er sich «mental fast leer».

Ich liess meinen letzten Widersacher den Rhythmus bestimmen.

Simon Tesfay, LC Uster

Routiniert verstand es Tesfay trotzdem, seiner Favoritenrolle gerecht zu werden. Sein Rezept: «Ich liess meinen letzten Widersacher Dominik Rolle den Rhythmus bestimmen.» In der Schlussphase spielte er seine Tempohärte aus.

Meier und die Riesenfreude

Das Optimum holte bei den Frauen auch Andrea Meier heraus: Silber. Mit der Basler Favoritin Michelle Schaub hielt sie auf dem ersten Streckendrittel mit, dann liess sie diese bewusst ziehen: «Ich erkannte, dass ich mich übernehmen würde.» Wie stark das Rennen der 30-Jährigen war, zeigt sich an der Endzeit: 1:15:35. Um eine neue persönliche Bestmarke handelt es sich.

Mit einer «riesigen Freude und etwas sehr Motivierendem» verbindet sie dieses Abschneiden. Um ihren grössten Erfolg handelt es sich – und das endgültige Zurückmelden nach dem gesundheitsbedingten Rückschlag vor zwei Jahren. Und im Hinblick auf das Herbstmarathon-Ziel sieht sie sich «auf sehr gutem Weg»: Am 5. November will Meier in Turin in einen neuen Bereich vorstossen (Bestzeit: 2:43:18) .

Ali Abdis Zukunftsaussichten

Als Dritter und der Zeit von 1:06:07 Stunden lief Ali Abdi ein – ebenfalls schneller denn je. Bis Kilometer 17 durfte sich der erst 21-Jährige gar noch mehr ausrechnen. Dem Tempoforcing von Klubkollege Tesfay war er allerdings nicht gewachsen.

Diese Distanz wird vielleicht in zwei, drei Jahren etwas für mich.

Ali Abdi, LC Uster

Erst um seinen zweiten Halbmarathon handelte es sich. «Diese Distanz wird vielleicht in zwei, drei Jahren etwas für mich», sagte er. Von «einer sehr wertvollen Erfahrung» sprach er. Was bleibt ist sein Dilemma: Als Somalier mit Flüchtlingsstatus fehlt ihm der Schweizer Pass.

Medaillenberechtigt ist Abdi deshalb nicht – im Einzelklassement. An der Goldmedaille in der Teamwertung partizipierte er jedoch. Für das dritte LCU-Resultat und den Erfolg vor dem ST Bern sorgte Miro Mülli.

Und Gold vor den beiden Zürcher Kontrahenten LC Regensdorf und LC Zürich eroberten auch die Ustermer Frauen. Andrea Meier, Verena Cerna und Lisa Gubler waren hier die Protagonistinnen.

Locarno. Schweizer Meisterschaften. Halbmarathon. Männer: 1. Simon Tesfay (LC Uster) 1:05:25. 2. Dominik Rolli (STB) 1:05:33. 3. Ali Abdi Salam (LC Uster/SOM) 1:06:07. 4. (3. SM) Robin Mennet (LC Basel) 1:08:37. - Frauen: 1. Michelle Schaub (LC Basel) 1:14:22. 2. Andrea Meier (LC Uster) 1:15:35. 3. Sereina Scherzinger (Sargans) 1:16:07.

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