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Ein Wetziker Ausrutscher zu viel

Im Endspurt der Saison hat in der Drittliga-Gruppe 6 nur der FC Wald intakte Aufstiegschancen. Wetzikon kann derweil das Zünglein an der Waage spielen.

Für Wetzikon (Georg Arpagaus) ist die Saison nach den jüngsten Punktverlusten wohl gelaufen.

Foto: Robert Pfiffner

Ein Wetziker Ausrutscher zu viel

Entscheidung in der 3. Liga

Im Endspurt der Saison hat in der Drittliga-Gruppe 6 nur der FC Wald intakte Aufstiegschancen. Wetzikon kann derweil das Zünglein an der Waage spielen.

Da waren es nur noch zwei: Drei Spieltage vor dem Ende der Meisterschaft ist es in der Drittliga-Gruppe 6 zu einer entscheidenden Zäsur gekommen. Denn während Tabellenführer Kloten und der erste Verfolger Wald ihre Aufgaben erfüllten, verabschiedeten sich Wetzikon und Stäfa nach Niederlagen gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte aus dem Kampf um den Aufstieg.

Für die drittplatzierten Wetziker wäre es selbst bei einer optimalen Punkteausbeute im Endspurt schwierig geworden. 50 Zähler hätten es in diesem Fall werden können. Doch mit einer solch tiefen Punktzahl hat seit 2018 gerade mal ein Drittligist den Sprung in die 2. Liga geschafft.

Der FCW muss also in einer weiteren dritten Saison in der 3. Liga bleiben, selbst wenn es rechnerisch noch nicht definitiv ist. Es ist eine ungewohnte Situation. Nach der Jahrtausendwende hatten sich die Oberländer zu einem zuverlässigen Pendler zwischen der 2. und der 3. Liga entwickelt, der stets den sofortigen Wiederaufstieg bewerkstelligte (2005, 2010, 2017, 2019). Mehrere Saisons auf Stufe 3. Liga verbrachten die Wetziker zuletzt zum Ende der 1980er Jahre.

Zu inkonstante Rückrunde

Es dürfte nicht der Anspruch eines Vereins der Grösse und sportlichen Vergangenheit des FCW sein. Selbst wenn der auf diese Meisterschaft hin zum Cheftrainer bestimmte Antonio Convertito sich schon im Herbst eher moderat äusserte. Und vielmehr von nachhaltiger Arbeit mit eigenen Nachwuchskräften sprach, die sich in ein bis zwei Jahren auszahlen soll. «Wir wollen aufsteigen – aber nicht um jeden Preis», betonte er.

So oder so: Für einen möglichen Aufstieg trat Wetzikon trotz einer erfahrenen und bewährten Achse gerade in der Rückrunde mit vier Siegen, einem Remis und drei Niederlagen deutlich zu inkonstant auf. Zur Situation passt auch die Knieverletzung vom Wochenende von Routinier Lukas Huber (33), der dadurch wohl bis mindestens zum Ende der Saison ausfallen dürfte.

Das anstehende Direktduell

Zünglein an der Waage im Aufstiegskampf kann der FCW dennoch spielen. In der letzten Runde gastiert dieser nämlich ausgerechnet beim FC Wald. Zunächst muss das Überraschungsteam aber sowieso die diffizilen Aufgaben in Meilen und vor allem gegen Kloten lösen. Das Spitzenspiel an der Laupenstrasse wird darüber entscheiden, ob die Oberländer tatsächlich bis zum Schluss vom ersten Abenteuer in der 2. Liga seit 2002 träumen dürfen.

Wald Ramon Marcon gegen Männedorf René Lobnik
Ramon Marcon befindet sich mit dem FC Wald noch immer im Aufstiegsrennen.

Doch ungeachtet des Saisonausgangs: Mit einem solchen Walder Höhenflug hatten wohl auch die kühnsten Optimisten nicht gerechnet. Nicht nur, weil der FCW mit einem weitgehend ähnlichen Ensemble in den letzten Jahren ein Stammgast in der unteren Tabellenhälfte war, sondern auch aufgrund der starken Konkurrenz innerhalb der Gruppe 6 – aus dem Oberland und von der Zürichsee-Region.

Zwei treffsichere Angreifer

Das Erfolgsgeheimnis? Ein gut organisiertes und solidarisch auftretendes Team, das in der Defensive sehr wenig zulässt (nur 16 Gegentore) und mit Patrik Juric sowie Alexander Jetzer zwei Torjäger in den eigenen Reihen hat, die diese Bezeichnung verdienen. Je 16 Treffer erzielten die beiden Stürmer bislang und waren dadurch auch für das Gros der insgesamt 51 Tore verantwortlich.

Vor der Sonne steht den Waldern mit dem FC Kloten allerdings ein Verein mit ganz anderen Möglichkeiten, der seit 2004 schon unzählige Male den ersehnten Aufstieg in die 2. Liga verpasste. Der von den Unterländern angestrebte Gruppenwechsel auf diese Saison hin steht geografisch etwas schief in der Landschaft, er könnte sich aber für den Verein auszahlen.

Das Klotener Team ist gespickt mit Spielern, die über viel Erfahrung aus höheren Ligen verfügen. Für Jürg Stücheli, den Trainer von Gruppengegner Hinwil, ist dann auch klar: «Kloten kann sich eigentlich nur selbst schlagen. In diesem Team hat es so viel Erfahrung und Qualität.» Dasselbe Gefühl hat mit Roman Marostica auch ein anderer Szenekenner, der bis letzte Saison als Trainer beim FC Wetzikon amtete. «Ich glaube nicht, dass Kloten noch Punkte liegen lässt», sagt er. Und was spricht für den Aussenseiter? «Die Unbekümmertheit. Wald hat einfach eine verschworene Truppe», sagt Marostica.

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