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Warum der «Kracher» eben doch keiner war

Der EHC Wetzikon traf in der ersten Cuprunde auf die Profis aus Winterthur – ein Leckerbissen wars nicht.

Der Underdog hielt sich wacker: Wetzikons Lars Heuberger im Duell mit dem Winterthurer Captain Anthony Staiger.

Foto: Roger Hofstetter

Warum der «Kracher» eben doch keiner war

Cup-Auftritt des EHC Wetzikon

Cup-Spiele gegen Profiklubs waren für Amateurteams einst ein grosses Highlight. Am Samstag gastierte Winterthur in Wetzikon – die Massen zog das nicht an.

Sie hatten die Werbetrommel wacker gerührt. Vom Kracher war die Rede, vom grossen Highlight, vom Cup-Hit – wer die Kanäle des EHC Wetzikon verfolgte, musste unweigerlich das Gefühl bekommen, am Samstagabend ereigne sich in der Wetziker Eishalle etwas unglaublich Aussergewöhnliches.

Aussergewöhnlich ist der Eishockey-Cup tatsächlich. Es gab ihn von 2014 bis 2021 als Schweizer Cup, der dem einen oder andern Profiklub eher ein Klotz am Bein war und in der entscheidenden Phase kaum auf Zuschauerinterese stiess.

Nach dem Ausstieg des Hauptsponsors hielten die Amateurklubs den Wettbewerb unter sich am Leben, weil er für sie die Chance darstellte, einen Titel zu gewinnen – was dem EHC Dübendorf 2022 gar beinahe gelang. Seit dieser Saison sind nun die Teams aus der Swiss League wieder dabei.

Die Bedeutung des Wettbewerbs steigert das nicht entscheidend. Er heisst National Cup, aber die Teams aus der National League bleiben ihm fern. Und die Erstrunden-Duelle gegen zweitklassige Profiklubs sind für die Amateure deutlich weniger attraktiv als jene gegen die Teams aus der höchsten Liga. Sie waren quasi Selbstläufer.

Als 2016 der HC Davos in Wetzikon gastierte, lockte die Affiche 2500 Zuschauer in die Eishalle. Sie sahen damals einen EHCW, der 2:5 verlor, bis zur Spielmitte aber gut mithielt.

Statt 2:2 hiess es bald 1:4

Letzteres trifft auch auf die Partie vom Samstag gegen den EHC Winterthur zu. 1:8 verloren die Wetziker gegen den aktuellen Tabellenvierten der Swiss League. Ihre besten Momente hatten sie im Mitteldrittel, nachdem Ari Hochheuser in der 29. Minute auf 1:2 verkürzt hatte.

Zwischenzeitlich schien der Ausgleich in der Luft zu liegen; das Team von Trainer Christian Modes zeigte sich engagiert, unerschrocken, kämpferisch und lauffreudig – es versuchte, seine Haut möglichst teuer zu verkaufen.

Aber es war, wie es in solchen Spielen eben meistens ist: Kaltblütig und effizient ist nicht der Underdog, sondern der Favorit. Im Powerplay erhöhten die Winterthurer auf 3:1, unmittelbar nach Wiederbeginn auf 4:1 – der sprichwörtliche Mist war damit geführt.

Es dürfte nicht der Rekordwert bleiben

Der unterklassige EHCW hielt gegen den oberklassigen EHCW also wacker mit – das war die einzige Parallele zur letzten grossen Cup-Affiche gegen Davos. Denn der Zuschaueraufmarsch hielt sich mit 528 doch arg in Grenzen für etwas, was man als «Kracher» vermarkten möchte.

Und das trotz kulinarischen Sonderaktionen beidseits: In der Wetziker Cupmatch-Beiz gabs Raclette mit der Mannschaft nach dem Spiel; die Winterthurer probierten ihre Fans nebst mit einer Fahrt im Oldtimer-Bus mit einem Nachtessen aus der «mobilen EHCW-Küche» mit der 1. Mannschaft anzulocken.

Der Erfolg: überschaubar. Man kann durchaus davon ausgehen, dass die 528 Zuschauer nicht der Rekordwert der Saison bleiben. Und die Ironie der Geschichte: Als der EHC Wetzikon vor neun Jahren letztmals in der 1. Liga daheim gegen den EHC Winterthur spielte, war die offizielle Zuschauerzahl mit 531 gar noch minim höher.

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