Endlich geht für Sauber alles auf
Sauber jubelt in Katar
Valtteri Bottas Achter, Zhou Guanyu Neunter – so gut wie im GP von Katar war das Hinwiler Sauber-Team in dieser Saison noch nie.
Es muss sich für die gebeutelte Sauber-Crew wie ein Sieg anfühlen: Im GP von Katar fuhren Valtteri Bottas als Achter und Zhou Guanyu als Neunter in die Punkteränge.
Zum ersten Mal in dieser Saison waren beide Hinwiler Autos in den Top Ten. Sechs WM-Punkte sind das Saisonbestresultat und auch die beste Ausbeute seit dem GP von Kanada im Juni letzten Jahres. Damals waren es die Ränge 7 und 8 – 29 Rennen sind seither vergangen.
Auf und neben der Strecke fehlerlos
Manch einer dürfte seinen Augen nicht getraut haben, als Bottas und Zhou nach rund einer halben Stunde in Katar auf den Rängen 4 und 5 auftauchten. Die Momentaufnahme war der Boxenstrategie geschuldet – und doch dürfte sich der eine oder andere Fan gedacht haben: «Ich schalte den TV nun aus, denn besser wird es nicht.»
Besser wurde es zwar tatsächlich nicht, aber wer bis am Schluss dranblieb, wurde belohnt. Mit einer einerseits fahrerisch makellosen Leistung und einer fehlerfreien Performance der Strategie-Equipe und der Boxencrew. «Heute konnten wir endlich das abliefern, was wir schon lange wollten», sagte Teamrepräsentant Alessandro Alunni Bravi.
Zhou profitierte von Strafen
Gewiss, begünstigt wurde der Sauber-Erfolg auch von Ausfällen der Konkurrenz. Carlos Sainz im Ferrari konnte aufgrund technischer Probleme gar nicht erst starten; Lewis Hamilton im Mercedes schied schon in der Startrunde aus. Beide klassieren sich im Normalfall vor den Alfa-Romeo-Piloten.
Ganz ohne Ankündigung war der Erfolg nicht. Bottas hatte im Qualifying erstmals seit dem GP von Ungarn Ende Juli wieder den dritten Teil erreicht und startete vom 9. Rang aus. Zhou kam derweil gar nicht auf Touren – dass er vom 19. Startplatz aus noch in die Punkte fuhr, spricht für den Chinesen. Zupass kam ihm allerdings, dass einige Konkurrenten wegen Zeitstrafen zurückfielen. Auf der Strecke fuhr Zhou nämlich als 12. über die Ziellinie – und wurde nachträglich noch nach vorne gespült.
Dank den sechs Punkten überholen die Hinwiler in der Konstrukteure-WM das Haas-Team und liegen nun wieder an achter Stelle.
«Unser Ziel bleibt der 7. Rang», sagte Alunni Bravi. Den Rückstand auf das derzeit siebtplatzierte Williams-Team haben die Hinwiler von 13 auf sieben Zähler reduziert. Fünf Rennen stehen noch aus – was unerreichbar schien, wirkt nun plötzlich wieder möglich.
Verstappen tütet den Titel ein
An der Spitze feierte Max Verstappen seinen 14. Saisonsieg – seinen ersten als dreifacher Weltmeister. Den Titel sicherte sich der Holländer auch rechnerisch am Samstag im Sprintrennen, das er als Zweiter hinter McLaren-Pilot Oscar Piastri beendete. Am Sonntag war die Reihenfolge umgekehrt: Verstappen gewann vor Piastri und dessen Teamkollegen Lando Norris.
