So tickt der Ustermer Judo-Weltmeister
Besuch bei Nils Stump
Ein schönes Preisgeld – und viel Aufmerksamkeit: Nils Stump vom Judoclub Uster geniesst seinen Weltmeistertitel. Verbiegen will er sich aber nicht.
Uneingeweihte finden den Eingang nicht beim ersten Versuch. Das Haus im aargauischen Windisch beherbergt auf den ersten Blick keinen Judo-Weltmeister, sondern vor allem einen Töffhändler. Das passt eigentlich gar nicht schlecht. Denn Nils Stump mag zwar der erste Schweizer sein, der an einer Judo-WM eine Goldmedaille gewonnen hat. Das Rampenlicht sucht er allerdings nicht. Und er überlegt sich, von seinem WM-Preisgeld ein Motorrad zu kaufen.
In Stumps Welt dreht sich fast alles um Judo. Wer die Wohnung betritt, steht vor einer Wand voller Medaillen – die meisten von Stump gewonnen, einige auch von Mitbewohner Lukas Wittwer. Auf einem Wäscheständer trocknet ein Judogi. Im schmalen Flur steht ein Kaktus, daneben sind auf einem Sideboard zwei Pokale, die als Gefässe für Schlüssel, Sonnenbrillen und andere kleine Dinge dienen. Darüber hängt eingerahmt Stumps Rückennummer von den Olympischen Spielen in Tokio 2020, seiner ersten Olympia-Teilnahme. Signiert von seinen beiden letzten Coaches.

