Oberländer Fussballerinnen sind so gut wie lange nicht mehr
Erfolgreich und fair
Mit Effretikon kommt nicht nur der Cup-Sieger aus der Region – durch den Aufstieg von Uster und Schwerzenbach spielen neu vier Frauenteams in der 2. Liga.
Der Frauenfussball in der Region ist im Hoch. Am letzten Wochenende holte sich Zweitligist Effretikon als erstes Oberländer Frauenteam seit 2014 den FVRZ-Cup. Der FCE spielt damit in der nächsten Saison im Schweizer Cup.
Dem nicht genug, ist auch noch Schwerzenbach unter diesen ausgewählten 64 Teams. Der Grund: Die Glattaler holten in Meisterschaft und Cup nicht eine gelbe oder rote Karte – und qualifizierten sich somit als fairster Zweit- und Drittligist aus der Region Zürich.
Der FC Schwerzenbach spielte aber nicht nur fair, sondern auch erfolgreich. Er schaffte als Erster der Gruppe 2 den Aufstieg in die 2. Liga. Die Basis dafür legte der FCS durch eine starke Vorrunde mit neun Siegen und nur einer Niederlage. «Da waren wir sehr verblüfft», sagt Trainer Mario Sommer.
Mit der guten Zwischenbilanz im Rücken wuchs im Team dann auch der Wille, diese Chance unbedingt zu packen. Das Abenteuer in der 2. Liga nehmen die Schwerzenbacherinnen mit einem breiten Kader in Angriff. «Wir werden uns gut vorbereiten», verspricht Sommer.
Die Ustermer Überlegenheit
Doch auch der zweite Drittliga-Gruppensieger kommt mit dem FC Uster aus der Region. Dieser hatte vor einem Jahr etwas unglücklich als schlechterer Drittletzter der beiden Gruppen absteigen müssen – und schaffte nun eindrücklich die sofortige Rückkehr in die 2. Liga. Mit 20 Siegen in 20 Spielen – das Torverhältnis: 103:15.
Entsprechend positiv blickt Paolo Trigila, der Leiter Frauen, in die Zukunft. Er sagt: «Ein Platz unter den besten sechs Teams müsste für uns eigentlich drin sein.»
Dass dies realistisch ist, zeigten schon andere Aufsteiger – so beispielsweise diese Saison der FC Küsnacht, der sich als starker Neuling sogleich auf Rang 3 klassierte. Der Seeklub war damit auch deutlich vor den bisherigen Oberländer Zweitligisten Effretikon (7. Platz) und Volketswil (10.) klassiert.
Wie auch immer: Die Perspektiven sind mit neu vier Klubs aus der Region in der 2. Liga vielversprechend. So viele spielten nämlich zuletzt 2008 gemeinsam auf dieser Stufe. «Es ist die Ernte für die konsequente Arbeit in den Vereinen», ist der umtriebige Trigila überzeugt, der in Uster auch bei dem bereits zweimal durchgeführten Drei-Städte-Turnier der Frauen federführend ist.
Für Trigila wird losgelöst von der Ligazugehörigkeit der Vereine im Oberland viel in den Frauenfussball investiert. Der 33-Jährige streicht hierbei insbesondere die gute Arbeit in Egg und Pfäffikon heraus.
Das Fundament stimmt
Gleich ein Drittel der künftigen 2. Liga kommt also aus der Region. Davon macht der FC Volketswil auf den ersten Blick den gefährdetsten Eindruck – dies nur schon deshalb, weil er sich zuletzt als Tabellenzehnter direkt über den Abstiegsrängen klassierte.
Der FCV hatte allerdings in der letzten Saison auch personell erheblich zu kämpfen, da Leistungsträgerinnen verletzungsbedingt zum Teil lange ausfielen.
Der dienstälteste Trainer aus dem Oberländer Zweitliga-Quartett ist Effretikons Patrik Meier. Dieser hat seit seinem Amtsantritt im Frühling 2018 eine Niveausteigerung festgestellt.
«Nur 75 Prozent Leistung reichen gegen keinen Gegner mehr aus», sagt er. Die Ansage des Cup-Sieger-Trainers an seine Spielerinnen ist entsprechend unmissverständlich: «Wir haben ein eher älteres Team – also müssen wir auch mehr investieren.»
Grundsätzlich scheinen die Oberländer Zweitligisten tatsächlich gut gerüstet. Einerseits mit einer solide aufgestellten Juniorinnenabteilung. Andererseits haben Effretikon, Volketswil und Uster sogar ein zweites Aktivteam in der 4. Liga.
Derweil kooperiert Schwerzenbach im Nachwuchsbereich bei den Buben und Mädchen mit Fällanden. Auch FCS-Trainer Sommer hofft, dass so alsbald ein eigenständiges zweites Frauenteam gebildet werden kann.
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