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Aus dem Nichts an die Spitze

Die Fehraltorferin Larissa Meyer zählt zu den besten Schweizer Spielerinnen im Padel – und hat auch im Alter von 41 noch hohe Ziele.

Die Fehraltorferin Larissa Meyer zeigte ihr Können bei der Halleneröffnung in Pfäffikon.

Foto: David Kündig

Aus dem Nichts an die Spitze

Fehraltorfer Padel-Nationalspielerin

Die Fehraltorferin Larissa Meyer zählt zu den besten Schweizer Spielerinnen im Padel – und hat auch im Alter von 41 Jahren noch hohe Ziele.

Es ist der sportliche Höhepunkt bei der Eröffnung der neuen Padel-Arena in Pfäffikon. Auf der einen Seite des Netzes die früheren Fussballprofis Diego Benaglio und Mladen Petric als Zugpferde – auf der anderen Seite die Padel-Nationalspielerinnen Larissa Meyer und Karin Hechenberger. Im Spiel scheint zunächst einiges für Benaglio/Petric zu laufen. 5:2 ist das prominente Gespann im ersten Satz in Führung.

Doch das Frauenduo vermag aufzudrehen, sodass es zur Wende kommt. «Im Tiebreak hatte Benaglio eine Nervenschwäche», sagt Meyer mit einem Schmunzeln. Im zweiten Durchgang sind die Ex-Fussballer dann weitgehend chancenlos.

Die Fehraltorferin Meyer bildet mit Hechenberger das derzeit beste Schweizer Frauenpaar in der Trendsportart, die Elemente aus dem Squash und Tennis vereint. Die weibliche Konkurrenz ist hierzulande allerdings noch überschaubar. «Es gibt derzeit etwa zehn Spielerinnen, die Padel ernsthaft bestreiten», sagt Meyer.

Dies schmälert aber nicht ihre Erfolge. Erst 2021 zusammengefunden, holten die beiden mit dem Team sogleich Bronze an der EM in Bilbao. Gerade in Spanien ist Padel allgegenwärtig. «Total crazy», findet Meyer. «Fast jeder betreibt den Sport da. Er gehört einfach zum sozialen Leben.» Dazu passt: Die Besten der Welt kommen aus Spanien oder Argentinien.

Späte Sportleidenschaften

Die beiden Schweizerinnen sind da im Vergleich Spätberufene. Während die 35-jährige Hechenberger aus Sachseln OW sich in jungen Jahren als Tennisprofi versucht, baut Meyer in der Squash-Sektion von GC ein Frauenteam mit auf. «Ich bin stolz darauf, es im Squash in die Top Ten geschafft zu haben», sagt die Oberländerin, die nach Tennisjahren erst als Endzwanzigerin den Sport forcierte.

Larissa Meyer
Larissa Meyer hat erst 2018 zum Padelsport gefunden.

2018 findet Meyer über eine Kollegin zum Padel, als sie einer Einladung nach Wädenswil zur damals einzigen Padel-Halle in der Region folgt. «Das mache ich genau einmal. So eine Zeitverschwendung», sagt sie sich noch während der langen Anfahrt vom Arbeitsort Nänikon aus. Endlich auf dem Platz, kippt die Stimmung.

Meyer findet sofort Gefallen am Sport – und investiert fortan neben ihrem 100-Prozent-Job viel Zeit dafür. Fast ihre ganzen Ferien gehen seither für Trainingslager und Turniere drauf. Bis zu dreimal in der Woche steht Meyer auf dem Court – zumeist in den neuen Hallen von Rüti und Pfäffikon oder auch in Schlieren.

Dazu kommen Kardio- und Krafteinheiten. Es ist viel Aufwand für eine 41-Jährige. «Solange mein Körper mitmacht, gebe ich Vollgas», sagt sie.

Im Olympia-Schaufenster

Und das Engagement lohnt sich. Vor wenigen Tagen sind Meyer und Hechenberger von Swiss Olympic für die European Games selektioniert worden, die vom 21. Juni bis 2. Juli in Krakau (POL) über die Bühne gehen. «Das ist für uns unerwartet gekommen», sagt sie. Padel steht bei dem alle vier Jahre stattfindenden Multisportanlass erstmals im Programm.

Für eine Teilnahme an Olympischen Spielen selbst dürfte es Meyer wohl nicht mehr reichen. Denn ob Padel aufgrund der wachsenden Popularität bald ins Programm aufgenommen wird, steht in den Sternen.

Die weltweit derzeit im Bereich der Top 200 klassierte Fehraltorferin hat ungeachtet davon aber einiges vor. Nachdem es letztes Jahr mit der Qualifikation zur WM in Dubai noch nicht geklappt hatte, hofft sie dieses Ziel nun mit dem Team zu erreichen. «Wir müssen in den engen Partien noch etwas kaltblütiger werden», findet Meyer. So, wie beim Eröffnungsspiel in Pfäffikon, als die Nervosität von Benaglio ausgenutzt wurde.

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