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Der Greifenseer Cup-Traum ist aus

Der FC Greifensee gerät im Cupspiel gegen Onex nach einem Platzverweis und einem Penalty auf die Verliererstrasse.

Greifensees Patrick Schmid kann nur durch ein Foul von Nelson Marques Rodrigues gestoppt werden.

Foto: David Kündig

Der Greifenseer Cup-Traum ist aus

Niederlage gegen Genfer Zweitligist

Nichts wirds mit einem grossen Gegner: Der FC Greifensee unterliegt Onex 1:2 und verpasst den Einzug in die Achtelfinals des Schweizer Cups.

Daniel Hess

Manch einem Greifenseer dürfte bei diesem Anblick das Herz geblutet haben. Die Spieler des FC Onex bildeten mit ihren Anhängern auf dem Rasen eine gar nicht mal so kleine, vor allem aber sehr laute Traube. Einer schwenkte eine überdimensionale Fahne der Genfer Gemeinde, und alle feierten sie ausgelassen singend und tanzend den 2:1-Erfolg im Grossriet.

Im Gegensatz zu den Greifenseern hatten die «Onésiens» die historische Chance gepackt und waren vor der würdigen Kulisse von 850 Zuschauern in den Achtelfinal des Schweizer Cups eingezogen.

Wir waren bis zur roten Karte die bessere Mannschaft und sind um den Sieg gebracht worden.

Simon Schaich, Assistenztrainer FC Greifensee

«Ganz bitter» sei das Verdikt, sagte Assistenztrainer Simon Schaich, dem es vor allem leid tat «für die Jungs, die 90 Minuten geackert haben und es sich wirklich verdient hätten». Er selber verspüre einen grossen Frust, so Schaich. «Denn wir waren bis zur roten Karte die deutlich bessere Mannschaft und sind um den Sieg gebracht worden.»

Klar überlegen

Tatsächlich deutete zunächst einiges auf einen ähnlich souveränen Sieg der Greifenseer hin, wie er ihnen schon in der Runde zuvor gegen Schönenwerd-Niedergösgen gelungen war. Der amtierende FVRZ-Cup-Sieger hatte die Partie von Beginn weg im Griff und ging früh in Führung, als Marco Preghenella einen an Patrick Schmid verschuldeten Foulpenalty verwandelte.

Auch danach war die Überlegenheit der Greifenseer in dem Duell der beiden letzten im Wettbewerb verbliebenen Zweitligisten derart eklatant, dass sich der Gäste-Trainer bereits nach einer halben Stunde zu zwei Wechseln genötigt sah. Einziger, allerdings nicht unwesentlicher Schönheitsfehler: Der FCG verpasste es in dieser Phase, seine Chancen in weitere Tore umzumünzen und vorzeitig auf die Siegesstrasse einzubiegen.

Kein Fingerspitzengefühl

Das Auslassen der Gelegenheiten rächte sich wenige Minuten vor der Pause, als die bis dahin einseitige Partie eine entscheidende Wende erfuhr: Tim Stocker kassierte für sein zweites Vergehen die zweite gelbe Karte und wurde des Feldes verwiesen.

«Es waren zwei ganz normale Fouls», ereiferte sich Schaich, der beim Schiedsrichter das berühmte Fingerspitzengefühl vermisste. Mit der Überlegenheit der Greifenseer war es dann natürlich vorbei, aber die schwächere Mannschaft war der FCG auch danach lange Zeit nicht. Kurz nach der Pause hätte Severin Burkart gar den zweiten Treffer erzielen können, doch vermochte er die Hereingabe von Schmid nicht im Tor unterzubringen.

FCG-Keeper patzt

In der Folge setzten endlich auch die Gäste aus der Genfer Vorortgemeinde offensive Akzente, und zwar fast ausschliesslich über die rechte Seite. Erst fällte der Referee noch ein Urteil, bei dem böse Zungen von einem Kompensationsentscheid sprechen würden, und verweigerte Onex einen Penalty.

Kurz darauf konnte er aber nicht mehr anders, als auf den Punkt zu zeigen. Verantwortlich dafür war Paulo Da Costa. Der FCG-Keeper vermochte den Ball nicht festzuhalten und wusste sich nur noch mit einem Foul zu helfen. Gäste-Captain Rafael Almeida liess sich die Chance nicht entgehen und traf zum Ausgleich.

Kräfte schwinden

Und auch wenn es für Assistenzcoach Schaich nicht ausschlaggebend war: Von Vorteil war es bestimmt nicht, dass der FCG unter der Woche noch eine Meisterschaftspartie gespielt hatte. Allzu frisch wirkten die zehn Greifenseer auf dem schweren Geläuf in der Schlussphase verständlicherweise jedenfalls nicht mehr. Sie hielten zwar weiter wacker dagegen, tauchten aber nicht mehr in der Nähe des gegnerischen Tores auf.

Die Genfer taten das zwar ebenfalls nur selten, aber einmal taten sie es mit Erfolg, als wiederum Almeida nach einem Corner per Kopf in die kurze Ecke traf.

Letztes Aufbäumen

Die Reaktion des müder werdenden Heimteams fiel bescheiden aus. Doch in der Nachspielzeit zapfte es seine letzten Energiereserven an und wäre beinahe noch zum Ausgleich gekommen.

Der eingewechselte Marc Stettler verpasste aber das Ziel, und auch bei einem finalen Tohuwabohu vor dem Tor der Genfer konnten die Greifenseer nicht mehr verhindern, Sekunden später Zeugen des euphorischen Jubels der Gäste zu werden.

Greifensee (2. Liga) - Onex (2. Liga) 1:2 (1:0). – Tore: 13. Preghenella (Foulpenalty) 1:0. 58. Almeida (Foulpenalty) 1:1. 78. Almeida 1:2.

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