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In dieser Rolle geht er auf

Er liebt es, etwas zu bewegen. Mit erst 41 hat Daniel Spörri schon eine lange Laufbahn als Funktionär hinter sich.

Ist gerne am Puls des Geschehens: Daniel Spörri, Präsident des Schwingklubs Zürcher Oberland.

Foto: Robert Pfiffner

In dieser Rolle geht er auf

Bäretswiler Vereinspräsident

Daniel Spörri führt seit zehn Jahren den Schwingklub Zürcher Oberland – und ist doch erst 41. Er hat schnell einmal gemerkt: Seine Stärken sind in Ehrenämtern gefragt.

Ein paar Stunden vor dem Anschwingen hat sich Daniel Spörri am Sonntag wie immer am Bachtel-Schwinget zuoberst auf der Tribüne hingehockt. Er geniesst die Ruhe vor dem Sturm – und trinkt mit OK-Chef Martin Odermatt einen Schluck Appenzeller.

Spörri lacht, als er davon erzählt: «So ist der Stress vorbeugend abgebaut.» Wobei: Was heisst hier Stress? Klar, Spörris Frau dürfte hinterher einmal mehr sagen: «Du bist den ganzen Tag nur ‹umegsecklet›.» Der Präsident des Schwingklubs Zürcher Oberland empfindet es nicht so.

Spörri sitzt von Amtes wegen im OK des Bachtel-Schwingets, verantwortlich für den Anlass sind andere. Er selber beschäftigt sich derweil auf dem Kulm mit Details, sagt hier «Hoi», plaudert dort, ehe es ihn weitertreibt.

Ich bin ‹tüpflischissrig›.

Daniel Spörri, Präsident Schwingklub Zürcher Oberland

Diese Kontakte – auch an anderen Festen – haben für ihn grosse Bedeutung. Wichtiger als Präsenz zu zeigen ist ihm, am Puls des Geschehens zu sein. Es ist der Antreiber seiner Vorstandstätigkeit: «Ich liebe es, wenn ich etwas bewirken kann, stelle gerne Dinge auf die Beine und ziehe sie durch.»

Und wenn ihm dann jemand auf die Schulter klopft und lobt: «Das hend er guet gmacht», ist Spörri zufrieden und weiss, dass der Aufwand geschätzt wird.

Rund 250 Stunden investiert er jährlich fürs Amt, hat er ausgerechnet – mehr als ein Monat Arbeitszeit also. Der Bäretswiler ist sich bewusst: Er macht mehr, als im Pflichtenheft aufgeführt ist.

Was mit einer Eigenschaft zu tun hat, die er als positiv und negativ bezeichnet. «Ich bin ‹tüpflischissrig›. Stelle ich mir was vor, will ich es genau so gemacht haben.» Sprich, er könnte mehr abgeben.

Der Arm wird zur Axt

Spörri ist so, wie man sich den Präsidenten eines Schwingklubs vorstellt. Gesellig, um keinen träfen Spruch verlegen. Aber auch optisch: Breites Kreuz, kräftiger Teint, muskulöse Oberarme und zwei Hände, denen man ansieht, dass sie zupacken können.

Wenn der zweifache Vater spricht, erzählen Hände und Arme gleich mit. Wie eine Axt saust sein Arm etwa rauf und runter, als er sagt, er habe früher jedes Problem «zack, zack, zack» lösen wollen.

Unterdessen ist das anders. «Ich bin recht gewachsen in diesem Job.» Manchmal nickt er bei Fragen mit dem Kopf mit, ehe er loslegt mit der Antwort.

Wie war schon wieder die Frage?

Daniel Spörri, Präsident Schwingklub Zürcher Oberland

Sich mit ihm zu unterhalten macht Spass. Spörri ist offen, direkt und spricht ungekünstelt. Halt ganz so, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. «Do ghei i dure», ärgert er sich etwa über Personen ohne Engagement.

Häufig streut er Beispiele ein, um etwas zu illustrieren. Und hält nach einer ausufernden Antwort einmal verdutzt inne: «Wie war schon wieder die Frage?»

Der besondere Herzschlag

41 ist Spörri erst. Trotzdem ist er schon 15 Jahre lang im Vorstand des zweitgrössten Zürcher Schwingklubs – zehn Jahre nun als Präsident. Wenn man sich vor Augen führt, dass er zudem 13 Jahre lang die Fischenthaler Treichlergruppe «Club der Ungeküssten» präsidierte, ist schnell klar: Sein Herz schlägt für Ehrenämter.

Wohlgemerkt – aufgedrängt hat sich der gelernte Zimmermann, der nun als Lastwagenfahrer arbeitet, noch nie. «Aber wenn man mich fragt, ist das eine Ehre für mich.»

Bachtelschwinget, Daniel Spörri
Pflichtbewusst, zielstrebig, gut organisiert – und offen für Neues. So beschreibt sich Daniel Spörri.

Die Kameradschaft im Schwingen hat es ihm besonders angetan. «Übertrieben gesagt ist jedes Schwingfest ein Familientreffen.» Als Aktiver gewann er zwei Kränze. «Talent hatte ich nicht so viel», schonte er sich nicht. Vor allem fehlte ihm der letzte Biss.

Mindestens gleich wichtig ist ihm damals Seilziehen. Schwingen ist halt nur eines seiner Hobbys. Mit 27 hört er auf – wegen körperlichen Beschwerden. Vor allem aber, weil er wegen seinen Lastwagentouren ins Ausland nicht regelmässig trainieren kann. Der Übergang in den Vorstand ist nahtlos, der Weg zum Präsidenten früh vorgespurt.

Ich habe Interesse daran, das ‹Leiterli› raufzuklettern.

Daniel Spörri, Präsident Schwingklub Zürcher Oberland

Es braucht Fingerspitzengefühl, den Klub zu führen. Die Bandbreite der Interessen ist gross – vom Nachwuchs bis zu den Veteranen. «Sie muss man im Rücken haben», sagt Spörri. Als pflichtbewusst, zielstrebig, gut organisiert und offen für Neues beschreibt er sich. Was würde seine Frau beisteuern? «Sture Grind.»

Der Bäretswiler lacht. Und gibt offen zu – seine Funktionärslaufbahn soll nicht auf Klubebene enden. «Ich habe Interesse daran, das ‹Leiterli› raufzuklettern.» Mit einer Einschränkung: Ein Amt im Eidgenössischen Schwingerverband schliesst Spörri aus familiären und beruflichen Gründen aus.

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