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In vertrauter Umgebung gleich auf Kurs

Der FC Fehraltorf kehrt mit Adrian Nikci nach einer Saison wieder in die 3. Liga zurück. Bange ist dem Ex-Profi vor der neuen Aufgabe nicht.

Im Austausch: Fehraltorfs Trainer Adrian Nikci und Captain Jeffrey Medina De la Rosa in der Partie gegen Schwerzenbach.

Foto: Robert Pfiffner

In vertrauter Umgebung gleich auf Kurs

Ex-Profi aus Uster

Der FC Fehraltorf kehrt mit Adrian Nikci nach einer Saison wieder in die 3. Liga zurück. Dem 33-Jährigen ist damit der Einstieg als Trainer gelungen.

Es hätte auch ein Unentschieden gereicht, aber mit dem Siegtreffer in der Schlussphase feiert es sich wohl halt einfach schöner. Bereits die 90. Minute ist nämlich angebrochen, als Fabian Palma für den FC Fehraltorf das 2:1 gegen das Schlusslicht Schwerzenbach erzielt – und grenzenloser Jubel unter den Spielern und Trainern ausbricht.

Die Fehraltorfer runden damit eine weitgehend souveräne Saison in der Gruppe 7 ab, die in der sofortigen Rückkehr in die 3. Liga gipfelt. «Ich bin mega glücklich. Das ist wirklich eine coole Truppe», sagt Fehraltorfs Trainer Adrian Nikci.

Es ist insofern eine besondere Aussage, da sie von einem ehemaligen Profi kommt, der mit dem FC Zürich den Schweizer-Meister-Titel holte (2009), in der Bundesliga spielte – und auch auf der grösstmöglichen Bühne gegen schillernde Klubs wie die AC Mailand und Olympique Marseille auflief.

Das ist alles ein Weilchen her. Nikcis Realität findet seit rund einem Jahr auf der Fehraltorfer Hüttenwis statt. Er sagt unaufgeregt: «Wir haben nicht den schönsten Rasen.» Der 33-Jährige hat sich schnell an die einfachen Begebenheiten gewöhnt. «Der Spass steht im Vordergrund», ist für ihn klar. Er betont aber auch, dass Disziplin und Ordnung unabdingbar sind.

Mit Jugendfreunden vereint

Drei Jahre sind seit seinem gesundheitsbedingten Rücktritt als Profi mittlerweile vergangen. Nach dem Ende seiner Karriere beim FC Schaffhausen nimmt der gebürtige Ustermer vorerst etwas Abstand vom Fussball – und fasst Fuss in der Privatwirtschaft.

Als die Anfrage des FC Fehraltorf kommt, muss er aber nicht lange überlegen. Gleich für zwei Jahre unterschreibt er bei seiner ersten Station als Trainer.

Und mit dem Wechsel zum Dorfklub kommt Nikci auch in eine vertraute Umgebung. Er trifft im Verein auf alte Jugend- und Schulfreunde wie Alexander Modrusan und Ilir Sabani, mit denen er Tür an Tür aufgewachsen ist. Letzterer wechselt im letzten Sommer nicht zuletzt wegen Nikci von Russikon zum FCF – und wird in der Offensive mit elf Toren und fünf Vorlagen zu einem der Schlüsselfiguren.

Die Fehraltorfer finden nach dem Sturz in die 4. Liga schnell den Tritt und überwintern mit fünf Punkten Vorsprung an der Spitze.

Nicht ganz so rund läuft es zunächst im Frühling, wo sie sich gleich dreimal mit einem Remis begnügen müssen und später sogar dem ärgsten Verfolger Greifensee 2 unterliegen. Auffällig ist zudem, dass der FCF 9 seiner 13 Saisonsiege mit nur einem Tor Unterschied gewinnt.

«Ich bin in erster Linie Trainer. Um diese Aufgabe richtig zu machen, sollte man an der Seitenlinie stehen.

Adrian Nikci

Nikci bleibt aber auch in den wackligen Phasen der Meisterschaft cool. Obwohl ab der Rückrunde für die Fehraltorfer lizenziert, steht er bei keinem einzigen Match als Spieler im Kader – um womöglich in einer engen Partie mit seiner fussballerischen Klasse den Ausschlag zu geben.

«Ich bin in erster Linie Trainer. Um diese Aufgabe richtig zu machen, sollte man an der Seitenlinie stehen», sagt er.

Mitspieler nur im Training

Aktiv im Einsatz ist er deshalb nur für seine Mannschaft im Training zu sehen. Bei Bedarf agiert Nikci dort mal als neutraler Anspieler in einer Matchform. «Auch so kann ich das eine oder andere mitgeben», ist er überzeugt.

Überhaupt ist der frühere Offensivakteur positiv überrascht vom Eifer seines Teams. «Die Jungs sind gierig», sagt er – mit dem Wissen, dass der Trainingsalltag im Erfolg auch einfacher zu gestalten ist.

Weitaus mehr gefordert dürften Nikci und sein Assistent Elzedin Coko wieder bei sportlichen Durststrecken in der nächsten Saison werden. Bange davon ist ihm natürlich nicht. «Wir ziehen unser Ding durch. Wer seine Aufgaben erfüllt, wird belohnt», sagt er. Auch in der 3. Liga.

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