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Ein besonderer Tag für den Frauenfussball in der Region

Effretikon und Schwerzenbach können sich auf ein Cupfest freuen. Die Zweitliga-Teams haben zwei der besten Schweizer Frauenfussball-Teams zu Besuch.

Schwerzenbachs Cosima Nolli (am Ball) dürfte auch gegen GC gefordert werden.

Archivfoto: David Kündig

Ein besonderer Tag für den Frauenfussball in der Region

Oberländerinnen im Cup-Fieber

Es ist für die Zweitliga-Teams von Effretikon und Schwerzenbach das Spiel des Jahres. Im Schweizer Cup treffen sie am Samstag auf St. Gallen und GC.

Fans müssen sich für ein Spiel entscheiden

Fans des Frauenfussballs oder Groundhopper dürften sich ärgern. Letztere sprechen gerne von einem «Double Header», wenn sie gleich zwei Spiele nacheinander besuchen. Das ist in diesem Fall nicht möglich. Obwohl beide Spielorte nur etwa acht Kilometer voneinander entfernt liegen. Die Cup-Duelle Effretikon - St. Gallen und Schwerzenbach - GC werden nämlich am Samstag zeitgleich um 16 Uhr angepfiffen. Dies, obwohl der Besuch von Klubs aus der Women's Super League im Oberland etwas besonderes ist.

Doch in beiden Lagern wird die «Terminkollision» gelassen hingenommen. «Ich glaube nicht, dass anderweitig mehr Leute zum Spiel kommen würden», sagt etwa FCE-Coach Patrik Meier. Ohnehin ist bei den Effretikerinnen das Datum bewusst gewählt. «Nachher gehen wir an die Illnauer Dorfchilbi», sagt Meier. Ähnlich klingt es beim Schwerzenbacher Trainerkollegen Mario Sommer, der mit 300 Besuchern rechnet. «Uns war gar nicht bewusst, dass in Effretikon zur selben Zeit gespielt wird.»

Ein zweistelliges Resultat ist nicht abwegig

Oberländer Klubs in der 1. Hauptrunde: Das war in den letzten Jahren die Ausnahme. 2020 gelang zumindest dem FC Effretikon als fairstes Frauenteam aus dem Fussballverband der Region Zürich die Qualifikation. Dort musste er sich dem B-Ligisten Schlieren 1:8 geschlagen geben. «Dann kann man wohl die Zahl der Gegentore gegen St. Gallen multiplizieren», sagt FCE-Trainer Meier mit einem Augenzwinkern.

Blättert man weiter zurück, geht es bis ins Jahr 2014, als der damalige Zweitligist Fehraltorf beim 3:9 gegen Widnau aus der 1. Liga chancenlos war.

Die Rückkehr der eigenen Juniorin aufs Eselriet

Eine besondere Note gibt dem Spiel in Effretikon der mögliche Einsatz von Noa Schärz in den Reihen der St. Gallerinnen. Sie ist eine ehemalige Juniorin des FCE. Die Mittelfeldspielerin wechselte im Alter von 11 zu GC, wo sie alle Nachwuchsebenen bis ins erste Team durchlief.

Seit Anfang Jahr ist Schärz nun eine feste Grösse in St. Gallen. Die 23-Jährige ist allerdings ihrem Stammklub – ihr älterer Bruder Kim spielt in der zweiten Mannschaft – und der Region weiter eng verbunden. Die gelernte Köchin führte bis im Juli das Café Gleis 11 in ihrer Heimatgemeinde Illnau. «Noa pflegt noch zu vielen von unseren Spielerinnen eine gute Beziehung», sagt auch FCE-Coach Meier.

Eine Reise zu den erfolgreichen Wurzeln

Für die GC-Frauen ist der Besuch auf dem Zimikerried eine Reise zu den Wurzeln. Hier wurden ein Meistertitel (1992) und drei Cup-Erfolge (1992, 2003, 2008) noch als Schwerzenbach geschafft. Nach dem letzten Titel folgte die definitive Integration in den Grasshopper Club Zürich. Pokale gab es seither nur noch auf Stufe Nachwuchs.

Womöglich hilft da der Gang in die Selbständigkeit. Auf diese Saison hin wurde die GC Frauenfussball AG gegründet. Es ist gleichzeitig die Loslösung aus dem Grasshopper Club. Hinter dem Projekt steht der als VR-Präsident fungierende Heinz Spross. Der langjährige Geldgeber bei den Männern hat beispielsweise schon in Campusnähe von Niederhasli ein Haus für die Spielerinnen erbauen lassen. Dies soll erst der Anfang sein. In einer Mitteilung wird von «einer grossen Vision» und möglichen Titeln gesprochen. Und: Man wolle ein Magnet für Talente sein.

Pionierin in Führungsrolle und ein Social-Media-Stern

«Neue Tradition». So machen die GC Frauen schon geraume Zeit eher seltsam Eigenwerbung. Seit 2021 ist Lara Dickenmann das Gesicht des Vereins. Die 135-fache Nationalspielerin lief zwar in ihrer langen Karriere nie für die Grasshoppers auf, sie bekleidet aber seither die Position der General Managerin.

Im Team selbst fehlen weitgehend Namen mit grösserer Ausstrahlung. Den bekanntesten trägt noch die frühere deutsche Nationalspielerin Anna Blässe (27 Länderspiele). Die 36-jährige Ehefrau von Dickenmann spielte auf dem Platz allerdings seit ihrer Ankunft im Sommer 2022 kaum eine Rolle, und kam nur zu fünf Einsätzen.

Für etwas Glamour sorgt ansonsten die derzeit verletzte Ana Maria Markovic. Sie hat in ihrer Rolle als Influencerin auf Instagram fast drei Millionen Follower.

Zu den jungen Hoffnungsträgerinnen im Team zählen die eben erstmals fürs Schweizer A-Nationalteam aufgebotene Noemi Ivelj. Die Mittelfeldspielerin wird im November erst 17 Jahre alt.

Und dann ist da noch Yllka Kadriu (21). Die frühere Dübendorf-Juniorin trägt zumindest die prestigeträchtige Nummer 10 auf dem Rücken.

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