Greifensee kann nur noch hoffen
Vor Abstieg aus 2. Liga
Der FC Greifensee hat den Klassenerhalt aus eigener Kraft nicht geschafft. Er verlor in Wiesendangen knapp 3:4 und ist nun auf fremde Hilfe angewiesen.
Der FC Greifensee hat es auf dramatische Art und Weise verpasst, sich den Verbleib in der zweiten Liga zu sichern. Der FCG selbst verlor in Wiesendangen 3:4, nachdem er zwischenzeitlich einen Drei-Tore-Rückstand aufgeholt hatte. Und er musste gleichzeitig zur Kenntnis nehmen, dass sein direkter Gegner Bassersdorf in Schwamendingen in den Schlussminuten ein 0:2 noch drehte.
«Ich habe keine Ahnung, was ich sagen soll», sagte der normalerweise durchaus redselige Simon Schaich. «Es ist ganz schlimm.»
Dass sein Team aufgrund einer aussergewöhnlichen Konstellation als Drittletzter noch immer auf den Ligaerhalt hoffen kann, interessierte ihn zunächst nicht allzu sehr. «Wir alle fühlen uns erstmal als Absteiger», sagte der Greifenseer Assistenzcoach.
Glücklos und fehlerhaft
Die Partie in Wiesendangen verlief symptomatisch für die Rückrunde der Greifenseer, gegen die sich seit Wochen vieles verschworen zu haben scheint. Der FCG startete dominant, konnte einen Eckball nach dem anderen treten und vergab gleich drei hochkarätige Chancen.
Das Heimteam hingegen brauchte nur zweimal in Tornähe zu kommen, um zweimal zu treffen – einmal nach einem Fehler in der Greifenseer Hintermannschaft und einmal mit einem direkten Freistoss unter der gegnerischen Mauer hindurch. Nachdem sie sogar ein drittes Gegentor hatten hinnehmen müssen, zeigten die Gäste zwar enorme Moral und glichen die Partie innert nur sieben Minuten aus.
Für eine Antwort auf den nächsten Rückschlag in Form des Treffers zum 3:4 fehlte dem FCG dann aber die Energie.
«Abstieg wäre verdient»
Bei allem Hadern und ausbleibendem Glück: Dass sich eine Mannschaft, die wochenlang kein Tor erzielt und in den letzten neun Partien gerade einmal vier Punkte gewinnt, nicht wundern muss, wenn sie absteigt, weiss auch Schaich. Er sei sich nicht sicher, ob der Sturz in die dritte Liga fussballerisch in Ordnung ginge.
«Aber mindestens die Tabelle lügt nicht, deshalb wäre der Abstieg verdient.»
Cup-Sieg und Ligaerhalt am gleichen Tag?
Nun will es der Spielplan, dass sich das Schicksal der Greifenseer just an jenem Wochenende, nämlich dem übernächsten, entscheiden wird, an dem diese auch erneut den FVRZ-Cup gewinnen können. Sollten sich da sowohl Dübendorf als auch Bülach den Aufstieg in die 2. Liga interregional sichern, dann, und nur dann, würde Greifensee der Relegation doch noch entrinnen.
Natürlich seien sie ab jetzt Fans der beiden Zürcher Aufstiegsaspiranten, doch beeinflussen könnten sie nichts mehr, sagt Schaich. Deshalb wolle man sich erst einmal «eine Woche lang erholen und dann im Hinblick auf den Cup-Final noch einmal alles reinhauen.»
Dass der Ligaerhalt sowohl für ihn als auch für den Verein von weit grösserer Bedeutung wäre als ein dritter Cup-Sieg, versteht sich von selbst.
Wiesendangen - Greifensee 4:3 (2:0). – Tore: 15. Misteli 1:0. 25. X. Fresneda 2:0. 47. Toma 3:0. 53. Mercurio 3:1. 55. Burkart 3:2. 60. Wegmann 3:3. 69. T. Meli 4:3.
