Beim Kultklub stets am Limit
Oberländer Fussballer in Deutschland, Teil 3
Kratzen, beissen und grätschen: Der Maurmer Cédric Brunner passt mit seinen kämpferischen Tugenden bestens zum FC Schalke 04.

Das sportliche Auf und Ab ist bei Cédric Brunner eigentlich ein Dauerzustand. Schon bei seinem Stammklub FC Zürich, mit dem er den Gang in die Challenge League antreten musste, den sofortigen Wiederaufstieg realisierte und zwei Cup-Siege feiern konnte.
Ähnliche Gefühlsexplosionen erlebt der Maurmer seit 2018 in Deutschland. Zuerst in Diensten von Arminia Bielefeld mit Auf- und Abstieg – und nun beim FC Schalke 04, der sich nach nur einer Saison wieder aus der Bundesliga verabschieden muss.
Er sei ständig sportlich im Überlebensmodus, hat Brunner unlängst verlauten lassen.
Gesetzt in der Startaufstellung
Der 29-Jährige zählte in der abgelaufenen Saison zu den soliden Säulen im Team. Wenn er fit war, stand er ausnahmslos in der Startaufstellung – das war in 28 von 34 Partien.
Und mehrfach biss sich Brunner trotz einer Schulterverletzung mit Schmerzmitteln durch. «Die Fans merken, wenn einer auf dem Platz kratzt und beisst und grätscht», sagt er.
Im Gegensatz zum glücklosen Ex-FCZ-Stürmer Michael Frey (0 Tore) hat Brunner weiterhin eine Zukunft bei Schalke. Er zählt zum Grundgerüst des künftigen Zweitliga-Ensembles. Mit einem auf knapp 20 Millionen Euro halbierten Etat soll die sofortige Rückkehr in die Bundesliga gelingen.
In der rauen Arbeiterstadt Gelsenkirchen gehen die Emotionen hoch, wenn es um Schalke geht.
«Die Energie, die vom Fussball ausgeht, die spürt man einfach. Lebensglück und Lebensfreude sind bei vielen Menschen von unseren Resultaten abhängig», sagt der Rechtsverteidiger.
Und doch bleibt die Zuversicht bei den Anhängern nach der Enttäuschung gross. Festgemacht wird sie am im letzten Spätherbst verpflichteten Trainer Thomas Reis. Auch für Brunner ist er der Schlüssel der sportlichen Genesung, selbst wenn es am Ende nicht ganz zum Ligaerhalt reichte.
Die Parallelen mit dem Trainer
Reis, als Aktiver selbst Aussenverteidiger, vergleicht sich in der Spielart sogar mit dem früheren Junior des FC Maur. «Ich war auch ein Spieler, der selten aufgefallen ist», sagt er.
Das mag auf den ersten Blick nicht wie ein Kompliment wirken. Und doch wird schnell klar, dass der Trainer grosse Stücke auf Brunner hält. Denn wenn dieser in der Rückrunde nicht gespielt habe, sei die fehlende Solidität des Defensivspezialisten aufgefallen, sagt Reis.
