Eine Chance für Spätberufene
Stand-up-Paddle auf dem Greifensee
Mehr als nur eine beliebte Sommerbeschäftigung? Im Rahmen des Uster Triathlons werden am SUP-Race die Schweizer-Meister-Titel vergeben.
Über die genauen Verkaufszahlen sprechen sie nicht gerne. Weder die Hersteller noch die Online-Grosshändler. Nur schon wegen der Konkurrenz. Es ist allerdings ein offenes Geheimnis. Spätestens seit Corona-Zeiten erlebt Stand-up-Paddeln – oder kurz SUP – einen ziemlichen Aufschwung.
Einer, der sich in der Praxis bestens auskennt, ist Andi Saurer, Vorstandsmitglied und SUP-Verantwortlicher bei den Greifensee Dragons. Er sagt sogar: «Die Verkaufszahlen müssten sich in mehreren zehntausenden bewegen.»
SUP ist also in der breiten Bevölkerung angekommen. Dafür genügt an einem schönen Sommertag der Blick auf einen Fluss oder See, wenn sich Sportbegeisterte im Stand-up-Paddeln versuchen.
Das Erfolgsgeheimnis? Es ist einfach und schnell für alle Altersgruppen erlernbar. Nur wenige wissen allerdings, dass der beliebte Wassersport auch auf Wettkampfebene betrieben werden kann.

So beispielsweise diesen Samstag auf dem Greifensee, wenn zum vierten Mal die SUP-Race im Rahmenprogramm des Uster Triathlons stattfindet.
Mehr Spontane dank Wetter
Die Teilnehmerzahlen bewegten sich in den ersten Jahren im überschaubaren Rahmen. «Es fehlt noch der typische Breitensportler», sagt OK-Präsident Andi Saurer, der selbst einmal Schweizer Meister wurde. Das Potenzial für Wachstum ist aber zweifellos vorhanden. «Immer mehr Regionen und Tourismusverbände wollen Anlässe in dieser Art durchführen», weiss Saurer.
Im Fall des SUP-Race mit Start und Ziel im Strandbad Uster sind nun auch die Wetterprognosen vielversprechend, sodass wie erhofft die Grenze von 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer geknackt werden könnte.
Auch dank möglicher Kurzentschlossener. Bis eine halbe Stunde vor dem Start der Wettkämpfe um 14 Uhr ist eine Anmeldung in den fünf Kategorien mit unterschiedlichen Distanzen möglich.
Und: Gekürt werden in Uster zudem die Toursieger und somit Schweizer Meister. Seit 2021 gibt es nämlich die SUP Suisse Tour – mit Stationen in fast allen Landesteilen.
Die vor dem finalen Rennen in der Elite führenden Manuel Lauble (38) und Florence Julen (41) sind beide angemeldet. Auffällig überhaupt: Das Gros der Paddler ist im Alter von 40 bis 55. «Eine eigentliche Zielgruppe zu definieren, ist schwierig. Der Zugang zum SUP ist querbeet, selbst wenn Wassersportler sicher im Vorteil sind», sagt Saurer.
Die Ausnahme-Paddlerin
Die grosse Ausnahme in der altersmässig eher gesetzten Schweizer Szene ist Anna Tschirky. Die 20-jährige Thunerin zählt zu den besten der Welt und hat deshalb nur zwei von neun Rennen der Tour bestritten.
Profis wie Tschirky sind in der Regel von einer SUP-Marke angestellt, können ihr Brett mitentwickeln und an internationalen Rennen Preisgeld im vierstelligen Bereich gewinnen.
Keinen monetären Anreiz bieten weitgehend die Anlässe in der Schweiz. Einzige Ausnahme ist das ebenso in die Tour integrierte Ice Race in Thun von Anfang Mai. Es hat deshalb ein im Vergleich deutlich grösseres und internationaleres Feld. Im Berner Oberland standen zudem auch Kajak- und Ruderwettkämpfe auf dem Programm.
Ein anderes Bild präsentiert sich in Uster, wo noch eine Seeüberquerung angeboten wird – und vor allem am Sonntag der Triathlon im Zentrum steht. Das SUP-Race selbst dürfte aber kaum ein Triathlet zum Aufwärmen für das Rennen nutzen. «Die meisten sind schon im Schonmodus», sagt Saurer.
